Terminkalender

Dialogforum Verarbeitung

Veranstaltungen

Quelle: AdobeStock - Piman Khrutmuang

Hier finden Sie die Veranstaltungen des Dialogforums Verarbeitung.

Nächste Veranstaltung des Dialogforums Verarbeitung - 28. September 2022:

Bereits zum zweiten Mal findet die öffentliche Veranstaltung des Dialogforums Verarbeitung am 28. September statt. Verbraucherverbände, Politik, Zivilgesellschaft sowie Branchenvertreter:innen, die an dem Thema interessiert sind, können sich über die Arbeit des Dialogforums Verarbeitung informieren und teilnehmen.

 

Die Anmeldung finden Sie hier: https://www.dlg.org/de/lebensmittel/veranstaltungen/dialogforum-verarbeitung.

 

 

Stand: 21.07.2022

Dritter Durchlauf der Runden Tische des Dialogforums Verarbeitung im Rahmen der Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung

1. Juni 2022
Runder Tisch Back- und Teigwaren
Findet als Online-Meeting von 10:00 – 12.30 Uhr statt.
 
28. Juni 2022
Runder Tisch Tiefkühlkost und sonstige Nahrungsmittel
Findet als Online-Meeting von 10:00 – 12.30 Uhr statt.
 
30. Juni 2022
Runder Tisch Molkerei
Findet als Online-Meeting von 10:00 – 12.30 Uhr statt.
 
6. Juli 2022
Runder Tisch Fleisch
Findet als Online-Meeting von 10:00 – 12.30 Uhr statt.
 
12. Juli 2022
Runder Tisch Obst-, Gemüseverarbeitung und Getränkeherstellung
Findet als Online-Meeting von 10:00 – 12.30 Uhr statt.


Weitere Informationen zu den Terminen finden Sie hier: https://www.dlg.org/de/lebensmittel/veranstaltungen/

Stand: 04.02.2022

Zusammenfassung über die Arbeit des Dialogforums Verarbeitung am 10.11.2021

Einmal jährlich findet eine öffentliche Veranstaltung für den Bereich Verarbeitung statt. Verbraucherverbände, Politik, Zivilgesellschaft sowie Branchenvertreter:innen, die an dem Thema interessiert sind, können sich über die Arbeit des Dialogforums Verarbeitung informieren und teilnehmen. Am 10.11.2021 fand die erste Veranstaltung des Dialogforums Verarbeitung statt. Eine Zusammenfassung der Dialogforen Primärproduktion und Verarbeitung finden Sie hier.

Haben Sie Interesse an den Tagungsunterlagen? Dann schreiben Sie eine E-Mail an FachzentrumLM@DLG.org.

Stand: 11.01.2022

Zweiter Durchlauf der Runden Tische

Von Juli bis September luden die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) und das Thünen-Institut zum zweiten Mal an die Runden Tische zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen und -verlusten in der Lebensmittelverarbeitung ein. Das Thünen-Institut stellte den aktuellen Stand der Online-Betriebsbefragung zur Erhebung zu Mengen und Ursachen sowie zu bereits ergriffenen Maßnahmen in den Unternehmen vor. Anhand von Fließdiagrammen mit den Prozess- und Verarbeitungsschritten für die einzelnen Branchen, wurden Reduzierungsmöglichkeiten ermittelt. Es wurde erläutert, was es mit Demonstrationsbetrieben auf sich hat, damit sich die Mitglieder der Runden Tische ein konkretes Bild von diesen Vorhaben und den Vorteilen einer Beteiligung machen können: In den Demonstrationsbetrieben werden konkrete Maßnahmen getestet und bewertet, um die Vermeidungspotenziale für Lebensmittelabfälle und -verluste in die Breite tragen zu können.
Auch dieses Mal fanden die Runden Tische online statt.

