Symbolbild Primärproduktion
Sektorspezifisches Dialogforum

Primärproduktion

Quelle: Harald Biebel - stock.adobe.com

Am Anfang der Lebensmittelversorgungskette steht die Primärproduktion und bereits hier entstehen Lebensmittelabfälle in nicht geringem Umfang. Sogar ungefähr 12 Prozent der Gesamtmenge aller Sektoren wird der Landwirtschaft zugerechnet (Thünen Report 71), das sind schätzungsweise 1,4 Millionen Tonnen pro Jahr.

Um die globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals (SDGs, insbesondere SDG 12.3 Lebensmittelverschwendung) zu erreichen, müssen Lebensmittelabfälle auch entlang der gesamten Produktions- und Lieferkette deutlich verringert werden.
Im Einklang mit der im Februar 2019 von der Bundesregierung beschlossenen Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung werden mit dem Aufbau des „Dialogforums Primärproduktion“ Aktivitäten angestoßen und geeignete Maßnahmen ergriffen, durch Vernetzung verbreitet und fundiert weiterentwickelt.

Das Dialogforum Primärproduktion zielt auf die systematische Verringerung von Lebensmittelabfällen in der landwirtschaftlichen Produktion in Deutschland ab.
Ziel des Dialogforums ist es, gemeinsam mit den wesentlichen Akteuren eine Branchenvereinbarung zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen für den Sektor Primärproduktion auf den Weg zu bringen. Diese Zielvereinbarung soll konkrete Reduktionsziele enthalten und Maßnahmen festlegen, die in regelmäßigen Abständen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit evaluiert werden.

Im Rahmen des Projektes werden erfolgversprechende Ansätze und Interventionen identifiziert und durch Kooperation mit und Unterstützung von bereits in diesem Feld tätigen Akteuren getestet. Ihre Wirksamkeit wird mit Hilfe einer im Rahmen des Projektes entwickelten einheitlichen Methode bewertet. Dabei wird das Thünen-Institut ein begleitendes Monitoring und eine Bilanzierung der Lebensmittelabfallströme in der Primärproduktion durchführen. Um die unterschiedlichen Perspektiven der breit gefächerten Branche zu berücksichtigen, wird ein Querschnitt der Unternehmen und Branchenverbände zusammengestellt. So sollen Ackerbaubetriebe genauso vertreten sein wie Nutztierhaltungen und der Obst- und Gemüseanbau. Sowohl konventionell wie auch ökologisch wirtschaftende Betriebe haben die Möglichkeit, sich in das Projekt einzubringen. Die Evaluierung von Interventionen spielt eine wichtige Rolle, da es aktuell europaweit kaum Studien zur Wirksamkeit von Kampagnen und Maßnahmen zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung gibt.

Auf Grundlage der erarbeiteten Ergebnisse werden Demonstrationsbetriebe ausgewählt, in denen die DLG und das Thünen-Institut identifizierte Best-Practice-Maßnahmen beispielhaft umsetzen.
Die daraus resultierenden guten Ansätze für effektive Interventionen zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung werden durch Vernetzung der Akteure innerhalb von Dialogforen mit regelmäßigen Netzwerktreffen weiterentwickelt.
Auch sollen Verbesserungsmöglichkeiten an Schnittstellen der Primärproduktion zu anderen Bereichen wie beispielsweise Verarbeitung, Groß- und Einzelhandel oder private Haushalte identifiziert werden.
Das Projekt wird von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft e.V. (DLG) koordiniert und in Zusammenarbeit mit dem Thünen-Institut (TI) durchgeführt.

Die Förderung des Vorhabens erfolgt aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Die Projektträgerschaft erfolgt über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).

Terminkalender

Veranstaltungen

Hier finden Sie die Veranstaltungen des Dialogforums Primärproduktion.