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So bleibt Marmelade lange lecker

Quelle: (c) shaiith - AdobeStock

Die besten Tipps zur Beerensaison: Wie Marmelade länger hält – und was bei Einmach-Pannen hilft.

Sommerzeit ist Beerenzeit – von Juni bis August ist die Auswahl an heimischen Beeren besonders groß. Ob frisch in den Mund, auf dem Kuchen oder in Konfitüren: Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Stachelbeeren, Johannisbeeren und Heidelbeeren sind nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund. Die farbenfrohen Früchtchen sind so beliebt, dass die Anbaufläche der Strauchbeeren in Deutschland 2015 um fünf Prozent gestiegen ist. Rund 1,5 Kilogramm Johannis-, Stachel-, Brom- und Himbeeren haben die Deutschen 2014 durchschnittlich pro Kopf verspeist.

Weil die Saison so kurz ist und die frischen Früchte schnell verderben, kommt die Beere für den Genuss im Rest des Jahres ins Glas – als Marmelade. Ob selbst gemacht oder gekauft: Zu gut für die Tonne! gibt Tipps, wie Fruchtaufstriche und Gelees lange halten und was beim Einmachen zu beachten ist, damit keine Lebensmittel verschwendet werden.

Je zuckriger, desto länger haltbar

Der Zuckeranteil von Marmelade ist ausschlaggebend für ihre Haltbarkeit: Je mehr Zucker enthalten ist, desto länger lässt sich der fruchtige Brotaufstrich aufbewahren. Das heißt: Bei selbst gekochter Marmelade hält der Klassiker mit gleicher Menge Gelierzucker und Beeren am längsten. Unangebrochen lässt sich das fertige Produkt etwa ein Jahr im Vorratsregal bei 15 bis 20 Grad Celsius lagern. Sie liebt es dunkel, trocken und kühl. Wer es weniger süß mag, nimmt doppelt oder dreimal so viel Frucht wie Gelierzucker – und braucht die fruchtige Leckerei schneller auf.

Angebrochene Marmeladen sollten immer im Kühlschrank aufbewahrt werden. Damit sie nicht schnell verderben, sollten die Gläser stets fest verschlossen sein. Gekaufte Marmeladen, können in der Kühlschranktür sogar mehrere Monate halten.

Verfärbungen und abgelaufenes Datum

Selbst gemachte Marmelade kann nach einigen Monaten Farbe verlieren und sich leicht braun oder grau verfärben, da Lichteinfluss natürliche Farbstoffe zerstören kann. Am Geschmack ändert sich nichts! Auch wenn bei gekauften Konfitüren das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, müssen sie nicht in den Abfall. Ob überschrittenes Datum oder Verfärbung bei der selbst gemachten Variante: Vertraue deinen Sinnen! Wenn du Schimmel siehst, muss die Marmelade entsorgt werden. Ansonsten kannst du den Geruchs- und Geschmackstest machen. Was gut aussieht, riecht und schmeckt, ist meist auch noch gut.

Selbst gemachte Marmelade für Eilige

Selbst gemacht schmeckt die Frucht fürs Brot immer noch am besten. Dazu sollten möglichst frische und reife Beeren verwendet werden. Denn eine angefaulte Beere kann den Geschmack der ganzen Marmelade verderben. Nimm dir also ruhig etwas Zeit, die Beeren zu verlesen.

Wenn dir das Einkochen gerade zu lange dauert, lassen sich die gesunden Früchte auch erntefrisch für zehn bis zwölf Monate einfrieren und später zu Konfitüre verarbeiten. Oder du machst eine schnelle Marmelade: Püriere Beeren kalt und mische sie mit Gelierzucker nach Packungsangabe. Das Fruchtmus hält rund 14 Tage im Kühlschrank. Dieses Rezept eignet sich auch prima, wenn du wenige übrig gebliebene Beeren verarbeiten willst.

So hält selbst gemachte Marmelade lange

- Wer mehr Beeren und Zeit hat, kocht sie – um sie für ein Jahr haltbar zu machen – nach Omas Art ein. Damit selbstgemachte Marmeladen nicht vorschnell verderben, ist Sauberkeit das A und O:

- Einmachgläser reinigen: Lege sie nach dem Säubern am besten einige Minuten in kochendes Wasser. So tötest du mögliche Keime, die deine Marmelade verderben können. Professionelle, kleine Einmachgläser sind perfekt geeignet, weil sie sehr gut schließen.

- Keime fernhalten: Die sterilen Gläser fasst du am besten unten an – auf keinen Fall innen oder am Rand. Abtrocknen solltest du sie auch nicht. Sonst kannst du mit dem Saubermachen von vorne beginnen.

- Rand sauber halten: Ein unbekleckster Glasrand sorgt für längere Haltbarkeit. Am besten klappt das Einfüllen ohne Kleckern mit einem Trichter – der natürlich auch sauber sein sollte. Wie die Gummiringe und die Deckel kochst du ihn am besten in Essigwasser aus und spülst dann mit heißem Wasser nach. Auch hier sollte das Geschirrtuch wegbleiben. Wer doch kleckst, benutzt ein ganz frisch gewaschenes Geschirrtuch, um die Ränder zu säubern.

- Mache die Gläser ruhig voll bis kurz unter den Rand. Denn je weniger Sauerstoff im Glas ist, desto besser für die Haltbarkeit. Ist die Marmelade drin, solltest du sie sofort verschließen und für zehn Minuten auf den Kopf stellen. So kann die Luft entweichen. Damit du weißt, wann die Marmelade aufgegessen werden muss, beschriftest du sie am besten mit dem Herstellungsdatum.

- Für extra lange Haltbarkeit: Wer Gläser mit Glasdeckel und Einkochring benutzt, kann sie vollgefüllt und fest verschlossen in 90 Grad Celsius heißem Wasser sterilisieren. Beim Abkühlen danach entsteht ein Vakuum, das die Haltbarkeit fast unbegrenzt heraufsetzt.

Zu dick, flüssig oder trübe: Tipps bei Einkoch-Pannen

Manchmal jedoch gelingt die Konfitüre nicht ganz so wie geplant. Kein Grund sie gleich wegzuschütten. Wir geben Tipps, wie die Marmelade gerettet oder weiterverwertet werden kann:

- Die Marmelade ist zu dick: Etwas zusätzliche Flüssigkeit schafft hier Abhilfe. Du kannst die Marmelade mit wenig Wasser oder Saft verdünnen und noch einmal einige Minuten blubbernd kochen lassen. So kannst du sicher sein, dass sie auch lange hält.

- Die Marmelade ist zu dünn: Lasse sie einfach weiter einkochen oder gib ein wenig Apfelpektin oder Gelierzucker zu und lasse alles noch mal einige Minuten blubbernd aufkochen. Auch ein wenig Zitronensaft kann helfen. Wenn du kein Pektin dahast, kannst du die leckere Fruchtsoße als Topping für Eis, Joghurt oder Quark benutzen.

- Das Gelee ist trübe: Das kann passieren, wenn die Beeren beim Entsaften zu stark gepresst wurden oder etwas Fruchtfleisch in den Fruchtsaft gelangt ist. Das sieht nicht mehr so schön aus, tut dem Geschmack aber keinen Abbruch.