Runder Tisch „Back- und Teigwaren“ am 6. Juli 2021

Den Auftakt machte am 6. Juli die Back- und Teigwarenbranche. Sehr fruchtbar war, dass sowohl industrielle, mittelständische und handwerkliche Unternehmen als auch Vertreter:innen aus Verbänden sowie Lehre und Forschung miteinander diskutierten.
In Kleingruppen wurden weitere Ansatzpunkte diskutiert, die zu einer Verringerung von Lebensmittelverlusten beitragen können. Ein besonderer Problempunkt ist beispielsweise für Bäckereien der Druck, bis zum Ladenschluss ein prall gefülltes Regal vorzuhalten, obwohl klar ist, dass ein guter Teil der Brote abends nicht verkauft sein wird. Dieses Problem wird durch eine große Bandbreite von Produkten noch verschärft. Unterschiedliche Ideen können hier ansetzen: Sei es mit dem Aufbau von „Altbrotfilialen“, die auf den Verkauf von Brot vom Vortag spezialisiert sind, oder dem Verwenden der Brotreste für eine alternative Verwertung wie das Bierbrauen oder der Verwendung als Semmelmehl. Auch kann Brot vom Vortag bis zu einem gewissen Anteil zur Herstellung von frischem Brot wieder mitverwendet werden (sog. Rework). Dadurch verbessert sich sogar die Krumen- und Aromenbildung im Endprodukt. Nicht zuletzt kann mit Brot-und Backwarenresten auch tierisches Protein für den menschlichen Verzehr über den „Umweg“ der Insektenzucht erzeugt werden. Auffällig ist, dass bei Back- und Teigwaren besonders viele Start-ups ansetzen, auch mit dem Einsatz Künstlicher Intelligenz, um die Produktion und verbrauchsgerechte Belieferung von Filialen noch besser zu steuern.
Aber auch bei der Prozesssteuerung gibt es Möglichkeiten einer Optimierung, z. B. durch ein gut aufgestelltes Warenwirtschaftssystem. Eine gute Qualifikation der eigenen Mitarbeiter:innen kann ebenfalls einen wichtigen Beitrag leisten: Etwa durch Schulungen im Hinblick auf Nachhaltigkeit und bessere Kenntnisse im Umgang mit der Technik.

Runder Tisch „Molkerei“ am 7. Juli 2021

Bereits am nächsten Tag kamen am Runden Tisch „Molkerei“ knapp 20 Vertreter:innen aus der gelben und weißen Prozesslinie, der Wissenschaft, aus Verbänden, dem Maschinenbau und der Zulieferindustrie zur DLG.
Anhand von Fließschemen, die die Produktionsabläufe dieser Branche beschreiben, wurden weitere Ansatzpunkte für Maßnahmen identifiziert und diskutiert, die Lebensmittelverluste und -abfälle verringern können. Exemplarisch wären hier zu nennen: der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) zur besseren Mengenplanung, das bessere Vernetzen mit Landwirt:innen und dem Lebensmittelhandel, die Vermeidung von Milchresten beim Transport sowie die Verhinderung und Verwertung von Milchresten bei Landwirt:innen, menschliche Faktoren (Fachwissen, Schulungen), optimiertes Anlagendesign (Stichworte Komplettleerung, Hygienic Design, neue Technologien, Optimierung von Prozessen) oder die Verwertung von Mischphasen bei der Abfüllung.
Das Spannungsfeld zwischen der in jedem Fall prioritären Lebensmittelsicherheit und der Reduzierung von Lebensmittelverlusten wurde ebenso engagiert diskutiert wie Fragen der Qualitätsansprüche seitens Handel und Verbraucher:innen, die Verwendungsmöglichkeiten für Retouren und das Thema der Lebensmittelspenden. Auch die Vergabe eines verlängerten Mindesthaltbarkeitsdatums – insbesondere im Zusammenhang mit neuen Verpackungslösungen, bei denen der Frischestatus kontrolliert wird.

