Die Trophäe des Zu gut für die Tonne - Bundespreises

Engagement für Lebensmittelwertschätzung

Der Bundespreis

Quelle: BMEL/Photothek

Mit dem Zu gut für die Tonne! – Bundespreis zeichnete das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) von 2016 bis 2022 sieben Mal herausragende Projekte und ihre Initiator:innen aus, die mit ihren konkreten Ideen, Pioniergeist und großem Engagement dazu beitragen, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.

Der Preis ging an Projekte aus den unterschiedlichsten Bereichen entlang der gesamten Lebensmittelversorgungskette: von Produktion und Handel bis hin zur Verarbeitung der Lebensmittel in Gastronomie und Privathaushalten. Der Wettbewerb war dabei offen für alle: Ganz gleich ob Unternehmen, Gastronomie, landwirtschaftlicher Betrieb, wissenschaftliche Einrichtung, Privatperson, NGO, Kommune oder Initiative – jede:r konnte mitmachen! Den Bundespreis erhielt je ein Projekt aus den fünf Kategorien Landwirtschaft & Produktion, Handel, Gastronomie, Gesellschaft & Bildung sowie Digitalisierung. Unter den nominierten Projekten wurden zudem Förderpreise für Projekte in der Start- oder Entwicklungsphase mit insgesamt 15.000 Euro vergeben.

Kriterien

Die Bewerbungen wurden von einer Jury anhand verschiedener Kriterien bewertet. Dabei zählten sowohl die inhaltliche Passgenauigkeit, als auch die Vorbildwirkung und mögliche Reproduzierbarkeit für andere Engagierte, als auch die bisherigen Erfolge. Die Jury interessierte sich insbesondere für innovative, kreative oder außergewöhnliche Ideen und neue Lösungsansätze. Bei Bedarf konnte ein wissenschaftlicher Expert:innebeirat hinzugezogen werden.

Jury

  • Bärbel Dieckmann, ehem. Präsidentin der Welthungerhilfe e.V., Juryvorsitzende
  • Christian Rach, Sternekoch, Moderator und Fernsehkoch
  • Cherno Jobatey, TV-Moderator und Journalist
  • Valentin Thurn, Dokumentarfilmer („Taste the Waste“), Mitbegründer von foodsharing.de
  • Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e.V.
  • Yvonne Willicks, Fernsehmoderatorin (WDR-Servicezeit und ARD-Haushaltscheck)
  • Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin Deutscher Hotel- und Gaststättenverband e.V.
  • Friederike Klasen, Kooperationsmanagerin bei Startnext GmbH (seit 2021)
  • Mitglied von 2016-2017: Prof. Dr. Dr. h. C. Mult. Klaus Töpfer, ehem. Bundesumweltminister, Juryvorsitzender 2016-2017

Gewinnerprojekte auf einen Blick

Alle Gewinner:innen, Förderpreise und Nominierten des Zu gut für die Tonne!-Bundespreises finden Sie hier. Stöbern Sie durch die kreativen Ideen und lesen Sie bei Bedarf mit einem Klick mehr über die jeweiligen Projekte.

Gewinnerprojekte Bundespreis 2022

Preisverleihung in Berlin mit Bundesminister Cem Özdemir

Der Zu gut für die Tonne!-Bundespreis wurde 2022 zum siebten und letzten Mal verliehen. Die Nominierten wurden am 28. April 2022 bekanntgegeben. Am 21. Oktober 2022 zeichnete der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Cem Özdemir, die herausragenden Gewinnerprojekte in Berlin aus. Lesen Sie hier mehr über die Gewinnerprojekte des Bundespreises 2022.

Heldenbrot - Kultimativ GmbH (Kategorie Landwirtschaft & Produktion)

In Bäckereien wandert viel Brot in die Tonne. Mit kreativen Ideen zur Weiterverarbeitung gibt das Team hinter der Marke „Heldenbrot“ ganz unterschiedlichen Brotsorten eine zweite Chance. Dafür gewannen sie den Bundespreis 2022 in der Kategorie Landwirtschaft & Produktion.

Eine Bäckerei produziert einen beträchtlichen Teil der Tagesproduktion für die Tonne. Im Sommer 2021 rief das Unternehmen Kultimativ GmbH daher die  Marke „Heldenbrot“ als Schwestermarke von „Knödelkult“ ins Leben. Das Team hat sich zum Ziel gesetzt, dieser Lebensmittelverschwendung mit kreativen Produktideen entgegenzuwirken. Während mit „Knödelkult“ – Gewinner des Bundespreises 2017 –  ausschließlich helle Weizenbrotsorten gerettet und zu Knödeln im Glas verarbeiten werden, bewahrt das Team mit dem neuen Projekt „Heldenbrot“ nun auch jede Menge Laugengebäck und bald auch Brote mit Saaten vor der Tonne. Das Unternehmen kauft übriggebliebenes Brot bei Bäckereien an und verarbeitet es zunächst zu Brotgranulat und anschließend weiter zu verschiedenen haltbaren Produkten wie Brotlingen, Keksen, Nudeln oder Flips. Auf diese Weise konnten bereits mehr als 160.000 Kilogramm Brot vor dem Wegwerfen gerettet werden.

Das „Heldenbrot“-Team betrachtet Rest-Brot als einen Rohstoff mit großem Zukunftspotential: Dank des überwiegenden Getreideanteils kann das gewonnene Brotgranulat in einer Vielzahl von Produkten zum Einsatz kommen und einen großen Teil herkömmlicher Zutaten wie zum Beispiel Mehl ersetzen. Perspektivisch möchte „Heldenbrot“ daher weitere Standorte schaffen und das Produktangebot erweitern. Neben der Herstellung von Lebensmitteln für Verbraucher:innen soll gerettetes Brot auch als Rohstoff für die Lebensmittelindustrie und Gastronomie angeboten werden. Gemeinsam mit einem Forschungsinstitut arbeitet das Team derzeit zudem an einem Verfahren, bei dem unter dem Einsatz von natürlichen Enzymen das komplette Brot – ohne die Entstehung von Reststoffen – in Sirup umgewandelt werden soll. Der so gewonnene Sirup könnte in der Back- und Lebensmittelindustrie zum Einsatz kommen und dort Zucker ersetzen.

Bei allen Produktionsschritten achtet das Unternehmen auf Nachhaltigkeit. Es produziert bewusst lang haltbare Lebensmittel, sodass die Produkte, die eine weitere Wertschöpfung erfahren haben, nicht bald darauf erneut vom Wegwerfen bedroht sind. Das gerettete Brot lässt sich das Team direkt von den Bäckereien anliefern, die den Zwischenstopp in ihre reguläre Tour einbauen, sodass beim Transport kaum zusätzliches CO2 entsteht. Um auch bei der Produktion vollständig klimaneutral zu werden, lässt das Unternehmen derzeit den eigenen CO2-Verbrauch evaluieren.

Heldenbrot im Video

Die weiteren Nominierten in der Kategorie Landwirtschaft & Produktion waren:

  • Gärtnerei Böck GmbH & Co. KG: Genussvoll gerettet – nachhaltige und plastikarme Produktion und Verarbeitung von angebautem Gemüse (Neufarn, Bayern)
  • Vivien Höhne, Alida Stevens, Ruweida Youssef und Silke Sorge: Tresties – süße Snacks, die hauptsächlich aus Trestern bestehen (Pressrückstände der Saft- und Konfitürenherstellung) bestehen (Dresden, Sachsen)
Marktschwärmer Deutschland - Equanum GmbH (Kategorie Handel)

Über die Plattform Marktschwärmer bieten regionale Erzeuger:innen saisonale Lebensmittel an. Kund:innen können den vorbestellten Einkauf wöchentlich in sogenannten Schwärmereien abholen.

Marktschwärmer setzt sich seit 2014 in Deutschland für die faire Direktvermarktung regionaler hochwertiger Lebensmittel ein. Mit einem dezentral organisierten Netzwerk sorgt Marktschwärmer dafür, dass lokalen Bestellgemeinschaften, sogenannte Schwärmereien, im ganzen Land entstehen und sich völlig selbstständig entwickeln können. Das Konzept verbindet einen transparenten Online-Verkauf mit der persönlichen Atmosphäre eines Bauernmarktes. Auf marktschwaermer.de stellen die Erzeuger:innen saisonale Angebote bei ihren Schwärmereien ein. Kund:innen bestellen über die Plattform oder per App ihren Wocheneinkauf. Ihre Bestellung holen sie dann einmal pro Woche in ihrer Nachbarschaft ab. Alle Lebensmittel werden regional und frisch geerntet oder produziert, direkt geliefert und brauchen somit weder lange Wege bis zu den Endverbraucher:innen, noch haben sie lange Lagerzeiten. Da die Bestellungen bereits zwei Tage vor Abholung abgeschickt werden müssen, kommt es gar nicht erst zu einer Lieferung von überschüssigen Lebensmitteln. Es werden folglich nur Produkte mitgenommen, für die es auch Abnehmer:innen gibt, wodurch der Lebensmittelverschwendung schon vor der Produktion entgegenwirken lässt. Außerdem: Transparenz und Austausch stehen im Fokus. Die Erzeuger:innen sind beim Abholen in der Schwärmerei vor Ort, um ihre Ware zu übergeben und den Kund:innen gegenüber Fragen zu beantworten.

Mit ihrem Ansatz möchte die Initiative Marktschwärmer Deutschland über die Themen Saisonalität, Regionalität und Ressourcenaufwand bei der Lebensmittelproduktion informieren und zugleich für mehr Lebensmittelwertschätzung sensibilisieren. Ziel der Marktschwärmer ist, die lokale Wirtschaft über die Wertschöpfung von guten regionalen Produkten zu fördern. Die Initiative möchte flächendeckend einen direkten Zugang zu regionalen Lebensmitteln sowie eine faire Bezahlung der Erzeuger:innen ermöglichen. Eine seit Gründung stetig wachsende Mitgliederzahl bestätigt den Erfolg des Konzepts. Zukünftig sollen weitere Schwärmereien eröffnet werden.

Die Marktschwärmer Deutschland - Equanum GmbH im Video

Die weiteren Nominierten in der Kategorie Handel waren:

  • Rettermarkt Rettich – Lebensmitteleinzelhandel mit ausschließlich geretteten Lebensmitteln (Saarbrücken, Saarland)
  • WE Fresh GmbH/OBST-VERBINDET – Zusammenstellung und Vertrieb von Obst-, Gemüse- und Mixkisten mit geretteten Lebensmitteln (Bielefeld, Nordrhein-Westfalen)
Community Kitchen Food GmbH (Kategorie Gastronomie)

Die Community Kitchen Food GmbH eröffnet in München die erste Community Kitchen Deutschlands. Montags bis freitags und sonntags werden hier frische Mahlzeiten aus geretteten Lebensmitteln angeboten.

