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Wie viel werfen wir weg?

Die meisten von uns haben nicht das Gefühl, viele Lebensmittel wegzuwerfen. Doch ein Blick auf die Zahlen zeigt: Dieses Gefühl täuscht.

Jedes achte Lebensmittel, das wir einkaufen, landet in der Tonne.

Nach einer Studie der Universität Stuttgart, 2012 gefördert durch das Bundesministerium, wirft jeder von uns pro Jahr durchschnittlich 82 Kilogramm Lebensmittel weg – das entspricht etwa zwei vollgepackten Einkaufswagen. Aufs ganze Land hochgerechnet ergibt das einen gewaltigen Berg von 6,7 Millionen Tonnen. Den produzieren wir, die Verbraucher. Und wir haben es auch in der Hand, diesen Berg kleiner werden zu lassen. 

Was werfen wir weg?

Die Grafik zeigt die Verteilung der vermeidbaren Lebensmittelabfälle in privaten Haushalten nach Produktgruppen: Gemüse und Obst 44 Prozent, Back- und Teigwaren 20 Prozent, Speisereste 12 Prozent, Milchprodukte 8 Prozent, Getränke 7 Prozent, Fleisch un
Verteilung der vermeidbaren und teilweise vermeidbaren Lebensmittelabfälle in privaten Haushalten nach Produktgruppen: Gemüse und Obst, Back- und Teigwaren, Speisereste, Milchprodukte, Getränke, Fleisch und Fisch, Sonstiges wie Süßigkeiten. Quelle: Studie der Universität Stuttgart, 2012, gefördert durch das BMELV

Die wenigsten Lebensmittel, die im Müll landen, gehören dorthin. Wir werfen nicht in erster Linie tatsächlich Verdorbenes weg. Sondern Produkte, die uns nicht mehr gut und appetitlich genug erscheinen. Das betrifft vor allem Obst und Gemüse. Welker Salat, schrumpelige Möhren oder Äpfel mit Druckstellen – all das, was für eine gesunde Ernährung besonders wichtig ist, aber leider auch bei falscher Lagerung schnell unansehnlich wird, landet am häufigsten in der Tonne. Obst und Gemüse macht fast die Hälfte des Lebensmittelabfalls aus. Danach folgen Back- und Teigwaren sowie Speisereste.

Bares Geld in der Tonne

Bedenkenlos entsorgt wird auch, was wir für verdorben halten, es aber meistens gar nicht ist. Dieses Schicksal ereilt besonders oft Milchprodukte. Wer kennt das nicht: Man holt sich einen Joghurt aus dem Kühlschrank, sieht, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist, und wirft den Becher ungeöffnet in den Mülleimer. Ebenso gut könnten wir bares Geld wegwerfen. Denn „abgelaufen“ bedeutet in den seltensten Fällen „nicht mehr genießbar“.

Wer Lebensmittelabfälle reduziert, zum Beispiel indem man das Mindesthaltbarkeitsdatum wörtlich nimmt - mindestens haltbar bis - kann richtig Geld sparen: Aufs gesamte Jahr gesehen, wandern pro Person Lebensmittel im Wert von rund 235  Euro in die Tonne.


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