Runder Tisch „Obst-, Gemüseverarbeitung und Getränkeherstellung“ am 26. August 2021

Im Rahmen des am 26. August 2021 durchgeführten zweiten Runden Tisches „Obst- und Gemüseverarbeitung und Getränke“ trafen sich 16 Praktiker:innen und Wissenschaftler:innen sowie Verbandsvertreter:innen dieser Branchen, um mögliche Maßnahmen zur Reduzierung von Lebensmittelverlusten zu identifizieren.
Bei der Obstverarbeitung lag der Schwerpunkt auf der Warenannahme und der Schnittstelle zum Handel. Eine mögliche Maßnahme zur Reduzierung von Lebensmittelverlusten am Wareneingang ist, Produkte, welche die qualitativen Erwartungen nicht im vollen Umfang erfüllen, nach Preisverhandlungen trotzdem anzunehmen, damit sie in die Verarbeitung gelangen.
Nicht nur bei Gemüse können Überschüsse durch Prognosemodelle vermieden werden, die anhand von Informationen über z. B. Ferien, Wetter und Feiertage die Bestellungen optimieren. Diskutiert wurde bei der Gemüseverarbeitung auch das Thema Verpackung: Viele Gemüsearten brauchen geeignete Kunststoffverpackungen, um das Produkt zu schützen und länger frisch zu halten. Aufgrund des vermehrten Einsatzes von Papierverpackungen verderben viele Lebensmittel, da sie mit dieser Verpackung nicht ausreichend vor äußeren Einflüssen geschützt sind. Hier gibt es also einen Zielkonflikt zwischen Aspekten des Umweltschutzes (Plastikverpackungen) und der Optimierung der Haltbarkeit.
Bei Wein und Fruchtsaft wurden insbesondere Definitionen diskutiert: Ist Trester ein Lebensmittelabfall oder ein Nebenprodukt? Wie sieht das bei einer Bananenschale aus? Bei Trester schränken die geringe Lagerfähigkeit und der saisonale Anfall die Möglichkeiten einer Verarbeitung ein. Mögliche Nutzung findet er u. a. als Dünger, Tierfutter, zur Gewinnung von Pektin, Traubenkernöl und Pflanzenschutzmittel.
Auch bei der Herstellung von Erfrischungsgetränken fällt Trester an. Dieser wird zum Teil getrocknet und aufbereitet. Aromen, die im Prozess verdampfen, werden aufgefangen. Wenn zu viel Grundstoff an einem Produktionsstandort vorhanden ist, wird dieser oft an andere Produktionsstätten weitergegeben. Es existieren bereits junge Firmen, die Trester zu Lebensmitteln verarbeiten.
Eine Besonderheit bei Erfrischungsgetränken und Bier ist ein sehr langes Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Daher fallen durch Überproduktionen kaum Verluste an. Ein Beispiel für Ressourcenschonung beim Bierbrauen: Brauereien produzieren Nebenprodukte, die einer weiteren Verwendung zugeführt werden: Der Treber, der nur begrenzt haltbar ist, wird aktuell überwiegend als Tierfutter nachgefragt. Es ist allerdings auch eine Weiterverarbeitung zur Herstellung von anderen Lebensmitteln möglich, beispielsweise in Brot oder als Snack-Riegel.

Runder Tisch „Fleischverarbeitung“ am 7. September 2021

Über 20 Vertreter:innen der Fleischbranche, von Schlachtung, Verarbeitung, Handwerk, Forschung, Beratung und Zulieferindustrie vertieften am 7. September 2021 ihren Austausch über Lebensmittelverluste. Rezepturvielfalt und kurzfristige Bestellzeiten führen häufig zu Überproduktionen. So kann in der Fleischverarbeitung z. B. durch ein KI-gestütztes Bestellmanagement oder Warenwirtschaftssysteme eine Optimierung der Produktionsplanungen vorgenommen werden. In allen Gesprächen wurde die Erreichung einer größtmöglichen Lebensmittelsicherheit vorangestellt. So gibt es in jedem Unternehmen Detektionssysteme zur Fremdkörpererkennung (unerwünschte Stoffe wie z. B. Knochensplitter). Das Fremdkörpermanagement muss an die Betriebsabläufe so angepasst werden, dass möglichst wenig Verluste entstehen. Hierbei ist wichtig, zu analysieren, wo und durch was Fremdkörper in die Wurst gelangen können. Im zweiten Schritt muss festgelegt werden, wo eine Detektion von Fremdkörpern sinnvoll ist, um möglichst wenig Verluste zu generieren.  
Darüber hinaus geben viele Unternehmen Produkte mit Schönheitsfehlern im Werksverkauf oder in der Betriebskantine zu günstigen Preisen ab.
Dies sind nur einige Ansatzpunkte, die von den Expert:innen genannt wurden. Alle Teilnehmer:innen am Runden Tisch „Fleischverarbeitung“ betonten erneut ausdrücklich, dass das Lebensmittel Fleisch eine besondere Wertschätzung erfahren muss und nicht verloren gehen darf.