Das Team der von Günes Seyfarth ins Leben gerufenen Community Kitchen rettet Lebensmittel – unter anderem vom Großmarkt – die ansonsten im Müll gelandet wären, prüft ihre Verzehrfähigkeit und verarbeitet sie zu kreativen warmen und kalten Mahlzeiten weiter. Verkauft werden die Mahlzeiten in den Räumlichkeiten eines ehemaligen Bürogebäudes im Münchner Stadtteil Neuperlach, die zu einer gemütlichen Kantine inklusive eines 1.000 Quadratmeter großen Gemeinschaftsraums umfunktioniert wurden. Dabei ist jede:r zum Essen und Verweilen eingeladen.

Die Ziele der Community Kitchen Food GmbH: Lebensmittelverschwendung verringern und so maßgeblich zum Klimaschutz beitragen, ein Bewusstsein für die Thematik in der Öffentlichkeit schaffen, Bedürftigen Mahlzeiten ermöglichen und Menschen zusammenbringen. In der Kantinenküche kann das engagierte Team, welches aus zwölf festen Mitarbeiter:innen und bis zu 50 Freiwilligen besteht,  mehrere Tonnen gerettete Lebensmittel pro Tag verarbeiten. Neben der Kantine bietet die Community Kitchen Catering für Kitas, Schulen und Unternehmen sowie kostenlose Mahlzeiten auf Spendenbasis für Bedürftige, einen Essensverteiler und eine Mitmachküche an. In letzterer gibt es die Möglichkeit, Veranstaltungen zum Thema Lebensmittelverschwendung zu organisieren und somit die Bildungsaktivitäten in diesem Bereich zu verstärken. Zukünftig soll es außerdem frische Pausenbrote für Schulkinder sowie Eingemachtes im Glas als eigene Produktlinie für den Einzelhandel geben.

Die Community Kitchen Food GmbH im Video

Die weiteren Nominierten in der Kategorie Gastronomie waren:

  • GastroHilft gUG: GastroHilft – Verwertung und Weitergabe von geretteten Lebensmitteln u.a. durch einen Fairteiler und Angebot von zubereiteten Mahlzeiten an wohnungslose Menschen (Halberstadt, Sachsen)
  • Vistro Hamburg: MittagsMahlAnders – Mittagstisch mit Speisen aus geretteten Lebensmitteln (Hamburg)
Lebensmittel WERTschätzen in der Schule (Kategorie Gesellschaft & Bildung)

Die gemeinnützige Bildungsinitiative WERTvoll macht Schule stellt Lehrkräften Unterrichtsmaterial rund um das Themenfeld Lebensmittelwertschätzung kostenlos zur Verfügung.

WERTvoll macht Schule hat es sich zur Aufgabe gemacht, wichtige Themen des Alltags direkt in die Schule zu bringen – einfach und effektiv: Erfahrene Lehrkräfte bereiten die Themen lehrplankonform auf und stellen diese über die digitale Plattform www.unterrichtsmaterial.digital für Pädagog:innen kostenlos und werbefrei zur Verfügung. Ein zentrales Thema ist dabei neben der Wertebildung und Sozialem Lernen auch das Thema Nachhaltigkeit.

Eine aktuelle Unterrichtseinheit beschäftigt sich mit dem Wert und der Wertschätzung von Lebensmitteln. Die Unterrichtsmaterialien vermitteln den sechs- bis zwölfjährigen Schüler:innen grundlegendes Wissen und konkrete Umsetzungsmöglichkeiten in punkto Lebensmittelwertschätzung. Zugleich ermöglichen sie den Lernenden eine Reflektion des eigenen Verhaltens im Umgang mit Lebensmitteln. Die Schüler:innen lernen beispielsweise den Unterschied zwischen einem Mindesthaltbarkeits- und einem Verbrauchsdatum kennen oder erfahren, wie sie bestimmte Lebensmittel richtig lagern. Sie setzen sich darüber hinaus mit ihren eigenen Angewohnheiten auseinander, beobachten, was und vor allem wie viel sie wegwerfen und bekommen Tipps und Tricks an die Hand, wie sie zukünftig weniger Lebensmittel verschwenden können. Die erlernten Kompetenzen können die Schüler:innen direkt in ihrem Alltag umsetzen und so im besten Fall auch Familie oder Freunde inspirieren, sodass ein Multiplikatoreffekt entsteht.

Derzeit nehmen knapp 1800 Pädagog:innen am Unterrichtsprogramm teil. Perspektivisch möchte WERTvoll macht Schule noch mehr Lehrkräfte erreichen und dementsprechend noch stärker in die Außenkommunikation investieren. Außerdem sollen weitere Unterrichtseinheiten konzipiert und vervielfacht werden, beispielsweise zu den Themen Bio und Regionalität sowie Lebensmittelrettung und -verwertung.

WERTvoll macht Schule im Video

Die weiteren Nominierten in der Kategorie Gesellschaft & Bildung waren:

  • Aktion Brücke e. V.: Obdachlosenhilfe – Versorgung von wohnungslosen Menschen mit warmen Mahlzeiten aus geretteten Lebensmitteln (Germering, Bayern)
  • Heimat- und Kulturverein Deinsen e. V.: Mosten fürs Dorf – gemeinsames Mosten mit KITA, Dorfbewohnern und Dorfbewohnerinnen und Vereinen für mehr Lebensmittelwertschätzung (Deinsen, Niedersachsen)
  • Real Junk Food Project Berlin e. V.: Real Junk Food Project Berlin – offene Buffets und Workshops gegen Verschwendung und für mehr Lebensmittelwertschätzung (Berlin)
  • Rheinische Lebensmittelretter e. V.: Fair-Teiler Steinenbrück – Fairteiler für gerettete Lebensmittel (Steinenbrück, Nordrhein-Westfalen)
Friedhold GmbH (Kategorie Digitalisierung)

Die Friedhold GmbH ermöglicht Landwirt:innen einen eigenen digitalen Hofladen einzurichten. Der so organisierte Vorverkauf bewahrt wertvolle Lebensmittel, insbesondere Fleisch, vor der Tonne.

Das im Sommer 2020 gegründete Start-up Friedhold möchte die restefreie Direktvermarktung, den regionalen Einkauf bei Verbraucher:innen sowie die faire Bezahlung und Wertschätzung von Landwirt:innen fördern. Das vierköpfige Team ermöglicht es landwirtschaftlichen Betrieben aus dem deutschsprachigen Raum unkompliziert einen digitalen Hofladen zu errichten, um darüber Produkte wie Fleisch oder Gemüse ganzheitlich zu verkaufen – bevor die Tiere geschlachtet werden und das Gemüse geerntet wird. Die Friedhold GmbH stellt die Software und die notwendige digitale Infrastruktur zur Verfügung, um den gewünschten Internetauftritt möglichst einfach, schnell und ansprechend einrichten zu können. Über 300 Betriebe nutzen das Angebot bereits und beliefern auf diese Weise mehrere Tausend Kund:innen.

Verkauft und geliefert wird das Fleisch erst, wenn auch alle Bestandteile verkauft wurden. Weil die Verbraucher:innen dadurch nicht zu jeder Zeit Fleisch bekommen können, erleben sie den Konsum wieder als etwas Besonderes. Die Wertschätzung für das Lebensmittel steigt und es fällt schwerer, etwas wegzuwerfen. Auch bei den Erzeuger:innen entstehen so weniger Abfälle, da sie insbesondere Tiere ganzheitlich verkauft bekommen und es für sie leichter ist, als im regulären Einzelhandel Abnehmer:innen für eher  weniger beliebte Teile, wie beispielsweise die Innereien oder Knochen, zu finden. Auf diese Weise können sie vermeiden, dass derartige Abfälle überhaupt entstehen. Durch Ausklammern des Zwischenhandels erzielen die Produzierenden zudem einen wesentlich höheren Umsatz. Ein schöner Nebeneffekt: Durch die gute zeitliche Abstimmung zwischen Lieferung und Schlachtung beziehungsweise Ernte können die Landwirt:innen auch Kühlkosten für die Zwischenlagerung sparen. In Zukunft möchte die Friedhold GmbH weitere Landwirt:innen für ihr Modell gewinnen.

Die Friedhold GmbH im Video

Weiterhin nominiert in der Kategorie Digitalisierung war:

  • Foodforecast Technologies GmbH: KI für Nachhaltigkeit – Reduktion von Lebensmittelabfällen durch KI basierte Verkaufsprognosen (Köln, Nordrhein-Westfalen)
Förderpreise 2022

Obdachlosenhilfe - Aktion Brücke e.V.: Der Verein rettet Lebensmittel und spendet diese an Bedürftige. Die Ehrenamtlichen kochen dabei etwa 200 Liter Eintopf pro Woche.

Fair-Teiler Steinenbrück - Rheinische Lebensmittelretter e.V.: Mit dem „Fair-Teiler Steinenbrück“ in Overath ergänzt der Verein das Angebot der lokalen Tafeln und rettet pro Woche rund 40.000 Liter Lebensmittel.

Rettermarkt Rettich: Ob aussortierte Ernten, Backwaren vom Vortag oder Überschussproduktionen – der Rettermarkt bietet Lebensmittel, die woanders in der Tonne gelandet wären, zu kleinen Preisen an.

Quelle: BMEL/Photothek
Preisverleihung 2022 Quelle: BMEL/Photothek

Gewinnerprojekte Bundespreis 2021

Lebensmittel retten, Klima schützen

Der Bundespreis 2021 stand unter dem Motto "Lebensmittel retten, Klima schützen". Denn wie wir mit unserem Essen umgehen, wirkt sich auf unser Klima aus. Vorbildliche konkrete Projekte zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung können einen wertvollen Beitrag leisten – und genau diese wurden in 2021 mit dem Zu gut für die Tonne!-Bundespreis ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand am 20. Mai 2021 in einem Livestream-Event statt.

Rettergut - Dörrwerk GmbH (Kategorie Landwirtschaft & Produktion)

Rettergut zaubert aus geretteten Lebensmitteln haltbare Produkte wie Suppen, Aufstriche, Nudeln, Schokolade oder Getränke – oft in Bioqualität, meist vegan, immer vegetarisch. Ein Teil des Umsatzes fließt zudem in Projekte zur Förderung der Wertschätzung von Lebensmitteln.

