Streuobstwiese mit Apfelbäumen. Einige Äpfel liegen auf dem Boden.
Deutschland rettet Lebensmittel!

Ernteaktion „Gelbes Band“ – hier darf geerntet werden

Quelle: Bomenius - stock.adobe.com

Die Aktion „Gelbes Band“ funktioniert ganz einfach: Obstbaumbesitzerinnen und -besitzer können ihre Bäume durch ein gelbes Band kennzeichnen und damit signalisieren: Hier darf kostenlos und ohne Rücksprache geerntet werden. Verbraucher:innen können so für den Eigenbedarf kostenlos Obst in ihrer Umgebung ernten und verwenden. Dadurch werden die wertvollen Früchte doch noch verwertet.

Mit dem Ernteprojekt „Gelbes Band“ gewann der Landkreis Esslingen 2020 den Zu gut für die Tonne! – Bundespreis in der Kategorie Landwirtschaft & Produktion und inspirierte viele weitere Gemeinden in ganz Deutschland, sich der Aktion anzuschließen.

So führte beispielsweise das Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen (ZEHN) die „Gelbe Band“ Aktion bereits letztes Jahr erfolgreich in Niedersachsen durch: 1.800 gelbe Bänder luden hier im ganzen Bundesland zur Ernte ein. Auch im Saarland wurde die Aktion bereits im letzten Jahr aufgegriffen und wird, wie auch in Niedersachsen, in diesem Jahr fortgeführt.

Im Rahmen der Aktionswoche Deutschland rettet Lebensmittel! rufen das BMEL mit Zu gut für die Tonne! und die Ministerien der Länder in diesem Sommer nun bundesweit zur Ernteaktion „Gelbes Band“ auf. Jede und jeder kann mitmachen!


So funktioniert’s

Wer Obstbäume oder -sträucher besitzt, aber während der Obstsaison die vielen Früchte nicht abernten kann, markiert die Bäume und Sträucher mit einem gelben Band. Dieses signalisiert: Hier dürfen die Früchte ohne Rücksprache und für den eigenen Bedarf gepflückt und bereits von diesem Baum gefallenes Obst kostenlos aufgelesen werden – unter Einhaltung der unten aufgeführten Verhaltensregeln. So sorgt die Aktion dafür, dass in Deutschland mehr Obstbäume abgeerntet und das Obst verwertet wird.


Sie möchten Obst ernten?

Damit Sie und andere Freude an der Aktion haben, bitten wir Sie, folgende Verhaltensregeln beim Ernten zu beachten:

  • Ernten Sie ausschließlich von Bäumen und Sträuchern, die ein gelbes Band tragen. Denn nur deren Früchte wurden von den Besitzer:innen für die Ernte freigegeben.
  • Seien Sie achtsam gegenüber der Natur und respektieren das Eigentum anderer. Gehen Sie behutsam mit den Obstbäumen um.
  • Ernten Sie nur, was – ohne Benutzung von Leitern o.ä. – in Reichweite hängt oder lesen Sie die Früchte vom Boden auf.
  • Achten Sie beim Betreten der Obstwiese auf Bodenunebenheiten, herumliegende Äste oder andere mögliche Gefahrenstellen.
  • Ernten Sie nur so viel, wie Sie tatsächlich verbrauchen können.
  • Prüfen Sie, ob das Obst noch gut ist. Lassen Sie sich von einer braunen Stelle nicht abschrecken. Diese können Sie einfach ausschneiden. Waschen Sie die Früchte vor dem Verzehr gründlich ab.


Die Standorte der „Gelben Bänder“ werden zentral hier angezeigt, um den Erntenden die Suche zu erleichtern. Schauen Sie einfach auf der Deutschlandkarte nach, ob in Ihrer Nähe Bäume oder Sträucher zur Ernte freigegeben sind. Setzen Sie dafür den Filter auf „Gelbes Band-Standorte“.

Sie waren schon ernten? Wir würden uns freuen, wenn Sie an unserer Evaluation zur Aktion teilnehmen und uns Ihre Erfahrungen mitteilen.

Hier finden Sie unseren Flyer zur Aktion zum Weiterleiten.

Obst verwerten

Das geerntete Obst können Sie einfach waschen und in rohem Zustand verzehren. Alternativ bieten wir Ihnen Inspirationen zur kreativen Verarbeitung von Obst.

Obst verarbeiten oder haltbar machen

Sie möchten Ihren Obstbaum mit dem gelben Band zur Ernte freigeben?

Informieren Sie sich vorab, ob in Ihrem Landkreis bereits die Ernteaktion umgesetzt wird. Durch gemeinsame Materialien und Kommunikation können Sie die Sichtbarkeit der Aktion erhöhen.

Achten Sie auf die Natur und verwenden gelbe Bänder, die verwittern oder hängen die gelben Bänder zum Ende der Aktion wieder ab. Markieren Sie nur Bäume, die sich in Ihrem Besitz befinden und die Sie für andere zur Ernte freigeben möchten. 

Den Standort Ihres Obstbaums mit gelbem Band können Sie über dieses Formular auf der Deutschlandkarte eintragen lassen. So kann Ihr Baum besser von Interessierten gefunden werden. Geben Sie im Formular an, in welchem Zeitraum Ihr Baum bzw. Ihre Bäume zur Ernte für andere freigegeben sind und informieren darüber, was bei Ihnen geerntet werden kann.

Bei Fragen können Sie sich an die Koordinierungsstelle Zu gut für die Tonne! wenden.


Rechtliche Hinweise: Als Verfügungsberechtigte obliegen Ihnen Verkehrssicherungspflichten. Das bedeutet, Sie müssen Gefahrenquellen ausschließen, die durch Astbruch, Stolperfallen o.ä. entstehen könnten, um Schäden anderer zu verhindern. Ihre Haftung können Sie nicht durch einen Hinweis wie „Ernten auf eigene Gefahr“ o.ä. ausschließen. Bevor Sie ein gelbes Band anbringen, sollten Sie daher mit Ihrer Haftpflichtversicherung abklären, ob ein ausreichender Versicherungsschutz besteht. Die Teilnahme an der Aktion erfolgt auf eigene Verantwortung der Obstbaumbesitzerinnen und -besitzer. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft übernimmt keinerlei Haftung.

Materialien zur Kommunikation

Um in den sozialen Medien auf die Ernteaktion aufmerksam zu machen, können Sie hier verschiedene Materialien herunterladen.


Ziele der Ernteaktion

Jährlich landen in Deutschland entlang der gesamten Lebensmittelversorgungskette rund zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel in der Tonne – ein Großteil davon macht Obst und Gemüse aus. Um die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren, müssen alle aktiv werden. Die Ernteaktion verbindet die Obstbaumbesitzer:innen mit Verbraucher:innen und lenkt den Blick auf regionales und saisonal verfügbares Obst. Durch das eigene Abernten und Auflesen des Obstes bekommen die Verbraucher:innen einen direkten Bezug zu diesen Lebensmitteln und werden für einen bewussteren, wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln sensibilisiert.

Das langfristige Ziel der Vereinten Nationen, dem sich auch Deutschland verpflichtet hat, ist es, die Lebensmittelverschwendung bis 2030 auf Einzelhandels- und Verbraucherebene zu halbieren und entlang der restlichen Lebensmittelversorgungskette zu reduzieren.