Runder Tisch „Tiefkühlkost, Feinkost, Fisch, Süßwaren u. a.“ am 14. September 2021

Auch das am 14. September 2021 durchgeführte zweite Online-Treffen im Rahmen des Runden Tisches nutzten erneut etliche Branchenvertreter:innen aus Wissenschaft, Praxis, dem Dienstleistungsbereich sowie den Verbänden der Bereiche Tiefkühlkost, Süßwaren und Snacks, Fisch und Seafood sowie Feinkost zum interdisziplinären Erfahrungsaustausch im Umgang mit Lebensmittelverlusten.
Die inhaltlichen Schwerpunkte in den Diskussionen lagen bei der Betrachtung möglicher Lebensmittelverluste auf allen Stufen der Prozesskette in der Lebensmittelverarbeitung. Im Ergebnis wurde einerseits der Einfluss der Ressourcenplanung auf mögliche Lebensmittelverluste als sehr hoch eingeschätzt. Andererseits führen lebensmittelrechtliche Vorgaben sowie die privatwirtschaftlichen hohen Qualitätsstandards und die damit einhergehenden Rückstellproben und Analysen zu Verlusten.
Je nach Branche gibt es Ansatzpunkte für eine sukzessive Verbesserung der Mengen- und Produktionsplanung in der Verarbeitung. Denn durch den Einsatz von KI-basierten Absatzprognosesystemen, deren Nutzen bereits in einigen Betrieben eruiert wird, lässt sich der bisherige Planungsprozess vor dem eigentlichen Produktionsbeginn unterstützen und verbessern, so dass infolge dessen wertvolle Ressourcen eingespart werden können.

Stand: 30.11.2021

Künstliche Intelligenz – Ansätze zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen und -verlusten

Zu einem ersten übergreifenden digitalen Workshop luden die drei Dialogforen Primärproduktion, Verarbeitung sowie Groß- und Einzelhandel ein, um mögliche Reduzierungspotenziale an den Schnittstellen zwischen diesen drei Sektoren zu beleuchten. Kernthemen waren die Anwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) und die Fragen: Können KI-Systeme dazu beitragen, Lebensmittelabfälle an den Schnittstellen zu reduzieren und wenn ja, wie?

Die über 70 Teilnehmenden waren bunt gemischt und stammten aus den Bereichen Landwirtschaft, Handwerk & Industrie, Maschinenbau, Handel, Consulting, Softwareentwicklung, Öffentliche Stellen, Verbände sowie Forschung & Lehre.

Zu den präsentierenden Akteur:innen gehörte REIF (Resource-efficient, Economic and Intelligent Foodchain). REIF hat das Ziel, Verschwendung in der Lebensmittelindustrie durch KI zu verringern. Aus dem Teilprojekt mit den Firmen tegut (Lebensmittelhandel), Hochland (einer der führenden Käsehersteller) und dem KI-Dienstleister Spicetech wurde anschaulich berichtet. Anhand dieser Beispiele wurde deutlich, dass unternehmensübergreifendes KI-Lernen möglich ist.

Die selbstlernende Plattform RELEX zeigt, wie spezialisierte KI-Ansätze entlang der gesamten Lieferkette auf einer einzigen sich selbst optimierenden Plattform wirken können. Besonders wichtig: Die möglichst komplette Integration der Methoden, beispielsweise die Modellierung von Verbraucherverhalten für eine Absatzprognose sowie des Verderbs frischer Produkte, die in Algorithmen zur Optimierung von Bestellungen und Lagerbeständen einfließen.

„Nachhaltigkeit und Profitabilität in Einklang bringen – Digitalisierung als Chance“ war das Credo des Impulses der weltweiten Plattform BlueYonder. Ein Blick auf in Tschechien und UK durchgeführte Projekte mit der Handelskette Globus bzw. Morrisons bot praktische Einblicke hinsichtlich des Ziels, die eigenen Abläufe transparent darzustellen.