Rettergut setzt da an, wo andere aussortieren: Das elfköpfige Team spürt Lebensmittel auf, die keine Verwendung mehr finden, entwickelt Produkte aus den Lebens-mitteln und bringt sie in den stationären Handel und in den eigenen Onlineshop. Der größte Erfolg bisher: 100.000 Kilogramm geretteter Lebensmittel innerhalb von zwölf Monaten. Erklärtes Ziel ist es, die Menge bis Ende 2021 zu verdreifachen.
Angefangen haben sie bei der Dörrwerk GmbH 2014 mit der Rettung von Früchten, mittlerweile ist die Produktpalette stark gewachsen. Dabei setzt das Unternehmen auf die Expertise von Partnerinnen und Partnern, bei denen die Produkte gefertigt werden.
In Zukunft will Rettergut Lebensmittelwertschätzung noch stärker in den Vordergrund rücken. Das bedeutet einerseits, möglichst alles zu retten, was es zu retten gibt. Andererseits möchten sie helfen, Lebens mittelverschwendung entlang der gesamten Lebensmittelversorgungskette zu vermeiden. Dazu gehört auch, Kinder und Jugendliche gemeinsam mit ihrer Partnerin, der Gemüse-Ackerdemie, weiterzubilden und ihnen zu zeigen, wie viel Arbeit im Anbau von Obst und Gemüse steckt – egal ob krumm oder gerade.

Rettergut im Video

Die weiteren Nominierten in der Kategorie Landwirtschaft und Produktion waren:

  • Beetgold GmbH für ihre „Vollgemüse Tortillas aus Gemüsetrester“ (Heimenkirch, Bayern)
  • Fischerei Schröder: „Saure Bratbrasse statt Beifang für die Tonne“ (Havelaue, Brandenburg)
  • Landwirtschaftliche Direktvermarktung Jung mit ihrem Projekt „Immer eine gute Suppe“ und der Verwertung von Althennen z.B. als Suppenhühner (Fronhausen, Hessen)
Eigenmarkenkonzept gegen Lebensmittelverschwendung - Veggie Specials (Kategorie Handel)

Veggie Specials rettet Lebensmittel und bietet Sonderposten hochwertiger Bio- und Veganprodukte im eigenen Onlineshop zu niedrigeren Preisen an. In diesem Jahr starten sie zusätzlich einen ersten Lehr-Schulgarten mit einer örtlichen Grundschule.

Seit 2017 nutzt das Team des Start-ups Veggie Specials die eigene Vernetzung innerhalb der europäischen Biobranche dazu, vegane Biolebensmittel zu retten und diese sehr günstig anzubieten. Damit schließt es die Lücke zwischen Verbraucherinnen und Verbrauchern, die auf der Suche nach günstigen, aber hochwertigen veganen Bioprodukten sind, und Herstellern, die ihre Produkte sinnvoll weiterverkaufen wollen, anstatt sie entsorgen zu müssen.
Unter den Eigenmarken „Tofu Mama“, „Saitan“ und „Foodicorn“ etikettiert das Unternehmen Produkte um, die beispielsweise ein fehlerhaftes Etikett oder einen Produktionsfehler haben, und kann auf diese Weise große Mengen an Lebensmitteln vor der Tonne retten.
Veggie Specials möchte in Zukunft die Kooperationen auf weitere Hersteller ausdehnen, um noch mehr vegane Bioprodukte retten sowie weitere Marken entwickeln zu können. 2021 starten sie zusätzlich einen Lehr-Schulgarten, in dem sie Kindern die Möglichkeit geben, Lebensmittel selbst zu produzieren und dadurch mehr wertzuschätzen.

Veggie Specials im Video

Die weiteren Nominierten in der Kategorie Handel waren:

  • Bäckerei Bergmann & Sohn GmbH: „Gute Backwaren von gestern – Yesternday“ (Frömmstedt, Thüringen)
  • Picnic GmbH, die mit ihrem Online-Supermarkt „Zero Waste Supply Chain” ermöglichen – indem sie mit intelligenter IT und Logistik die Bestellungen der Kunden passgenau mit der Bereitstellung durch die Anbieter abstimmen und die Vermarktung regionaler Produkte fördern (Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen)
Mitarbeiter-Resteessen des 1. FC Heidenheim 1846 e. V. (Kategorie Gastronomie)

Der 1. FC Heidenheim 1846 veranstaltet regelmäßig Resteessen für die festangestellten Mitarbeitenden, bei dem übrig gebliebenes Essen vom Catering an Heimspieltagen verzehrt wird.

Im regulären Spielbetrieb begrüßt der 1. FC Heidenheim 1846 etwa 2.000 Zuschauerinnen und Zuschauer im Sparkassen BusinessClub (alternativ BusinessClub), die sich während der Spiele an einem reichhaltigen Buffet bedienen dürfen. Am Ende des Tages bleiben häufig größere Mengen an Speisen übrig. Um diese nach den Spieltagen nicht wegwerfen zu müssen, hat der Verein das Mitarbeiter-Resteessen ins Leben gerufen: Montags nach Heimspieltagen mit Publikum treffen sich alle Mitarbeitenden zu einer gemeinsamen Mittagspause, um die Reste vom Buffet des Spieltags zu verzehren. Für einen kleinen Unkostenbeitrag dürfen sie sich am Buffet bedienen – solange der Vorrat reicht, denn es werden keine Speisen zusätzlich zubereitet. Ziel der Aktion ist es, die Abfallmenge im Bereich Arena-Catering nach Heimspieltagen merklich zu reduzieren und darüber hinaus ein gemeinsames Erlebnis für das „Team hinter dem Team“ zu ermöglichen. Beides gelingt dem Verein bislang gut, denn die Mitarbeitenden nehmen das Angebot gerne an und die weggeworfenen Speisereste werden merklich weniger.
Im Rahmen seines gesellschaftlichen Engagements will der Verein seine Projekte zur Rettung von Lebensmitteln zukünftig noch weiter ausbauen.

1. FC Heidenheim im Video

Die weiteren Nominierten in der Kategorie Gastronomie waren:

  • Unverpackt-Laden „Frau Lose“: verwertet in seinem Restaurant „Fabulose“ noch genießbare Lebensmittel, die sonst in der Tonne gelandet wären (Dortmund, Nordrhein-Westfalen)
  • Initiative GastroHilft für das Projekt „GastroHilft“, das hilfebedürftige Menschen mit geretteten Lebensmitteln versorgt und warme Mahlzeiten für Wohnungslose anbietet (Halberstadt, Sachsen-Anhalt)
Re.lics (Kategorie Gesellschaft & Bildung)

Die Schwestern Georgia von le Fort & Louisa Wahler haben kühlende Gefäße aus recyceltem Porzellan entwickelt, in denen Obst und Gemüse durch einen natürlichen Kühleffekt optimal temperiert lagern und dadurch länger frisch bleiben.

Die Mission hinter dem innovativen Projekt Re.lics ist es, Abfälle zu reduzieren. Die besondere Beschaffenheit des Materials sorgt für optimale Lagerbedingungen für Obst und Gemüse, indem das Phänomen der Verdunstungskälte genutzt wird. Aufgrund der besonderen Formgebung bieten die Gefäße optimale Klimabedingungen, die einen frühzeitigen Verderb verhindern und somit Lebensmittel vor der Tonne bewahren.
Re.lics bietet einer Vielzahl von Obst- und Gemüsesorten bessere Lagerbedingungen als die herkömmliche Obstschale oder der Kühlschrank. Anwenderinnen und Anwender könnten rund ein Drittel ihrer Lebensmittelabfälle im Bereich Obst und Gemüse einsparen, schätzen die Produzentinnen. Re.lics trägt zusätzlich durch den Einsatz des recycelten Materials, das besonders ökologisch
hergestellt wird, zum Ressourcenschutz bei.
Im Dezember 2020 wurden die beiden Frauen als Stipendiatinnen für das Berliner Start-up-Stipendium vom Europäischen Sozialfonds ausgewählt. Durch die damit verbundene Finanzierung über ein Jahr können die beiden nun das Material und ihren Prototypen weiterentwickeln und hoffen auf noch mehr Aufmerksamkeit für ihr innovatives Projekt.

Re.lics im Video

Die weiteren Nominierten in der Kategorie Gesellschaft und Bildung waren:

  • Essen für Alle (EfA): eine Initiative von ehrenamtlichen Helfern, die noch genießbare Lebensmittel sammelt, verteilt und verarbeitet sowie mit ihren Kochkursen die Wertschätzung für Lebensmittel erhöht (Groß-Gerau, Hessen)
  • gelbetomaten e. V.: für „Kochen&Erleben@school“, das Grundschüler an gesunde, nachhaltige Ernährung heranführt und für das Thema Lebensmittelverschwendung sensibilisiert (Horburg, Niedersachsen)
Online Clearance- Sales Shop - Danone GmbH (Kategorie Digitalisierung)

Danone bietet über Clearance-Sales – also Ausverkäufe – im neu entwickelten Onlineshop bestimmten Großkunden Produkte aus der eigenen Produktion mit einer geringen Mindestrestfrische zu Sonderkonditionen an und bewahrt dadurch noch genießbare Lebensmittel vor der Tonne.

Um die Qualität der Produkte garantieren zu können, verlangt der Handel für die Belieferung eine Mindestrestfrische. Produkte, die eine solche Mindestrestfrische nicht mehr bieten, können über sogenannte Clearance- Verkäufe vor dem Abfall bewahrt werden.
Bereits im Jahr 2019 konnte über derartige Ausverkäufe an Großkunden eine große Menge an Danone-Produkten vor der Vernichtung bewahrt werden. Die Einführung des von einem achtköpfi gen Team entwickelten Onlineshops im Juni 2020 hat dafür gesorgt, dass die Abnahme der Lebensmittel für alle Beteiligten erheblich vereinfacht wurde. Durch die auf diese Weise vereinfachte Bestellabwicklung gelang es Danone, sowohl Bestandskunden zu aktivieren als auch neue Kundinnen und Kunden zu gewinnen. Mittlerweile können jährlich über den Shop 1.000 Tonnen Lebensmittel gerettet werden – etwa 30 Prozent mehr als vorher ohne den Shop.
In Zukunft soll das Portal für weitere Produkte der Danone-Tochtergesellschaften geöffnet, zusätzliche Kundinnen und Kunden sollen angesprochen und weitere Länder bei der Einführung einer vergleichbaren Plattform unterstützt werden. Außerdem hat sich das Unternehmen das Ziel gesetzt, bis 2025 Lebensmittelabfälle im eigenen Aktionsradius um 50 Prozent zu reduzieren.

Danone im Video

Die weiteren Nominierten in der Kategorie Digitalisierung waren:

  • Direkt vom Beet e. V. vernetzt Gärtner und Städter virtuell, damit Gartenfrüchte nicht im Müll und Kompost landen, sondern verwertet werden (Chemnitz, Sachsen)
  • SPRK.global GmbH: für eine innovative Distributions-Plattform, die überschüssige, aber noch einwandfreie Produkte aus einem Unternehmen zur weiteren Verwendung an andere Abnehmer vermittelt (Berlin)
Förderpreise 2021

Direktvermarktung Margit Jung: Die Landwirtin Margit Jung verarbeitet Althennen aus kleinen Tierbeständen. Damit unterstützt sie landwirtschaftliche Betriebe, ihre älteren Tiere zu vermarkten, anstatt sie entsorgen zu müssen.

