Ein Stück Hartkäse liegt auf einem Holzbrett neben einem Käsemesser.

Ist das noch gut? So erkennen Sie, ob Lebensmittel noch genießbar sind

Quelle: kristina rütten - Adobe Stock

Flüssigkeit auf dem Joghurt oder weißer Belag auf der Schokolade: Wenn ein Lebensmittel plötzlich anders aussieht als gewohnt, sind sich viele unsicher. Kann ich das noch essen? Oder werfe ich es weg? Mit dem richtigen Wissen lässt sich eine Menge vor der Tonne retten. Wir erklären, was hinter den häufigsten Veränderungen steckt.

Weißer Belag? Nicht immer ein Grund zur Sorge

Schokolade: Richtig lagern und lange genießen

Vielleicht kennen Sie das: Sie freuen sich auf die Schokolade zu Hause und entdecken beim Aufmachen einen weißen Belag. In den meisten Fällen kein Grund zur Sorge! Es handelt sich um Fett- oder Zuckerreif, der durch falsche Lagerung entsteht und ein rein optischer Makel ist. Geschmack und Qualität bleiben unbeeinträchtigt. Am besten lagern Sie Schokolade kühl, trocken und nicht im Kühlschrank. 


Käse: Das steckt hinter weißen Punkten und Rändern

Auch auf Käse sind kleine weiße Pünktchen oder Ränder meist kein Grund zur Sorge. In der Regel handelt es sich um harmlose Salzkristalle, Kalzium- oder Fettablagerungen, die durch Temperaturschwankungen entstehen. Bei länger gereiftem Hartkäse gelten solche Kristalle sogar als Qualitätsmerkmal.


Honig: Keine Sorge bei Kristallen

Nicht nur bei Käse, auch bei Honig sind Kristalle meistens ein gutes Zeichen. Die Kristallisierung entsteht durch Traubenzucker und ist bei Imkern sogar ein Zeichen für reinen, naturbelassenen Honig. Um den Honig wieder flüssig zu machen, stellen Sie das Glas in ein Wasserbad und erwärmen es bei maximal 30 bis 35 Grad. So bleiben Enzyme, Vitamine und Aromen erhalten.  
 

Flüssigkeit und Absatz? Völlig natürlich

Joghurt und Quark: Was tun bei Wasserablagerungen?

Gerade bei Milchprodukten schrillen schnell die Alarmglocken. Doch nicht jede Veränderung bedeutet, dass ein Produkt verdorben ist. Die wässrige Schicht auf Joghurt oder Quark ist Molke, die sich natürlich absetzt. Sie können sie einfach unterrühren. 


Saft: Angebrochen im Kühlschrank lagern

Ähnliches gilt für den Bodensatz in Saftflaschen. Hierbei handelt es sich um abgesetztes Fruchtfleisch. Einfach vor dem Einschenken kräftig schütteln. Bei blickdichten Verpackungen empfiehlt es sich, den Saft zunächst in ein Glas umzufüllen. Angebrochene Flaschen gehören verschlossen in den Kühlschrank und sollten innerhalb weniger Tage verbraucht werden.


Olivenöl: Trübungen unbedenklich

Auch bei Olivenöl sind weiße Flocken oder Trübungen vollkommen normal. Sie entstehen, wenn sich natürliche Pflanzenbestandteile mit der Zeit absetzen oder das Öl zu kühl gelagert wird. Solange das Öl normal riecht und schmeckt, können Sie es bedenkenlos verwenden. Die Flocken lösen sich beim Erwärmen von selbst wieder auf.
 

Nicht nur das Mindesthaltbarkeitsdatum entscheidet

Viele Lebensmittel landen im Müll, sobald das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) abgelaufen ist. Dabei ist das MHD kein Verfalls-, sondern ein Qualitätsdatum. Es gibt an, bis wann ein ungeöffnetes und richtig gelagertes Produkt seine Eigenschaften wie Konsistenz, Farbe, Geruch und Geschmack mindestens behält. Nach Ablauf des MHD sind Lebensmittel aber oft noch gut. Prüfen Sie einfach Aussehen, Geruch und Geschmack. 

Anders sieht es beim Verbrauchsdatum aus: Es steht auf leicht verderblichen Produkten wie frischem Fleisch oder Fisch und sollte unbedingt eingehalten werden. Die Produkte können nach Ablauf gesundheitsschädlich sein, auch ohne sichtbare oder riechbare Anzeichen.


Tipp: Der Wassertest für Eier

Bei Eiern hilft der Wassertest: Legen Sie das Ei in ein Glas Wasser. Sinkt es auf den Boden, ist es frisch. Schwebt es in der Mitte, sollte es nur noch durcherhitzt verzehrt werden. Schwimmt es oben, gehört es in die Tonne.
 

Schimmel ist nicht gleich Schimmel

Ein genauer Blick lohnt sich: Bei manchen Lebensmitteln reicht es, die befallene Stelle zu entfernen. Bei anderen muss das gesamte Produkt weg.

Genau hinsehen: Hartkäse oder Weichkäse?

Bei Hartkäse wie Emmentaler oder Bergkäse können Sie den Schimmel großzügig abschneiden und den Rest bedenkenlos essen. Bei Weichkäse und Frischkäse hingegen gilt: Bei Schimmel immer das gesamte Stück entsorgen, da sich das Pilzmyzel unsichtbar in tiefere Schichten ausbreiten kann. 

Camembert: Hier entscheidet die Schimmelfarbe

Etwas komplizierter ist es bei Camembert: Seine weiße Rinde ist gewollter Edelschimmel und unbedenklich. Problematisch wird es erst bei zusätzlichem Schimmel, erkennbar an grünen, schwarzen oder pelzigen Stellen.

Vorsicht bei Brot und Konfitüre

Brot und Konfitüre müssen bei Schimmel immer vollständig in den Müll, da sich hier der Schimmel unsichtbar ausbreitet. Bei Säften und Getränken sind eine pelzige Schicht, Gärblasen oder ein alkoholischer Geruch klare Anzeichen für Verderb.

 

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