Raupe Immersatt ist Deutschlands erstes foodsharing-Café, das im Juni 2019 in Stuttgart eröffnete. Ziel ist es, durch den öffentlichen Raum des Cafés das Thema Lebensmittelwertschätzung sichtbar zu machen und Menschen dafür zu sensibilisieren.
regional
Gesellschaft
Baden-Württemberg
Raupe Immersatt ist Deutschlands erstes foodsharing-Café, das im Juni 2019 in Stuttgart eröffnete. Ziel ist es, durch den öffentlichen Raum des Cafés das Thema Lebensmittelwertschätzung sichtbar zu machen und Menschen dafür zu sensibilisieren.
foodsharing bietet die Möglichkeit, direkt zu handeln und einen aktiven Beitrag für die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung zu leisten. Sogenannte "foodsaver" holen bei Kooperationsbetrieben übriggebliebene Lebensmittel ab und stellen diese kostenfrei über die Community-Fairteiler zu Verfügung.
Raupe Immersatt hat einen solchen Fairteiler in ein Café integriert und fördert damit die Sichtbarkeit und öffentliche Wahrnehmung von Lebensmittelverschwendung, vor allem außerhalb des foodsharing-Netzwerkes. Mit dem Café möchten die Verantwortlichen für die Dimensionen des Problems sensibilisieren und einen wertschätzenden Umgang mit unseren Ressourcen fördern.
Für Raupe Immersatt bedeutet foodsharing bedingungsloses und kostenfreies Teilen von Lebensmitteln. Im sogenannten Fairteiler, einer im Café öffentlich zugänglichen Schrankwand, bieten sie vor der Tonne gerettete Lebensmittel an. An der Bar gibt es Getränke zum selbst bestimmbaren Preis – die meisten bio, fair produziert und von unabhängigen Erzeuger:innen aus der Region. Durch dieses solidarische Bezahlprinzip sind alle Menschen willkommen, egal mit welchem Geldbeutel. Abgerundet wird das Konzept durch regelmäßig stattfindende Veranstaltungen: Von Kochaktionen und -kursen über Workshops und Vorträge zu Themen rund um eine zukunftsfähige Welt bis hin zu Konzerten, Lesungen und Filmabenden – als gemeinnütziger Verein verfolgt das Café das Ziel, ökologische und soziale Bewusstseinsbildung sowie Kunst und Kultur zu fördern. Auch Bildungsangebote für Schulklassen und Jugendgruppen, mit denen der Verein Ursachen zu Lebensmittelverschwendung und mögliche Lösungen gemeinsam erörtert, gehören zum festen Portfolio.
2024 feiert das foodsharing-Café Jubiläum und blickt auf fünf Jahre Wirken zurück: Das Café rettet nicht nur täglich hunderte Kilo Lebensmittel vor der Tonne und wird von durchschnittlich ca. 150 Personen am Tag besucht. Es ist zum fest etablierten Stadtteil-Café geworden, wenn gleich noch täglich Gäste zum ersten Mal zu Besuch sind. Gegenwärtig wird zudem ein Netzwerk für foodsharing-Cafés aufgebaut: Bereits in anderen Städten entstehen Initiativen, die nach demselben Prinzip lokale Café-Projekte starten. Alle finden sich im Netzwerk zusammen, in dem gegenseitige Erfahrungswerte zur Café-Gründung und zum laufenden Betrieb geteilt sowie neue Mitglieder mit der gewonnenen Expertise beraten werden. Ziel ist es, mit dieser kollektiven Bewegung noch mehr Aufmerksamkeit für Lebensmittelverschwendung zu gewinnen.
Letztlich könnte es in jedem Stadtviertel in jeder Stadt einen lokalen Ort zum Lebensmittelteilen geben: Denn je kürzer die Transportwege und je gefestigter die Bindung zu den Menschen, desto nachhaltiger kann auch ein foodsharing-Café wirken. Raupe Immersatt freut sich, wenn sich die Bewegung vervielfältigt und ist immer offen für weitere Initiativen, die sich anschließen möchten.
"