Initiative GastroHilft: GastroHilft ist eine Initiative, die übrig gebliebene Lebensmittel aus Supermärkten, Restaurants oder Privathaushalten rettet und an bedürftige Menschen abgibt. Zusätzlich bietet das Team täglich selbst zubereitete warme Mahlzeiten für Wohnungslose an und versorgt Geflüchtete.

Fischerei Schröder: In der Fischerei Schröder gibt es Brasse zu kaufen, einen wenig bekannten und von vielen unterschätzten regionalen Fisch, der oft als Beifang entsorgt wird. Die Brasse lässt sich auf verschiedenste Weise schmackhaft zubereiten und ist in der Fischerei mittlerweile der Renner bei den Kundinnen und Kunden.

Quelle: BMEL/Photothek
Preisverleihung 2021 Quelle: BMEL/Photothek

Gewinnerprojekte Bundespreis 2020

Digitale Preisverleihung

Aufgrund der COVID-19-Pandemie wurde der Bundespreis am 28. Mai 2020 über die Social Media Kanäle verliehen. Insgesamt 131 Ideen wurden in diesem Jahr eingereicht. Lesen Sie hier mehr über die Gewinnerprojekte.

Gelbes Band (Kategorie Landwirtschaft & Produktion)

Mit dem Ernteprojekt „Gelbes Band“ unterstützt der Landkreis die Bewirtschaftung von Streuobstwiesen. Ein gelbes Band am Stamm signalisiert: Dieser Baum darf gratis und ohne Rücksprache abgeerntet werden.

Jahr für Jahr verrotten in der Erntesaison viele Kilogramm Obst auf Streuobstwiesen – oft sind Verunsicherung und Halbwissen im Umgang mit den Flächen der Grund. Die Obst- und Gartenbauberatung des Landkreis Esslingen berät Bürgerinnen und Bürger aus 36 Städten und Gemeinden bei Fragen rund um Obst-, Garten- und Streuobstbau sowie Naturschutz. Überdies sensibilisiert der Landkreis die Bevölkerung mit verschiedenen Veranstaltungen, Führungen und Fortbildungen für diese Themen. Gezielt unterstützt das Projekt „Gelbes Band“ die Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter von Streuobstwiesen.

Wer selbst eine Streuobstwiese bewirtschaftet, aber während der Obstsaison nicht mit der Ernte der vielen Früchte hinterherkommt, markiert den Ertrag seiner Bäume mit dem „Gelben Band“ als Allgemeingut. So wissen Bürgerinnen und Bürger jederzeit, wo sie ohne Rücksprache ernten dürfen. Das „Gelbe Band“ lädt dazu ein, Obst zu ernten und sorgt dafür, dass weniger Obst ungenutzt auf den Wiesen verdirbt.

Gelbes Band im Video

Weiterhin nominiert in der Kategorie Landwirtschaft & Produktion war:

  • veggie-specials by veggielutions für „Tofu Mama und Saitan – B – Warenmarken gegen Lebensmittelverschwendung“ (Köln, Nordrhein-Westfalen)
EasyFill GmbH (Kategorie Handel)

Die EasyFill GmbH entwickelt, produziert und vertreibt Regalsysteme mit einem sogenannten „First-In-First-Out-Abverkaufs-Prinzip“: Das sorgt dafür, dass zuerst die Produkte mit der kürzesten Mindesthaltbarkeit verkauft werden.

Häufig kaufen Kundinnen und Kunden in Supermärkten ganz bewusst die Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum noch in weiter Ferne liegt. Das führt dazu, dass andere Produkte, die eigentlich dringender verbraucht werden müssten, im Regal bleiben und schließlich in der Tonne landen. Die EasyFill GmbH sorgt mit ihrem „First-In-First-Out-Abverkaufs-Prinzip“ (FIFO) dafür, dass zuerst gekauft wird, was ein früheres Mindesthaltbarkeitsdatum hat.

Die Grundidee für das innovative Regalsystem stammt aus Schweden. Hier nutzen Supermärkte schon seit Jahren in der Getränkekühlung drehbare Lagersysteme, die nach dem FIFO-Prinzip arbeiten: Zimmerwarme Getränke werden im hinteren Bereich der Kühlschränke nachgefüllt, um diese später kalt verkaufen zu können.
Diese Idee hat EasyFill von Getränken auf Lebensmittel übertragen, vor allem für diese mit einem kurzen Mindesthaltbarkeitsdatum: Was bald abläuft, steht im Regal ganz vorne. Erst wenn diese Produkte verkauft sind, rücken solche mit späterem MHD nach. Die Hoffnung des Unternehmens ist, dass der Einzelhandel in Deutschland bald flächendeckend nach dem FIFO-Prinzip arbeitet und damit große Mengen von Lebensmittelabfällen im Handel reduziert werden.

EasyFill GmbH im Video

Die weiteren Nominierten in der Kategorie Handel waren:

  • Freudenberg Performance Materials SE & Co. KG für „Evolon – the food bag“ (Kaiserlautern, Rheinland-Pfalz)
  • Höme - Für Festivals GbR für „Nachhaltiger Bestellsupermarkt für die Festivallandschaft“ (Berlin)
Foodversity (Kategorie Gastronomie)

Mit „Foodversity“ unterstützt das Unternehmen MAN Energy Solutions seine Betriebsgastronomie an den verschiedenen Standorten gezielt bei der Vermeidung von Lebensmittelabfällen und Verpackungsmüll und macht die Initiativen sichtbarer.

Bereits seit Jahren engagieren sich die Beschäftigten in der Betriebsgastronomie bei MAN Energy Solutions intensiv für Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Das Projekt „Foodversity“ führte die unterschiedlichen Firmeninitiativen 2019 zusammen. Ein zweiköpfiges Koordinierungsteam unterstützt seitdem die unternehmensweite Gastronomie bei der Vermeidung von Lebensmittelabfällen und auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Praxis.

Jeden Freitag verarbeiten die Köchinnen und Köche des Betriebs standortübergreifend einen Teil der Überproduktion zu einem erfolgreichen Foodsaving-Buffet. Den anderen Teil spendet das Unternehmen mehrmals pro Woche an die örtlichen Wärmestuben und hilft damit Obdachlosen. Durch eine optimierte Einkaufs- und Kochplanung sowie das Angebot verschiedener Portionsgrößen haben Gäste zudem die Möglichkeit, ihre Mahlzeiten nach eigenem Appetit zu wählen, wodurch deutlich weniger Lebensmittelabfall entsteht. Innerhalb eines Jahres konnte das Foodsaving-Buffet die Menge der weggeworfenen Speisereste halbieren. In Zukunft will MAN Energy Solutions externe Dienstleister wie zum Beispiel Zulieferer noch stärker einbinden und sie motivieren, gemeinsam Lebensmittelverschwendung und Plastikmüll noch effektiver zu reduzieren. Zudem will das Unternehmen zunehmend krummes Gemüse verwerten und im Bereich der Fleischverarbeitung die Verwertung von ganzen Tieren nach dem „Nose-to-Tail-Prinzip“ fördern.

Foodversity im Video

Die weiteren Nominierten in der Kategorie Gastronomie waren:

  • MitarbeiterRestaurant der Landessparkasse zu Oldenburg für „Reste.Retter“ (Oldenburg, Niedersachsen)
  • Mensa IGS Sassenburg – Bio-Frischküche Stefan Gerhardt e.K. für „Ganzheitliches Schulmensakonzept – Ernährungsbildung mit regionalen Produkten“ (Sassenburg, Niedersachsen)
Mit Sinn und Verstand (Kategorie Gesellschaft & Bildung)

Im Rahmen des Projekts „Lebensmittel mit Sinn und Verstand einkaufen, verarbeiten und konsumieren“ vermittelt die Johann Heinrich August Duncker Oberschule in Rathenow mit einem engagierten Kollegium durch zahlreiche Aktivitäten die Wertschätzung von Lebensmitteln an ihre Schüler:innen.

Seit Bestehen der Oberschule setzen sich engagierte Lehrer:innen gemeinsam mit interessierten Schüler:innen mit dem Thema Lebensmittelverschwendung auseinander. Gemeinsam verarbeiten sie Lebensmittel und bereiten Buffets für Schulfeiern vor. Auch geht es darum, Schülerinnen und Schüler anzuleiten, schon beim Einkauf darauf zu achten, was und wie viele Lebensmittel sie einkaufen. Bei der Verarbeitung der Lebensmittel steht die restlose Verwertung und somit Abfallvermeidung im Vordergrund. Die zu konsumierenden Mengen müssen die Schüler:innen gut kalkulieren. Es wird darauf geachtet, dass sie konsequent mit saisonalen Lebensmitteln arbeiten. Obst und Gemüse verarbeiten sie gemeinsam zu Konserven. Bisherige Highlights des Programms waren die Ausbildung von ausgewählten Lehrer:innen zu sogenannten Genussbotschafter:innen durch die Sarah-Wiener-Stiftung sowie eine Kooperation mit dem NABU. In deren Rahmen durften Schülergruppen zur Erntezeit Fallobst sammeln und vor Ort vermosten.
In Zukunft ist das Ziel, dass die Schüler:innen über die bisherigen Aktivitäten hinaus lernen, Lebensmittel für eine gesunde Ernährung im eigenen Garten anzubauen. Die eigene Ernte in Form von Obst, Gemüse und Kräutern könnten sie dann in der Schulküche direkt verarbeiten. Mit den Mitteln aus einem der diesjährigen Förderpreise kommt die Johann Heinrich August Duncker Oberschule Rathenow der Erschließung eines entsprechenden Gartens ein Stück näher.

Das Projekt im Video

Die weiteren Nominierten in der Kategorie Gesellschaft & Bildung waren:

  • KinderLeicht e.V. für „Essen ist zum essen da – Gib’ Lebensmittelverschwendung keine Chance!“ (München, Bayern)
  • Restlos Glücklich e.V. für „Unser Essen, unser Klima – Mitmachaktionen von Restlos Glücklich“ (Berlin)
Delicious Data GmbH (Kategorie Digitalisierung)

Mensen und Cafeterien müssen Lebensmittel oft entsorgen, weil sie zu viel produzieren. Das Start-up Delicious Data hat ein Prognosesystem entwickelt, das die Anzahl benötigter Portionen vorausberechnet und dadurch die Überproduktion reduziert.

Während seiner Studienzeit beobachtete Valentin Belser, einer der Gründer von Delicious Data, dass in der Mensa seiner Universität regelmäßig auch kurz vor Ausgabeschluss noch große Mengen zubereiteter Gerichte verfügbar waren. Er begann, sich mit dem Thema Überproduktion zu beschäftigen.
Das war der Startschuss für Delicious Data und die Entwicklung eines Prognosesystems für die Hochschulverpflegung in Zusammenarbeit mit fünf Studierendenwerken.
Das System basiert auf künstlicher Intelligenz, die Erfahrungsdaten mit standortspezifischen und tagesaktuellen Faktoren zusammenbringt und daraus eine Portionsplanung errechnet. Das Pilotprojekt ist mittlerweile abgeschlossen. Weitere Mensen, Cafeterien und Studierendenwerke sind an das System angeschlossen. Delicious Data will das System kontinuierlich weiterentwickeln, um die Genauigkeit der Prognosen noch weiter zu steigern.

