Frau mit Brille und Jeanshemd ordnet Vorräte in einer Speisekammer mit Holzregalen.

So gelingt die clevere Vorratshaltung

Quelle: Valerii Honcharuk - Adobe Stock

Einen guten Überblick über die eigenen Vorräte zu haben ist einer der einfachsten Wege, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Denn was planlos eingelagert wird, gerät schnell in Vergessenheit und landet irgendwann im Müll. Wer weiß, wie man Vorräte richtig aufbewahrt und organisiert, spart Geld und schont die Umwelt. Wir zeigen, wie das mit ein paar einfachen Tipps gelingt.

Was gehört in den Vorratsschrank?

Grundsätzlich gilt: Was in einen guten Vorrat gehört, ist ganz individuell – schließlich haben wir alle unterschiedliche Geschmäcker und Gewohnheiten. Während für manche Reis unverzichtbar ist, essen andere lieber Pasta und auch Bohnen sind nicht jedermanns Sache. Dennoch gibt es ein paar Lebensmittel, die sich besonders gut für die Vorratshaltung eignen. Konserven sind ein Beispiel: lange haltbar, kein Kühlschrank nötig und saisonunabhängig verfügbar. Ob Dosengemüse, Dosenhülsenfrüchte, Dosentomaten oder Fischkonserven: Die luft- und lichtundurchlässige Verpackung schützt den Inhalt vor dem Verderben.

Auch Trockenwaren wie Nudeln, Reis, Linsen, Mehl und Zucker sind vielseitig einsetzbar und bei richtiger Lagerung sehr lange haltbar. Vollkornprodukte verderben aufgrund ihres höheren Fettgehalts jedoch etwas schneller. Weitere unverzichtbare Basics sind Öl, Essig, Jodsalz und andere Gewürze. Sie bilden die Grundlage für fast jedes Gericht. 

Eine praktische Liste für die Grundausstattung finden Sie hier. Wer zusätzlich einen Notfallvorrat anlegen möchte: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt, für mindestens 10 Tage vorzusorgen – mit haltbaren Lebensmitteln, die ohne Kühlung auskommen. Wie viel das für Ihren Haushalt konkret bedeutet, berechnet der kostenlose Vorratsrechner des BMLEH.

Wo ist der richtige Lagerort für welches Lebensmittel?

Wie lange Vorräte wirklich haltbar bleiben, hängt auch vom richtigen Lagerort ab. Konserven und Trockenware lagern am besten kühl, dunkel und trocken. Der Vorratsschrank oder die Speisekammer sind ideal, genauso der Keller. Dieser eignet sich auch gut für Kartoffeln, Zwiebeln und Kürbis. Kartoffeln und Zwiebeln nicht zusammen lagern, denn getrennt voneinander bleiben sie länger frisch. Das Tiefkühlfach ist ideal für die langfristige Vorratshaltung: Bei minus 18 Grad Celsius sind Brot, Fleisch, Gemüse oder vorgekochte Mahlzeiten monatelang haltbar. Beschriften Sie Behälter immer mit Inhalt und Einfrierdatum. Damit nichts in Vergessenheit gerät, lohnt sich ein regelmäßiger Blick ins Tiefkühlfach. Und: Frieren Sie einmal aufgetaute Lebensmittel nicht wieder ein.

Unser Lebensmittel A-Z unterstützt Sie bei der richtigen Lagerung Ihrer Lebensmittel. Von A wie Apfel bis Z wie Zwiebel finden Sie dort Infos zu Lagerung und Haltbarkeit. 

Wie behalte ich den Überblick über meine Vorräte?

Ein zu voller Vorratsschrank kann unübersichtlich werden. So kauft man schnell etwas doppelt oder findet ganz hinten im Regal eine Konserve, die schon vor Jahren abgelaufen ist. Doch mit ein paar einfachen Gewohnheiten lässt sich das vermeiden: Stellen Sie neue Vorräte nach hinten und ältere nach vorne. So wird immer zuerst verbraucht, was schon am längsten im Regal steht. Noch einfacher geht es mit unseren „Iss mich zuerst!“-Etiketten. Einfach draufkleben und auf einen Blick sehen, was als nächstes verbraucht werden sollte.

Vor jedem Einkauf lohnt sich ein kurzer Blick in den Vorratsschrank, den Kühlschrank und das Tiefkühlfach. Mit einer guten Einkaufsliste kauft man dann auch nur das, was wirklich fehlt.

Reste und offene Vorräte richtig nutzen

Planen Sie Ihre Mahlzeiten am besten rund um das, was Sie zu Hause haben. Ein Lebensmittel kann man außerdem oft gleich für mehrere Gerichte verwenden. Auch angebrochene Dosen oder geöffnete Gläser lassen sich noch gut verwerten und müssen nicht direkt weggeworfen werden. 

Dabei lohnt es sich, auf einige Dinge zu achten: Geöffnete Konserven sollten immer direkt umgefüllt werden. Nach dem Öffnen können Zinn und Bisphenol A aus der Doseninnenwand ins Lebensmittel übergehen, besonders bei säure- oder fetthaltigen Produkten. Geben Sie die Reste daher in Glas- oder Kunststoffbehälter und verbrauchen Sie sie innerhalb von zwei bis drei Tagen. Verdorbene Konserven erkennen Sie an gewölbten Deckeln, trüber Flüssigkeit oder einem merkwürdigen Geruch.

Bei Marmelade gilt: Immer nur mit einem sauberen Löffel oder Messer entnehmen, sonst bildet sich schnell Schimmel.

Angebrochene Packungen Trockenware wie Nudeln, Reis oder Mehl füllen Sie am besten direkt nach dem Kauf in luftdichte Behälter um. So schützen Sie sie vor Feuchtigkeit und Lebensmittelmotten. Bewahren Sie Öl nach dem Öffnen kühl, dunkel und fest verschlossen auf und verbrauchen Sie es innerhalb von vier bis sechs Wochen. Kaltgepresste Öle wie Leinöl gehören nach dem Öffnen sogar in den Kühlschrank. Gewürze entfalten ihr volles Aroma am längsten, wenn sie luftdicht, dunkel und kühl gelagert werden.

Achten Sie außerdem darauf, Gewürze nicht direkt aus der Verpackung über dampfende Töpfe zu streuen.

Mit ein bisschen Kreativität lässt sich aus Vorräten und Resten immer etwas Leckeres zaubern. Aus gekochten Linsen wird zum Beispiel schnell ein Brotaufstrich, aus einer angebrochenen Dose Mais, etwas Paprika und Reis vom Vortag eine leckere Reispfanne. Noch mehr Rezeptideen finden Sie in der Zu gut für die Tonne!-App.

 

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