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Warum werfen wir so viel weg?

Wir leben in einer Konsum-, Überfluss- und Wegwerfgesellschaft. Lebensmittel sind für viele von uns immer und überall verfügbar. Aber wer kennt noch den Herkunftsort oder die Reifedauer des gerade weggeworfenen Käses? Studien bestätigen dies: Wir wissen nicht mehr genau, woher Produkte kommen und wie viel Arbeit und Ressourcen in ihnen stecken. So verlieren wir den Bezug zu unseren Lebensmitteln, die schnelle Mahlzeit und der Einkauf zwischendurch bestimmen unseren Alltag. Deshalb tappen wir in viele, eigentlich vermeidbare Wegwerffallen.

Beim Einkauf

Ein Marktstand voller buntem Obst und Gemüse
Oft greifen wir zu dem, was am leckersten aussieht. © Christine Winter/pixelio.de

Die erste Wegwerffalle lauert bereits bei der Einkaufsplanung. Wir eilen nach der Arbeit in den Supermarkt – ohne zu wissen, was wir wirklich brauchen. Also greifen wir zu dem, was am leckersten aussieht. Doch das ist nicht unbedingt das, was wir wirklich brauchen. Als Folge fristen Schnellkäufe wie exotische Früchte, der Bund Rucola und der ungewohnte Weichkäse ein Schattendasein in unserem Kühlschrank.

Andere von uns kaufen eher selten ein. Dafür fallen diese Einkäufe in der Regel umso größer aus. Denn wir wissen ja nicht, wann wir das nächste Mal wieder in den Supermarkt kommen. Hier lassen wir uns gern verführen: von Sonderangeboten, Familienpackungen und Rabattaktionen wie „Nimm 3, zahle 2“. Wir greifen gerne zu, ohne zu bedenken, was wir damit machen, wenn wir nach der Hälfte keine Lust mehr darauf haben. Weißt du, was andere Haushaltsmitglieder einkaufen? Ohne Absprache einzukaufen potenziert das Wegwerfrisiko.

Das kannst du dagegen tun: Besser einkaufen.

Beim Lagern

Ein überfüllter offener Kühlschrank, die Produkte sind wild durcheinander einsortiert
Klassische Wegwerffalle: Der überfüllte Kühlschrank. © BMEL/Walkscreen

Den Einkauf einfach in den Kühlschrank zu verfrachten, reicht leider nicht für eine gute Aufbewahrung. Denn auch Lebensmittel haben ihre Vorlieben: Hell oder dunkel, kühl oder doch bei Zimmertemperatur. Und viele nehmen es uns übel, wenn wir sie nicht richtig aufbewahren, vor allem Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch oder Milchprodukte. Wenn sie dann an Frische und Geschmack verlieren, werden sie schnell zu Abfallkandidaten.

Hast du deine Vorräte immer im Blick? Ältere Joghurts schieben wir gern nach hinten und vergessen sie dort. Verstaut in diversen Behältern oder gar dort, wo sie niemand vermutet, werden Lebensmittel schnell zu Lagerhütern. Auch was wir mit klarer Absicht kaufen, ist nicht immer sicher vor der Tonne.

Viele Lebensmittel werfen wir weg, weil ihr Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist oder es in Kürze abläuft. Dabei sagt dieses Datum nichts darüber aus, ob ein Lebensmittel noch genießbar ist oder nicht. Deshalb lohnt es sich, wenn du deinen Sinnen vertraust: Denn wenn ein Joghurt normal riecht, aussieht und schmeckt, ist er auch noch gut.

Das kannst du dagegen tun: Besser lagern.

Beim Essen

Auf einem Abräumband einer Kantine steht ein Tablett und darauf Teller, auf denen Essensreste liegen
Auch Kantinenesser sind nicht sicher vorm Wegwerfen. © BMEL/Walkscreen

Selbst nach dem schönsten Mittag- oder Abendessen warten noch Wegwerffallen auf uns: in Gestalt von angeschnittenem Gemüse, übriggebliebenen Spaghetti oder einem halben Dessert. Die Gäste sind gegangen, die Reste noch da. Eigentlich zu schön zum Wegwerfen, oder? Dennoch wandern viele Essensreste eher in die Tonne, als dass wir sie kreativ weiterverwerten.

Der Grund: Wir wissen nicht mehr, wie viel wir zum Kochen wirklich brauchen. Es ist ja auch so viel davon da. Da bleibt gerne mal was übrig. Oft bietet es sich ja auch an, mehr zuzubereiten – als Reserve für einen kochfreien Folgetag etwa. Also bleiben die Spaghetti auf der Herdplatte stehen – wo sie schneller schlecht werden als im Kühlschrank. Essen möchten wir sie dann nicht mehr, also ab damit in die Tonne.

Selbst Auswärtsesser sind nicht geschützt vor Lebensmittelabfällen. Denn auch im Imbiss, Take-Away und im Restaurant wandern viele Reste in die Tonne.

Das kannst du dagegen tun: Besser essen.


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