Delicious Data im Video

Die weiteren Nominierten in der Kategorie Digitalisierung waren:

  • senso GmbH für “Die wahre Frische und Haltbarkeit von Lebensmitteln” (Stuttgart, Baden-Württemberg)
  • Svenja Janorschke für “Meal Prep Chef” (Frankfurt am Main, Hessen)
Förderpreise 2020

Johann Heinrich August Duncker Oberschule: Im Rahmen des Projekts „Lebensmittel mit Sinn und Verstand einkaufen, verarbeiten und konsumieren“ vermittelt die Oberschule in Rathenow mit einem engagierten Kollegium durch zahlreiche Aktivitäten die Wertschätzung von Lebensmitteln an ihre Schüler:innen.

Gib‘ Lebensmittelverschwendung keine Chance! - KinderLeicht e. V.: Der Verein sensibilisiert Heranwachsende mit Workshops für das Thema Lebensmittelverschwendung.

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Zu gut für die Tonne! - Bundespreis 2020 - die VerleihungQuelle: BMEL

Gewinnerprojekte Bundespreis 2019

Preisverleihung in Berlin mit Bundesministerin Julia Klöckner

Am 3. April 2019 kürte die damalige Bundesernährungsministerin Julia Klöckner die Gewinner:innen des Zu gut für die Tonne!-Bundespreises 2019. Insgesamt durften sich acht Teilnehmende über eine Auszeichnung freuen. Zu den vier bestehenden Kategorien kam eine weitere dazu: die Digitalisierung. Lesen Sie hier mehr über die Gewinnerprojekte.

ShoutOutLoud e.V. (Kategorie Landwirtschaft & Produktion)

Bier aus Brotresten? Beim Frankfurter Verein ShoutOutLoud e.V. ist diese Idee Wirklichkeit geworden. Aus Broten, die am Ende des Tages nicht verkauft wurden, entsteht das regionale Brotbier „Knärzje“.

Brot gehört zu den Lebensmitteln, die nach Obst und Gemüse am häufigsten weggeworfen werden. Dabei ist altbackenes Brot noch vielseitig verwendbar. Zum Beispiel zum Bierbrauen. Der Verein ShoutOutLoud e.V.(Frankfurt, Hessen) engagiert sich seit vielen Jahren gegen Lebensmittelverschwendung und hatte 2018 die Idee für das regionale Brotbier. Hergestellt wird es in Kooperation mit den Frankfurter Brauereien Brewids Getränkespezialitäten und BrauStil.

Der Clou: Übriggebliebenes Brot von einem Biobäcker, das sonst in der Tonne gelandet wäre, ersetzt ein Drittel des Malzes, das normalerweise für den Brauprozess benötigt wird. Das Brotbier ist das Ergebnis mehrerer Experimente mit unterschiedlichen Brotsorten und Rezepturen. Und wie es sich für ein regionales Produkt gehört, trägt es einen hessischen Namen: „Knärzje“.So nennt man in Hessen das Endstück des Brotes. Bisher ist das Brotbier das erste seiner Art in Deutschland.

ShoutOutLoud im Video

Die weiteren Nominierten in der Kategorie Landwirtschaft & Produktion waren:

  • veggiespecials: Tofu Mama
  • Netzwerk UNSER LAND GmbH: BIO Suppen
Penny Markt GmbH (Kategorie Handel)

Der Bundespreis 2019 in der Kategorie Handel ging an die Penny Markt GmbH für die Projekte „Kostbares retten“ und „Naturgut Bio-Helden“. Durch die Projekte finden auch optisch nicht perfektes Obst und Gemüse ein Zuhause und durch Hinweise auf Penny-Molkereiprodukte wird deutlich: Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Wegwerfdatum.

Kleinwüchsige Tomaten, grünliche Zitronen oder krumme Möhren: Seit 2016 kommt bei PENNY (Köln, Nordrhein-Westfalen) auch Bio-Obst und -Gemüse mit Schönheitsfehlern ins Regal. Unter der Eigenmarke Naturgut Bio-Helden vermarktet der Discounter deutschlandweit optisch nicht perfektes Obst und Gemüse. Davon profitieren Kundinnen und Kunden sowie Erzeugerinnen und Erzeuger gleichermaßen. Bei den Kundinnen und Kunden steigt die Wertschätzung von Lebensmitteln, da sie erfahren, dass Obst und Gemüse nicht perfekt aussehen müssen, um gut zu schmecken. Erzeugerinnen und Erzeuger können mehr Ware in Bio-Qualität zu angemessenen Preisen vermarkten und gleichzeitig sinkt der Sortieraufwand.

Die Bio-Helden sind inzwischen so beliebt, dass PENNY das Angebot von 13 auf – je nach Saison– bis zu 21 Artikel erhöht hat. Seit 2018 sind zudem die Naturgut Junior-Helden im Angebot. Diese stammen von Bauernhöfen, die beim Obstanbau auf ökologischen Landbau umgestiegen sind und einen angemessenen Aufpreis für ihre Umstellungsware erhalten. Wer die Junior-Helden kauft, unterstützt auch die Ausweitung der Bio-Anbauflächen.

Auch die Verpackungen der Molkereiprodukte der PENNY-Eigenmarke haben sich verändert: Sie sind mit einem deutlichen Hinweis versehen, dass sie womöglich nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch verzehrt werden können. Die Verbraucherinnen und Verbraucher werden mit dem Hinweis: „Riechen. Probieren. Genießen.“ ermuntert, ihren eigenen Sinnen zu trauen, damit kostbare Lebensmittel nicht vorschnell entsorgt werden. Die Kampagne „Kostbares retten“ startet mit sieben Produkten – darunter Milch, Joghurt, Sahne und Butter; weitere sollen folgen.

Penny Markt im Video

Die weiteren Nominierten in der Kategorie Handel waren:

  • ALDI SÜD Dienstleistungs-GmbH & Co. oHG: MHD-Hinweis auf Milchpackungen
  • EDEKA Max Dirnberger e. K.: Lebensmittel Fair-Teiler
Cassius Garten GmbH (Kategorie Gastronomie)

Die richtigen Mengen einkaufen, nach Bedarf kochen, alle Bestandteile der Lebensmittel verwerten, nach Gewicht zahlen und am Ende des Tages möglichst alles verkaufen – das ist der nachhaltig erfolgreiche Ansatz des Restaurants Cassius Garten.

Der Cassius Garten (Bonn, Nordrhein-Westfalen) ist ein vegetarisches Vollwert-Restaurant mit eigener Konditorei und einer Selbstbedienungstheke. Das Essen der Gäste wird nach Gewicht berechnet. So kommt nur auf den Teller, was wirklich gegessen wird. Das spart eine Menge Abfall. In der Küche wird fast alles hausgemacht und alle Lebensmittel werden komplett verwertet. Getreide mahlen, Brötchen backen und Gemüse schneiden – alles liegt in einer Hand. Der Einkauf wird genau geplant, es wird täglich frisch angeliefert und aus den Resten zaubert das Küchenpersonal ein Überraschungsessen für den nächsten Tag.

In der Ausgabetheke werden nur kleine Mengen bereitgestellt und die Küche produziert bei Bedarf nach. Das Essen ist damit immer frisch und es bleibt wenig übrig. Und das, was doch übrigbleibt, wird eine Stunde vor Feierabend zu einem um 40 Prozent reduzierten Preis verkauft. In der letzten Viertelstunde startet dann die Aktion „Alles aufessen“. Die Gäste dürfen einen 1-Liter-Mitnahmebehälter mit den Speisen vom Buffet füllen und bezahlen dafür pauschal fünf Euro.

Damit schafft es der Cassius Garten, fast sein gesamtes Essensangebot an die Gäste zu bringen und nichts wegzuwerfen.

Cassius Garten im Video

Die weiteren Nominierten in der Kategorie Gastronomie waren:

  • Frischküche Stefan Gerhardt e. K.: Nachhaltiges Handeln - für Schüler und mit den Schülern
  • Studierendenwerk Ulm: Happy hour
Ackerdemia e. V. (Kategorie Gesellschaft & Bildung)

Säen, gießen, ernten – Ackerdemia e. V. bringt den Acker in die Schule und zeigt Schüler:innen was alles passieren muss, bis die Möhre auf dem Teller oder dem Supermarktregal liegt.

Ackern schafft Wissen! Unter diesem Motto sensibilisiert Ackerdemia e.V. (Potsdam, Brandenburg) Kinder dafür, woher unser Essen genau kommt und wie man es anbaut. Herzstück des Vereins ist das ganzjährige, vielfach ausgezeichnete Bildungsprogramm „GemüseAckerdemie“ für Schulen und Kitas. Kinder und Jugendliche bauen Gemüse nach ökologischen Kriterien an – auf dem eigenen Schul- oder Kitaacker oder als „GemüseKlasse“ im Unterrichtsraum. Die Kinder erleben hautnah, wie Gemüse wächst, entwickeln mehr Wertschätzung für Lebensmittel und werfen weniger weg – das belegt die jährliche Wirkungsstudie des Vereins.

Hinter Ackerdemia e.V. steht ein interdisziplinäres Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen. Die Finanzierung wird dauerhaft über ein sogenanntes Matchfunding-Modell gesichert – basierend auf einem solidarischen Eigenanteil der Bildungseinrichtungen und Mitteln von Kommunen, Stiftungen oder Unternehmen. Seit der Gründung 2014 hat die „GemüseAckerdemie“ mit mehr als 16.000 Kindern in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz geackert – Tendenz steigend: Knapp 400 Schulen und Kitas sind im Ackerjahr 2019 dabei!

Ackerdemia im Video

Die weiteren Nominierten in der Kategorie Gesellschaft & Bildung waren:

  • Berliner Tafel e. V.: KIMBA
  • Heimatverein Keppeln e. V.: Fallobst ist kein Abfall
Too Good To Go GmbH (Kategorie Digitalisierung)

Um Lebensmittelverschwendung gesamtgesellschaftlich zu bekämpfen, ist Vernetzung das A und O. Die App Too Good To Go macht das möglich und vernetzt Anbieter mit Verbraucher:innen.

