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Wie viel werfen wir weg?

Die meisten von uns haben nicht das Gefühl, viele Lebensmittel wegzuwerfen. Doch ein Blick auf die Zahlen zeigt: Dieses Gefühl täuscht.

 

Nach einer Baseline-Erhebung des BMEL für das Jahr 2015 wirft jeder von uns pro Jahr mindestens 75 Kilogramm Lebensmittel weg. Insgesamt landen in Privathaushalten 6,1 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll.

Fast die Hälfte der Lebensmittelabfälle wären vermeidbar gewesen.

Über die gesamten Lebensmittelversorgungskette, also in den Sektoren Primärproduktion, Lebensmittelverarbeitung, Groß- und Einzelhandel, Außer-Haus-Verpflegung und private Haushalte landen knapp zwölf Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle pro Jahr (bezogen auf 2015) in der Tonne. 

"Lebensmittelabfälle in Deutschland – Baseline 2015" Johann Heinrich von Thünen-Institut (c) BMEL

Bares Geld in der Tonne

Die wenigsten Lebensmittel, die im Müll landen, gehören dorthin. Wir werfen nicht in erster Linie tatsächlich Verdorbenes weg. Sondern Produkte, die uns nicht mehr gut und appetitlich genug erscheinen. Das betrifft vor allem Obst und Gemüse. Welker Salat, schrumpelige Möhren oder Äpfel mit Druckstellen – all das, was für eine gesunde Ernährung besonders wichtig ist, aber leider auch bei falscher Lagerung schnell unansehnlich wird, landet am häufigsten in der Tonne. Obst und Gemüse macht fast die Hälfte des Lebensmittelabfalls aus. Danach folgen Back- und Teigwaren sowie Speisereste.

Die Grafik zeigt die Verteilung der vermeidbaren Lebensmittelabfälle in privaten Haushalten nach Produktgruppen: Obst & Gemüse 34 %, Zubereitetes 16%, Brot & Backwaren 14 %, Getränke 11%, Milchprodukte 9%, Fertigprodukte 7% Fleisch & Fisch 4%, Sonstige
Verteilung der vermeidbaren Lebensmittelabfälle in privaten Haushalten nach Produktgruppen: Obst und Gemüse, Zubereitetes, Brot und Backwaren, Getränke, Milchprodukte, Fertigprodukte, Fleisch und Fisch, Sonstiges. Quelle: GfK-Studie 2017

Bedenkenlos entsorgt wird auch, was wir für verdorben halten, es aber meistens gar nicht ist. Dieses Schicksal ereilt besonders oft Milchprodukte. Wer kennt das nicht: Man holt sich einen Joghurt aus dem Kühlschrank, sieht, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist, und wirft den Becher ungeöffnet in den Mülleimer. Ebenso gut könnten wir bares Geld wegwerfen. Denn „abgelaufen“ bedeutet in den seltensten Fällen „nicht mehr genießbar“.


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