In der Präsentation von thinktory, einem Spezialisten für IT-gestützte Prognosesysteme wurden Voraussetzungen und Risiken des KI-Einsatzes in der Lebensmittelwirtschaft thematisiert. In einem dargestellten Beispiel wurden Retouren, Überproduktion und Fehlbestellungen für eine zu optimierende Planung herangezogen.
Im Anschluss an die Impulse entwickelte sich ein lebhafter Austausch der Teilnehmer:innen. Unter anderem wurden Fragen der Standardisierung, der nötigen Anschlussfähigkeiten bei Plattformlösungen, der Akzeptanz und Bereitschaft des Mittelstandes zu logistischen Aspekten der Rohstofftransportwege und nicht zuletzt der Verbraucherbildung erörtert.

Grundsätzlich zeigte sich,

  • dass es äußerst sinnvoll ist, die gesamte Kette der Lebensmittelversorgung zu betrachten, damit Effizienzpotenziale künftig noch besser ausgeschöpft werden können;
  • dass KI-basierte Lösungen aus technischer Sicht grundsätzlich gut umsetzbar sind;
  • dass Hindernisse vor allem auftreten, wenn Führungskräfte und Mitarbeitende über zu wenig Informationen und Erfahrungen mit KI-basierten Systemen verfügen;
  • dass das notwendige Vertrauen der Beteiligten untereinander z. B. durch Testen und Pilotprojekte für die gemeinsame Nutzung von KI-Ansätzen geschaffen werden kann und


dass konkrete aktuelle Projekte die Möglichkeit der Reduzierung von Lebensmittelabfällen durch eine sektorübergreifende Zusammenarbeit auch schon belegenDie Koordinatoren der Dialogforen Primärproduktion und Verarbeitung (DLG) sowie Groß- und Einzelhandel (CSCP) stehen in diesem Sinne gerne für anschließende Vernetzungsaktivitäten zur Verfügung.

Stand, 22. Oktober 2021

Erster Runder Tisch „Fleisch“ am 12. Mai 2021

Über 25 Vertreter:innen der Fleischbranche aus den Bereichen Schlachtung, Verarbeitung, Forschung, Beratung und Zulieferindustrie zeigten mit deutlichen Worten und konkreten Hinweisen auf, wo Lebensmittelabfälle auftreten. Der derzeitige Umgang mit Bruchware, Ware mit Schönheitsfehlern oder Abschnitten führt zu erheblichen Lebensmittelabfällen, genauso wie Überproduktionen aufgrund von unzureichend abgestimmten Bestellvorgängen. Der Wunsch nach Kleinchargen durch Rezepturvielfalt, der Zielkonflikt zwischen Reduktion von Salz und Haltbarkeit sowie Clean Label sind ebenfalls Ursachen, die zu Abfällen in der Verarbeitung führen können. Mit Clean Label wird auf die Nichtverwendung von bestimmten Zutaten bzw. Zusatzstoffen hingewiesen, z. B. „ohne Farbstoffe“ oder „ohne Geschmacksverstärker“.  
Dies sind nur einige Ansatzpunkte, die von den Expert:innen genannt wurden.
Alle Teilnehmenden am Runden Tisch Fleisch betonten ausdrücklich, dass das Lebensmittel Fleisch eine besondere Wertschätzung erfahren muss und nicht verloren gehen darf.