Essen retten, Geld sparen und die Welt verbessern – so das Motto des internationalen Teams von Too Good To Go (Berlin). Die gleichnamige App vernetzt Gastronomiebetriebe und Verbraucherinnen und Verbraucher, um Lebensmittel vor der Entsorgung zu bewahren. Restaurants, Bäckereien, Cafés, Hotels und Supermärkte können überschüssiges Essen zu einem vergünstigten Preis zur Selbstabholung anbieten. Die Kundinnen und Kunden bezahlen direkt über die App und holen ihre Portion dann im angegebenen Zeitfenster vor Ort ab. So werden überschüssige Lebensmittel verkauft statt weggeworfen. Die Verbraucherinnen und Verbraucher können preiswert und nachhaltig konsumieren und neue Läden in ihrer Nähe kennenlernen.

Too Good To Go wurde Anfang 2016 gegründet und ist mittlerweile in neun Ländern aktiv. Das Unternehmen finanziert sich in erster Linie durch eine Provision: Pro verkaufte Mahlzeit erhält Too Good To Go 1,09 Euro. In Deutschland beteiligen sich bereits mehr als eine Million Menschen und 2.500 gastronomische Betriebe in rund 400 Städten. So konnten in Deutschland bereits eine Million Mahlzeiten gerettet werden, europaweit sind es sogar zehn Millionen.

Too Good To Go im Video

Die weiteren Nominierten in der Kategorie Digitalisierung waren:

  • Marktschwärmer GmbH: Der intelligent Bauernmarkt
  • noyanum GmbH: Absatzprognosen für die Hochschulgastronomie
Förderpreise 2019

Bioland Gemüsehof Hörz: Die Mitarbeitenden des Projekts „Bodenschätze“ verkaufen Bio-Gemüse, das nicht der Norm entspricht und daher nicht auf dem üblichen Weg vermarket werden kann, in saisonal befüllten Tüten vergünstigt an Studierende. Bestellt wird per Mail, gezahlt per Lastschrift, ausgeliefert wird auf dem Campus.

nXm film production (Zero Waste Cooking): Reste zu verwerten ist nicht immer einfach. In ihrer Videoreihe zeigen die nXm-Gründerinnen Melanie Hauke und Nina Lorenzen gemeinsam mit Köchin Sophia Hoffmann kreative Wege auf, um Reste zu geschickt einzusetzen.

Antegon GmbH: Nie mehr zu viel Brot backen? „FoodTracks“, eine Controlling-Software für Bäckereien, berechnet die benötigten Mengen an Brot, Brötchen und Co. und reduziert so den Abfall am Abend. Mittels Datenanalysen und künstlicher Intelligenz werden konkrete Handlungsempfehlungen generiert, die die Produktion besser planbar machen und Lebensmittelverschwendung eindämmen.

Quelle: BMEL/Photothek
Preisverleihung 2019 Quelle: BMEL/Photothek

Gewinnerprojekte Bundespreis 2018

Preisverleihung in Berlin mit Bundesministerin Julia Klöckner

Am 18. April 2018 hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zum dritten Mal den Zu gut für die Tonne!-Bundespreis für Engagement gegen Lebensmittelverschwendung verliehen. Insgesamt sieben Projekte konnten sich über die Auszeichnung freuen. Lesen Sie hier mehr über die Gewinnerprojekte.

Gärtnerei Schnelles Grünzeug (Kategorie Landwirtschaft & Produktion)

Die Gärtnerei Schnelles Grünzeug konserviert überschüssiges Gemüse durch Fermentation. Verkauft werden die Produkte im Onlineshop und in der Gastronomie. Im Jahr 2017 wurden so rund zwei Tonnen Gemüse durch Fermentation vor dem Verderb gerettet.

Die Fermentation ist eine uralte und natürliche Methode, Gemüse haltbar zu machen. Wenn Weißkohl so zu Sauerkraut wird, warum sollte dies nicht mit fast allen anderen Gemüsesorten gelingen? Dies war die Grundidee der Gärtnerei Schnelles Grünzeug, um übrig gebliebenes Gemüse sinnvoll zu verwerten. Seit 2015 fermentiert der Betrieb überschüssiges Gemüse vom Feld oder Gemüse, das einen Markttag hinter sich hat und nicht mehr verkauft werden kann. Die erzeugten Produkte sind roh, vegan, probiotisch und frei von jeglichen Zusatzstoffen. Das „Fermentierte Grünzeug“ vertreibt die Gärtnerei über einen Onlineshop und in der Gastronomie. Dem Vertrieb zugutekommt, dass die Gemüsefermentation gerade einen Boom erlebt.


Im Jahr 2017 wurden rund zwei Tonnen Gemüse durch Fermentation vor dem Verderb gerettet. Zu Beginn wurde in der heimischen Küche produziert. Um die Menge deutlich erhöhen zu können, musste eine eigene Produktionsstätte aufgebaut werden. So entstand neben der Gärtnerei ein 130 m2 großes Fermentationsgebäude mit neuer Produktionsstrecke. Sie ist darauf ausgelegt, jährlich rund 20 Tonnen Gemüse zu fermentieren. Es werden dann nicht nur eigene Überschüsse verarbeitet, sondern wie ursprünglich geplant zunehmend auch die der anderen Gärtnereien. Die Finanzierung erfolgte über ein erfolgreiches Crowdfunding, durch eine Förderung im Rahmen des Modellvorhabens Land(auf)Schwung sowie durch Eigenkapital. Der Plan ist es, das Konzept so zu verbreiten, dass noch viel mehr Überschüsse in den einzelnen Regionen verarbeitet und damit Lebensmittelüberfälle vermieden werden.

Gärtnerei Schnelles Grünzeug im Video

Die weiteren Nominierten in der Kategorie Landwirtschaft & Produktion waren:

  • Bäcker Dietz: Brotbrand
  • Trägerverein Solidarische Landwirtschaft e. V.: Solidarische Landwirtschaft
SirPlus (Kategorie Handel)

Im Laden und im Onlineshop verkauf SirPlus Lebensmittel, die im Handel nicht verkauft oder in der Produktion aussortiert wurden. Innerhalb der ersten sechs Monate hat SirPlus so 600 000 Produkte also rund 300 Tonnen Lebensmittel gerettet.

2017 eröffneten die SirPlus-Gründer den ersten reinen Food-Outlet in Berlin. Hier werden Lebensmittel angeboten, die im Handel nicht verkauft oder in der Produktion aussortiert wurden. Sie werden vergünstigt im Laden und im Onlineshop angeboten. Die Initiatoren wollen auf das Problem der Lebensmittelverschwendung aufmerksam und Lebensmittelretten zum Mainstream machen. Darüber hinaus spendet SirPlus 20 Prozent aller Lebensmittel an gemeinnützige Einrichtungen wie Flüchtlingsunterkünfte, Kinder- und Obdachloseneinrichtungen. Ein Darlehen und eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne ermöglichten die Eröffnung des ersten Geschäfts in Berlin.

Innerhalb der ersten sechs Monate hat SirPlus 600 000 Produkte bzw. rund 300 Tonnen Lebensmittel gerettet. Das Ziel ist es, in den nächsten fünf Jahren insgesamt eine Million Tonnen Lebensmittel vor der Tonne zu bewahren. Dazu sind 35 weitere Läden in Planung. Daneben soll es einen digitalen Marktplatz geben, auf dem Landwirte, Hersteller und der Handel Überschüssiges anbieten und verkaufen können.

Über den Verkauf hinaus engagiert sich das Team mit Bildungsworkshops für Schulen, Universitäten und Betriebe und setzt sich für die Lebensmittelwertschätzung ein. Die Kundinnen und Kunden werden über den richtigen Umgang mit Lebensmitteln aufgeklärt.

SirPlus im Video

Die weiteren Nominierten in der Kategorie Handel waren:

  • Hieber’s Frische Center KG: Foodsharing-Häuser
  • PENNY Markt GmbH
Nordsee GmbH (Kategorie Gastronomie)

Die Nordsee GmbH reduziert Lebensmittelabfall auf verschiedenen Wegen. Für ihre „Doggybag-Stationen“ in 23 Filialen, an denen Gäste ihr übrig gebliebenes Essen in kostenlosen und nachhaltigen To-go-Verpackungen mitnehmen können, wurde das Unternehmen nun mit dem Zu gut für die Tonne! – Bundespreis ausgezeichnet.

Das Systemgastronomieunternehmen NORDSEE GmbH deckt ein großes Sortiment rund um das Produkt Fisch ab: Frischfisch, Feinkostsalate sowie ein Restaurantangebot und Snacksortiment. Diese Bandbreite verlangt unterschiedliche Lösungen, um Lebensmittelabfälle zu reduzieren.

Damit Gäste ihr übrig gebliebenes Essen für zu Hause einpacken können, finden sich in zunächst 23 der 370 Filialen sogenannte Doggybag-Stationen. Dort sind gratis nachhaltige To-go-Verpackungen erhältlich. Anhand der verbrauchten Verpackungen konnte das Unternehmen feststellen, dass die Doggybag-Station sehr gut angenommen wird. NORDSEE plant daher, die Stationen auch in weiteren Filialen anzubieten. Das Ziel ist eine hundertprozentige Versorgung.

Darüber hinaus bietet NORDSEE kurz vor Ladenschluss Produkte in der Snackbar günstiger an. Im Rahmen der Aktion „30 % in den letzten 30 Minuten“ erhalten die Gäste 30 Prozent Rabatt auf alle fertig zubereiteten Lebensmittel aus der Theke. So bleiben weniger Reste übrig. An der Aktion können alle Filialen teilnehmen und entsprechende Werbemittel dafür nutzen. Ziel ist es, die Aktion durch den Einsatz zusätzlicher Kommunikation zu forcieren. Im Rahmen des Controllings wurde festgestellt, dass die Aktion gute Ergebnisse erbracht hat.

Nordsee GmbH im Video

Die weiteren Nominierten in der Kategorie Gastronomie waren:

  • Raupe Nimmersatt e. V.
  • Broich Catering & Locations
Regionales Umweltzentrum Hollen (Kategorie Gesellschaft & Bildung)

Das Projekt „Wirf mich nicht weg!“ will durch Aufklärung und Wissensvermittlung in Schulklassen helfen, Lebensmittelabfälle zu verringern. An fünf handlungsorientierten Stationen lernen die Schülerinnen und Schüler, wie sie das Wegwerfen von Lebensmitteln vermeiden können.

Was ist der „Auge-Nase-Mund-Check“, wie räumt man einen Kühlschrank richtig ein oder wie erkennt man alte Eier? Diese und weitere Fragen rund um die Wertschätzung von Lebensmitteln beantwortet „Wirf-mich-nicht-weg!“ - Das Projekt des Regionalen Umweltzentrum Hollen e. V. besucht pro Jahr 50 Grundschulen bundesweit. Die Kinder lernen an fünf handlungsorientierten Stationen, wie sie das Wegwerfen von Lebensmitteln vermeiden können. Nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern mit einfachen Tipps und Tricks werden die Schüler ausgebildet und fungieren als Multiplikatoren auch für ihre Familien. Das Projekt regt zum Nachdenken an und sensibilisiert für richtiges Verhalten. Frühzeitig erfahren die Kinder, dass Lebensmittel wertvoll sind und wir sie daher nicht wegwerfen sollten.
Mittlerweile haben über 3.300 Kinder aus 150 Schulklassen an dem Projekt teilgenommen. Personal, Reisekosten, Materialien und Öffentlichkeitsarbeit des Projekts sponsert die Firma Cofresco mit der Marke Toppits®. Die Sets im Wert von 80 Euro verbleiben in den Schulen, damit diese auch weiter über das Thema informieren können. Die Materialien für die Kinder sind werbefrei.

