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10.05.2019 | Schon gewusst?

Wahrheit oder Mythos?

Bleiben Melonenkerne wirklich im Magen stecken? Wir gehen gängigen Küchenmythen auf den Grund.
(c) pathdoc – Adobe Stock

Mythos Nummer 1: Melonenkerne darf man nicht essen!
Viele kennen vermutlich die Gruselgeschichten aus Kindertagen, dass sich Melonenkerne im Magen einnisten oder im Blinddarm steckenbleiben und dort zu Entzündungen führen. Beim Blinddarm ist dies zwar generell möglich, aber sehr unwahrscheinlich – vor allem, wenn man die Kerne beim Essen gut zerkaut. Die Kerne mitzuessen hat sogar Vorteile: Sie enthalten viele Vitamine, Proteine und Mineralstoffe. Wenn du sie etwas kreativer weiterverarbeiten möchtest, kannst du sie zum Beispiel roh über deinen Salat streuen oder als Snack mit Öl und Salz in der Pfanne rösten.

Mythos Nummer 2: Ein bisschen Schimmel kann man einfach wegschneiden!
Schimmelige Stellen aus der Marmelade löffeln oder vom Brot abschneiden? Das ist leider keine gute Idee. Denn manche Schimmelpilzarten bilden sogenannte Mykotoxine, die schon in geringen Mengen gesundheitsschädlich sein können. Das Problem dabei: Ob sich Mykotoxine gebildet haben oder nicht, lässt sich nur im Labor feststellen. Deshalb ist es bei den meisten Lebensmitteln besser, sie zu entsorgen, wenn sie sichtbar mit Schimmel befallen sind. Anders ist es bei Beerenobst: Wenn nur eine schimmelige Beere in der Verpackung ist, müssen nicht alle weggeworfen werden. Es reicht, wenn du diese Beere und die umliegenden Früchte entfernst. Erst wenn mehrere Schimmelherde zu erkennen sind, solltest du lieber auf Nummer sicher gehen und alle Früchte entsorgen. Weitere Tipps, um Schimmel und Mykotoxine in Lebensmitteln zu vermeiden, findet ihr hier oder beim Bundesinstitut für Risikobewertung.

Mythos Nummer 3: Spinat darf man nicht noch einmal aufwärmen!
Der Grundsatz, Spinat kein zweites Mal aufzuwärmen, stammt aus früheren Tagen, als Lebensmittel noch nicht ausreichend gekühlt werden konnten. Denn: Bei Zimmertemperatur können sich Bakterien schnell vermehren und dafür sorgen, dass sich das im Spinat enthaltene Nitrat in Nitrit umwandelt – ein aus gesundheitlicher Sicht nicht ganz unbedenklicher Stoff. Diesem Risiko kannst du entgegenwirken, indem du Spinatreste direkt nach dem Abkühlen abgedeckt in den Kühlschrank stellst. So ist das Gemüse noch bis zu zwei Tage haltbar und kann bedenkenlos, allerdings besser nur einmal wieder aufgewärmt werden. Vorsicht ist jedoch bei Säuglingen und Kleinkindern aufgrund ihrer geringen Körpergröße geboten. Sie sollten Spinat deshalb nur frisch zubereitet essen.

Mythos Nummer 4: Brot gehört auf keinen Fall in den Kühlschrank!
Die meisten Lebensmittel bleiben im Kühlschrank länger frisch – Brot zählt bekannterweise nicht dazu. Vor allem roggenhaltige Brotsorten trocknen bei niedrigen Temperaturen schnell aus und schmecken dann altbacken. Insofern stimmt diese Regel durchaus – es gibt jedoch eine Ausnahme: In den Sommermonaten kann es besser sein, Brot im Kühlschrank zu lagern. Denn warme Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit begünstigen die Bildung von Schimmel. Im Sommer ist es deshalb ratsam, häufiger Brot in kleineren Mengen zu kaufen und es schnell zu verbrauchen.

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