Stand: 12.05.2021

Erster Runder Tisch „Back- und Teigwaren“ am 11. Mai 2021

Am 11. Mai trafen sich Vertreter:innen der Backwarenbranche online, um das Projekt Dialogforum Verarbeitung im Rahmen der Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung kennenzulernen und in einem ersten Austausch zielführende, praktische Ansätze zur Einsparung von Lebensmittelabfällen zu diskutieren. Wichtig war, dass sowohl die Verbände als auch die industriellen bzw. mittelständischen und handwerklichen Unternehmen am Tisch miteinander ins Gespräch kamen. Ebenso konnten etliche Startups und Vertreter:innen aus Lehre und Forschung gewonnen werden.
Sehr schnell wurden Bereiche mit Einsparpotential identifiziert, wie zum Beispiel die Backshops in der Vorkassenzone und ihre ganztags meist prall gefüllten Regale. Eine bedarfsgerechte Steuerung der Lieferung könnte künftig beispielsweise auf Grundlage KI-basierter Tools (KI= Künstliche Intelligenz) erfolgen. Aber auch gut durchorganisierte Spenden- und Weitergabeaktionen sowie Rework-Ansätze könnten zu einer weiteren Reduzierung von Lebensmittelabfällen beitragen. Speziell für das Auffangen von zu viel produzierter, falsch produzierter oder rücklaufender Ware haben inzwischen etliche Startups sehr interessante Lösungsansätze entwickelt, die seitens der Expert:innen genauer ins Visier genommen werden.
Für die weitere Arbeit sollen Fließschemen entwickelt werden, anhand derer man sich den relevanten Punkten systematisch nähern kann, um dann letztendlich konkrete Demonstrationsprojekte auszuwählen. Ebenso wichtig erscheint den Teilnehmenden ein intensiver Austausch an der Schnittstelle zum Lebensmittelhandel, und zwar sowohl bei der Lieferung von Waren als auch bei rücklaufender Ware. Auch Veränderungsmöglichkeiten im gesetzgeberischen Rahmen könnten die Lebensmittelabfälle verringern – natürlich ohne die Lebensmittelsicherheit negativ zu beeinflussen.
 


Stand: 11.05.2021

Erster Runder Tisch „Obst- und Gemüseprodukte und Getränke“ am 6. Mai 2021

Im Rahmen des ersten digitalen Runden Tisches „Obst- und Gemüseprodukte und Getränke“ trafen sich 18 Vertreter:innen aus Wissenschaft und Praxis sowie Verbänden der Branche Obst- und Gemüseverarbeitung und Getränke, um das Projekt Dialogforum Verarbeitung kennen zu lernen und in einem ersten Austausch zielführende, praktische Ansätze zur Verringerung von Lebensmittelabfällen zu diskutieren.
Es wurden in den Arbeitsgruppen erste Ansatzpunkte zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen im betrieblichen Ablauf beschrieben und konkrete Ansätze für eine Verringerung von Lebensmittelabfällen genannt. Für frisches Gemüse wurde auch die Schnittstellenproblematik zum vor- und nachgelagerten Bereich betont. In der Getränkeindustrie sind durch die lange Haltbarkeit des Produktes die Prozessströme planbar.
Wichtig ist es jedoch, dass das Bewusstsein für die Problematik in der Organisation der Herstellerfirmen vorhanden ist. Stoffströme sind auch branchenübergreifend zu betrachten, um aus den Ressourcen den größtmöglichen Nutzen zu gewinnen.


Stand: 06.05.2021

Erster Runder Tisch „Molkerei“ am 14. April 2021

Am 14. April 2021 startete der erste branchenspezifische Runde Tisch „Molkerei“ innerhalb des Dialogforums Lebensmittelverarbeitung. An der digitalen Auftaktveranstaltung nahmen 21 Vertreter:innen aus der gelben und weißen Prozesslinie, Wissenschaft, Verbänden und der Zulieferindustrie teil. Der Runde Tisch wurde von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) gemeinsam mit dem Thünen-Institut organisiert.
Zwei Impulsvorträge dienten als Anregung für die Diskussionen zwischen den Teilnehmer:innen und die Arbeit in Kleingruppen. Auch wenn der Informations- und Erfahrungsaustausch im Vordergrund standen, konnten bereits erste Ansatzpunkte einer effektiven Reduzierung von Lebensmittelabfällen identifiziert werden. Neuen Technologien wird dabei eine ebenso große Bedeutung zukommen wie den Schnittstellen in der gesamten Prozess- und Lieferkette.
 

Stand: 30.04.2021

Weitere Runde Tische

Im Rahmen des Dialogforums Verarbeitung führen DLG und Thünen-Institut einen weiteren Durchlauf der Runden Tische für folgende Warengruppen bzw. Branchen durch:

  • Back- sowie Teigwaren,
  • Fleischverarbeitung und
  • Molkerei
  • Obst-, Gemüseverarbeitung und Getränkeherstellung,
  • Tiefkühlkost und sonstige Nahrungsmittel