Im Rahmen des Projekts fand 2017 gemeinsam mit der Kinderzeitschrift GEOlino ein Schülerwettbewerb statt. Die Kinder hatten die Aufgabe selbst eine Idee gegen die Verschwendung zu entwickeln und konnten Videos, Bilder, Plakate etc. einsenden. Teilnehmen konnten Schulklassen, Gruppen und Einzelpersonen. Für die Gewinner gab es einen Kochkurs, für die Gewinnerklasse einen Geldbetrag zur Pflege oder für die Anlegung eines Schulgartens. Auch 2018 gibt es wieder einen Wettbewerb.

Regionales Umweltzentrum Hollen im Video

Die weiteren Nominierten in der Kategorie Gesellschaft & Bildung waren:

  • Lari-Fari Puppentheater GbR: Johnny und das Müllmonster
  • Soziale Betriebe Laufer Mühle gGmbH
Förderpreise 2018

DingsDums Dumpling GmbH: Das Team von DingsDums Dumpling produziert und verkauft handgefertigte Teigtaschen aus überschüssigen Lebensmitteln.

Crowdbutching GmbH: Die Crowdbutching.com GmbH vermarktet Fleisch von Kuh und Schwein, bevor das Tier geschlachtet wird, und beugt so der Verschwendung vor.

DEINE ERNTE: Die Plattform DEINE ERNTE will der Lebensmittelverschwendung in privaten Gärten entgegenwirken.

Quelle: BMEL/Christof Rieken
Preisverleihung 2018 Quelle: BMEL/Christof Rieken

Gewinnerprojekte Bundespreis 2017

Preisverleihung in Berlin mit Bundesminister Christian Schmidt

Insgesamt 14 Projekte hat die Jury bei ihrer Sitzung für den Bundespreis in den Kategorien Handel, Gastronomie, Produktion, Gesellschaft & Bildung sowie für den Förderpreis nominiert. Die Preisträger wurden bei der Preisverleihung am 5. April 2017 in Berlin bekannt gegeben. Insgesamt hatten sich 168 Projekte beworben. Lesen Sie hier mehr über die Gewinnerprojekte.

Knödelkult (Kategorie Produktion)

Das junge Unternehmen Knödelkult entwickelt, produziert und vertreibt einen Klassiker der Resteküche auf moderne Weise: Knödel im Glas aus gerettetem Brot.

Jedes Jahr werden unzählige Tonnen Brot weggeworfen. Nicht weil es schlecht ist, sondern weil es den Ansprüchen nicht mehr genügt oder zu viel produziert wurde. Knödelkult macht aus gerettetem Brot, das von Bäckereien nicht verkauft werden konnte, Knödel im Glas. Das Brot kauft das aus drei Gründern bestehende Team den Bäckereien gegen einen kleinen Betrag je Kilo ab. Dieser Betrag ist jedoch nicht so hoch, dass er die Bäckereien zu einer achtlosen Überproduktion motiviert. Aus dem alten Brot entsteht so ein neues und lang haltbares Lebensmittel, das schnell und einfach zubereitet ist. In jedem Knödelglas zu 350 g stecken etwa 250 g gerettetes Brot. Allein durch die ersten 3.000 bestellten Gläser konnte Knödelkult schon mehr als eine Tonne Brot vor dem Wegwerfen bewahren.

Darüber hinaus lädt das Team mit einfachen, aber kreativen Rezepten zum „Selberknödeln“ ein, damit auch zu Hause Brot nicht weggeworfen, sondern weiterverarbeitet wird. Die Rezepte zum „Do-it-yourself-Knödel“ werden mit den Bestellungen versendet und online veröffentlicht.

Die Idee zu Knödelkult entstand im April 2016. Seither wurden Rezepturen entwickelt und regionale Bäckereien als Partner gewonnen. Eine Crowdfunding-Kampagne lieferte das Startkapital für den Aufbau der Produktion. Jetzt arbeitet das Knödelkult-Team daran, die Logistik und die Herstellungsprozesse weiter zu optimieren, um größere Mengen produzieren zu können und so noch mehr Brot vor der Tonne zu retten.

Knödelkult im Video

Die weiteren Nominierten in der Kategorie Produktion waren:

  • Ökodorf Brodowin
  • Konditorei Coppenrath & Wiese
EDEKA Handelsgesellschaft Südwest mbH (Kategorie Handel)

Mit einem internen Webshop leistet die EDEKA Handelsgesellschaft Südwest mbH einen Beitrag zur Verringerung von Lebensmittelverlusten.

Die Warenbörse ist ein neu entwickelter Webshop im Intranet der EDEKA Südwest. Über die Warenbörse werden den EDEKA-Märkten seit Februar 2015 ausgewählte Artikel aus unterschiedlichen Sortimenten angeboten – zu deutlich vergünstigten Bezugspreisen. Gehandelt werden unter anderem Artikel wie Milchprodukte, deren Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) verkürzt ist, sowie Rest- oder Sonderposten. Hinzukommen schnell verderbliche Produkte wie Obst und Gemüse, von denen zu viel Ware am Lager ist. Zusätzlich werden über die Plattform regionale Produkte angeboten, die zum jeweiligen Zeitpunkt nur in kleinen Mengen verfügbar sind. Zum Beispiel Spargel aus der Region zu Beginn und Ende der Saison.

Ausgeliefert werden die über die Plattform gehandelten Waren über fünf Logistikzentren. Sowohl selbstständige Kaufleute der EDEKA Südwest als auch Lebensmittelmärkte, die von der Großhandlung in Eigenregie betrieben werden, können auf den internen Webshop zugreifen. Das sind insgesamt rund 1.300 EDEKA-Märkte. Mit rund 270.000 bestellten Kollis, dies entspricht einem Warenvolumen von ca. 4.000 Paletten, ist die Warenbörse ein wichtiges Instrument, um die Vernichtung von Lebensmitteln zu vermeiden.

Ware, dessen MHD für eine Auslieferung an die Märkte zu gering ist und damit auch nicht über die Warenbörse dem Einzelhandel angeboten wird, kommt den ortsansässigen TAFELN zugute.

EDEKA im Video

Die weiteren Nominierten der Kategorie Handel waren:

  • Junge die Bäckerei (Brotretter)
  • Tegut... gute Lebensmittel
RESTLOS GLÜCKLICH e. V. (Kategorie Gastronomie)

Im Lokal von RESTLOS GLÜCKLICH im Berliner Stadtteil Neukölln wird vorwiegend mit geretteten Lebensmitteln gekocht – aussortiert von Händlern, Supermärkten und Bauern.

Köstliche, kreative Gerichte kommen bei RESTLOS GLÜCKLICH auf den Tisch – zum Großteil aus Lebensmitteln, die aus verschiedenen Gründen aussortiert wurden. Das Team holt die Lebensmittel von Supermärkten sowie dem Groß- und Einzelhandel ab. Es handelt sich um Ware, die aus ästhetischen Gesichtspunkten nicht verkauft werden kann oder die zu viel bestellt wurde. Auch Saisonware wie Osterschokoladentäfelchen nutzen die Köche zum Beispiel für Desserts. Das Lokal zeigt so den Gästen, dass auch diese Lebensmittel noch völlig genießbar sind, und regt zur Reflexion über ihr eigenes Wegwerfverhalten an.

Dank einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne und vieler hundert Arbeitsstunden des ehrenamtlichen Teams wurde im Mai 2016 das kleine Lokal eröffnet. Das Publikum ist bunt gemischt – Studenten, Familien, Food-Aktivisten und Nachbarn aus dem Kiez. Das Lokal trägt sich nun nahezu selbst, mit finanzieller Unterstützung durch Catering-Aufträge. Für das Gelingen sorgen das Gründungsteam und zusätzliche Freiwillige. Darüber hinaus gibt es sechs bezahlte Arbeitsplätze im Lokal.

Aus den erwirtschafteten Gewinnen bietet RESTLOS GLÜCKLICH ein themenbezogenes Bildungsangebot an: Erwachsene lernen in Reste-Kochkursen selbst wieder kreativer mit Lebensmitteln umzugehen und bekommen Tipps zur Einkaufsplanung. Sie erfahren, was Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum bedeuten und wie sie durch die richtige Lagerung von Lebensmitteln zu Hause Reste vermeiden. Kinder und Jugendliche informiert der Verein in Kochkursen und spielerischen Lernangeboten über den Wert von Lebensmitteln und die Folgen der Lebensmittelverschwendung.

Die weiteren Nominierten in der Kategorie Gastronomie waren:

  • LWL-Klinik Münster
  • Too Good To Go
Lecker tafeln! (Kategorie Gesellschaft & Bildung)

Das Projekt „Lecker tafeln! Von der Tafel auf den Familientisch“ fördert die Ernährungskompetenz von Menschen, die auf die Unterstützung der TAFELN angewiesen sind, sowie deren Wertschätzung für Lebensmittel.

Wer über entsprechende Kompetenzen verfügt, kann effektiver mit Lebensmitteln umgehen und planen, sodass sowohl in den Haushalten als auch bei den TAFELN weniger weggeworfen werden muss. „Lecker tafeln!" wendet sich an sozial benachteiligte Familien, die ihre Lebensmittel durch die TAFELN beziehen. „Lecker tafeln!“ fördert die Ernährungs- und Lebensmittelkompetenz dieser Familien und wirkt so auch der Verschwendung von Lebensmitteln entgegen.

Die Idee zum Projekt „Lecker tafeln!" stammt von den TAFELN. Die Plattform Ernährung und Bewegung erprobte diese in einer Pilotphase mit den TAFELN in Friedberg (Hessen), Nordhorn (Niedersachsen) und Weimar (Thüringen). Unterstützt wurde dies durch den Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde
e. V. (BLL).

Die beteiligten Tafeln schulten zunächst die Tafelmitarbeiter zu Inhalten und Methoden zur Verbesserung der Lebensmittel- und Ernährungskompetenz. Schwerpunkte waren Warenkunde, Lagerung, Lebensmittelhygiene, Verarbeitung von überreifen Früchten und der Umgang mit Resten. Danach wurden mit den Tafelkunden verschiedene Maßnahmen erprobt, unter anderem in Workshops und Verkostungs- und Kochaktionen. So lernten die Tafelgäste, wie sie saisonal verfügbare Gemüse- und Obstsorten zubereiten oder überreifes Obst wie braune Bananen verwerten. Auf dieser Basis konnten schließlich auf die Gegebenheiten der jeweiligen TAFELN zugeschnittene Maßnahmen umgesetzt werden.

Lecker tafeln! im Video

Die weiteren Nominierten in der Kategorie Gesellschaft & Bildung waren:

  • Regionales Umweltbildungszentrum Hollen e. V.
  • Das Geld hängt an den Bäumen gGmbH
Förderpreise 2017

DÖRRWERK GmbH: Das junge Berliner Unternehmen DÖRRWERK hat sich auf die Herstellung und den Vertrieb von Snacks aus geretteten Lebensmitteln spezialisiert.

ShoutOutLoud e. V.: Der Verein ShoutOutLoud plant den deutschlandweit ersten Foodtruck auf die Straßen Frankfurts zu schicken, der hauptsächlich mit geretteten Bio-Lebensmitteln kocht.

Quelle: BMEL/Christof Rieken
Preisverleihung 2017 Quelle: BMEL/Christof Rieken

Gewinnerprojekte Bundespreis 2016

Erster Bundespreis verliehen

Um Engagement gegen Lebensmittelverschwendung zu würdigen, verlieh Bundesminister Christian Schmidt am 13. April 2016 zum ersten Mal den Zu gut für die Tonne!-Bundespreis für Engagement gegen Lebensmittelverschwendung. Lesen Sie hier mehr über die Gewinnerprojekte.

ugly fruits (Kategorie Produktion)

Durch regionale Vermarktung gibt „ugly fruits“ krummem, zu kleinem oder zu großem Obst und Gemüse eine zweite Chance.

„ugly fruits“ – das ist zu kleines, zu großes oder zu krummes Obst und Gemüse. In Supermärkten verkauft wird es nur selten. Das Projekt „ugly fruits“ bringt es wieder an die Kunden. Seit 2013 beliefert das soziale Unternehmen in Berlin und München unter anderem Kitas und Schulen mit derzeit wöchentlich 300 kg „ugly fruits“ – Tendenz steigend. Dafür nimmt ugly fruits regionalen Bio-Landwirtschaftsbetrieben die saisonalen Produkte ab, die als „nicht vermarktbar“ eingestuft werden. Die Partnerbetriebe schätzen, dass dies im Durchschnitt etwa 20 bis 40 Prozent jeder Ernte betrifft.

Die Vermarktung der „ugly fruits“ soll die vermeidbare Lebensmittelverschwendung reduzieren und für einen effizienteren Umgang mit Ressourcen sorgen. Den Landwirten eröffnet die Verwertung zusätzliches Einkommen. Die Verbraucherinnen und Verbraucher profitieren, da die „ugly fruits“ preiswerter als „normales“ Obst und Gemüse angeboten werden können. Das ermöglicht beispielsweise Einrichtungen mit einem knappen Einkaufsbudget den Kauf von Bio-Lebensmitteln. Darüber hinaus soll das Projekt für die Vielfalt der Natur sensibilisieren und saisonalen Konsum fördern.

Das Projekt leistet zudem Bildungs- und Aufklärungsarbeit. Durch gemeinschaftliche Aktionen wie dem „Essensretterbrunch“ oder die Belieferung von Festivals wurden 2015 knapp fünf Tonnen „ugly fruits“ gerettet. Aktionen sowie Bildungsmaterialien für Kitas schaffen Bewusstsein für die Thematik und tragen dazu bei, auch auf individueller Ebene Lebensmittelabfälle zu reduzieren.

Die weiteren Nominierten in der Kategorie Produktion waren:

  • Erlebnisbauernhof Gertrudenhof
  • Münchner Kindl Senf
IM ANGEBOT & SALT Solutions (Kategorie Handel)

Der Einzelhändler IM ANGEBOT e. K. bietet mit Unterstützung der SALT Solutions GmbH Lebensmittel an, die verzehrfähig, aber nahe am Mindesthaltbarkeitsdatum oder darüber sind.

Viele Lebensmittel, die nahe am Mindesthaltbarkeitsdatum sind, werden weggeworfen, bevor sie den Handel erreichen. Oder sie werden dort aussortiert, sobald neue Ware eingetroffen ist. Nicht so bei IM ANGEBOT e. K.: Das Einzelhandelsunternehmen nimmt einwandfreie Lebensmittel vor oder gar nach Ablauf der Haltbarkeit von Produzenten direkt und von Händlern entgegen und verkauft sie über ein eigenes Filialnetz in Leipzig und Umgebung. Für dieses Geschäftsmodell ist eine andere Beschaffungs- und Einkaufsstrategie notwendig und eine Logistik, die umgehend auf die Warenanmeldungen reagiert und zügig die Filialen beliefern kann.

Die dafür notwendige IT wurde von SALT Solutions GmbH entwickelt und bereitgestellt. Ein spezielles Logistiksystem für den Einzelhandel sorgt dafür, dass sich alle Lager- und Transportprozesse optimal aufeinander abstimmen lassen, sodass bei der Planung und Steuerung alles glatt läuft. Damit bildet die Softwarelösung in Kombination mit der Geschäftsidee von IM ANGEBOT die Grundlage für die Rettung der Lebensmittel.

Gestartet als kleiner Marktstand auf dem Leipziger Wochenmarkt, betreibt IM ANGEBOT mittlerweile fünf Filialen. Insgesamt werden dort durchschnittlich sechs bis acht Tonnen Lebensmittel pro Tag vor dem Müll gerettet und zu stark reduzierten Preisen angeboten. Das Unternehmen versorgt so auch Menschen mit geringem Einkommen mit Lebensmitteln, die für sie zu normalen Preisen nicht erschwinglich wären.

Die weiteren Nominierten in der Kategorie Handel waren:

  • Bio Company
  • The Good Food
biond GmbH (Kategorie Gastronomie)

Die biond GmbH bereitet für Schulen und Kindertagesstätten Bio-Mittagessen fast ohne Reste zu und klärt Kinder über den Wert von Lebensmitteln auf.

Bei biond gehört die Vermeidung von Lebensmittelabfällen zum Konzept. Bei der Zubereitung von Speisen für Schulen und Kindertagesstätten entstehen fast keine Reste. Gemüseabschnitte und Putzreste werden für Gemüsefonds genutzt. In den Schulmensen werden vor der Pause nur etwa zwei Drittel der erwarteten Speisen direkt zubereitet, der Rest nur bei Bedarf. Auf Vorbestellung wird verzichtet, stattdessen bietet biond eine freie Auswahl an verschiedenen Buffetstationen. Die Schülerinnen und Schüler dürfen sich dort so oft bedienen, wie sie möchten. Voraussetzung: Sie sollen nach der Mahlzeit einen leeren Teller abgeben. So wird in mehreren Gängen gegessen, statt Berge aufzuladen, die am Ende weggeworfen werden.

Ein „Abfallbarometer“ motiviert die Kinder, keine Lebensmittelabfälle zu produzieren. Wenn eine Woche lang täglich eine festgelegte Gesamtrestemenge unterschritten wird, bekommen sie eine Belohnung. Zusätzlich wurde das „Probierchen“ eingeführt: Die Kinder können sich von jeder Speise eine kleine Probierportion geben lassen. Wenn ihnen das Gericht schmeckt, können sie mehr bekommen. So wird vermieden, dass große Portionen im Müll landen. Mit Erfolg: Laut Institut für Nachhaltige Ernährung und Ernährungswirtschaft an der Fachhochschule Münster entstehen in der biond-Zentralküche pro 100 kg Roh-Lebensmittel nur 2,8 kg Abfall.

Zusätzlich leistet biond Aufklärungsarbeit. In Workshops erfahren Schülerinnen und Schüler, wie sie Reste vermeiden können, zum Beispiel wie sie zu Hause aus Obst- und Gemüseresten leckere Smoothies zubereiten können.

Die weiteren Nominierten in der Kategorie Gastronomie waren:

  • Aramark Holdings Gmbh & co. Kg
  • Gasthaus Fischküche Reck
  • Maritim Hotelgesellschaft mbh
foodsharing (Kategorie Gesellschaft & Bildung)

foodsharing bietet Privatpersonen und Betrieben die Möglichkeit, überschüssige Lebensmittel zu retten.

Die Ziele des gemeinnützigen Vereins foodsharing e. V. sind vielfältig: Bewusstsein für das Thema Lebensmittelverschwendung schaffen, Überproduktion senken, allen Menschen ermöglichen, sich selbstständig gegen Lebensmittelverschwendung stark zu machen, Gleichgesinnte zusammenbringen und Leuten in Not helfen.

Zentrales Angebot des Vereins ist die Plattform foodsharing.de. Wer Lebensmittel übrig hat, kann diese hier kostenlos anbieten, statt sie wegzuwerfen. Nutzer können sie in digitale Essenskörbe legen. Diese werden auf einer digitalen Landkarte angezeigt, sodass Interessierte Angebote aussuchen und die Abholung verabreden können. Über die foodsharing-Plattform werden bei 2 300 Betrieben wie Bäckereien, Supermärkten, Großhandel oder Marktständen Lebensmittel abgeholt, die unverkäuflich, aber noch genießbar sind. Dabei wird eng mit den TAFELN zusammengearbeitet. Außerdem steht das Netzwerk in Kontakt mit Bauern, veranstaltet Ernteaktionen und setzt sich für mehr Bewusstsein für regionale Produkte ein. Für Menschen ohne Internetzugang hat foodsharing zudem über 300 Fair-Teiler aufgestellt: Öffentlich zugängliche Kühlschränke und Regale, in die jeder überschüssige, genießbare Lebensmittel stellen kann.

Bei foodsharing engagieren sich 400 Botschafterinnen und Botschafter sowie 14 000 Foodsaver und 115 000 foodsharing-Nutzer ehrenamtlich. Abgeholt und verteilt wurden bereits 3,7 Millionen Kilogramm Lebensmittel.

Die weiteren Nominierten in der Kategorie Gesellschaft & Bildung waren:

  • MarmeLade für alle! der Arbeitsgemeinschaft der evangelischen Jugend in Deutschland e. V.
  • FoodFighters e. V.
  • Schnippeldisko von Slow Food Youth Deutschland
Förderpreis 2016

Nimm mich zuerst!: Das Konzept „Nimm mich zuerst!“ von Noelle Gangloff unterstützt Supermärkte bei der Vermarktung von Lebensmitteln, die nicht mehr lange haltbar sind.

Quelle: BMEL/photothek
Preisverleihung 2016 Quelle: BMEL/photothek

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Eine Frau hält sich einen Wirsing vor den Kopf. Daneben steht: "Werde Lebensmittelretter:in" Quelle: www.gettyimages.de/Francesco Carta fotografo und StockFood/Schäfer, Chris

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Person, die Rote Beete und andere Gemüsesorten in Einmachgläser füllt.

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