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01.01.2019 | Schon gewusst?, Meldungen

Restlos durchs neue Jahr

Unser Vorsatz: weniger Lebensmittelabfälle in 2019. Kochpate Michael Schieferstein erklärt, wie’s geht.
(c) Zerbor – Adobe Stock

Koch und Buchautor Michael Schieferstein engagiert sich privat und mit seinem Verein FoodFighters  gegen Lebensmittelverschwendung und für mehr Nachhaltigkeit. Zum Start ins neue Jahr verrät er, wie du mit einigen guten Vorsätzen Lebensmittel vor der Tonne retten und dich gleichzeitig gesünder ernähren kannst.

1. Vorsatz: Einkaufsliste schreiben
„Das größte Problem in puncto Lebensmittelverschwendung ist, dass wir unsere Einkäufe nicht planen. Oft gehen wir von der Arbeit direkt in den Supermarkt, ohne zu wissen, was wir überhaupt brauchen – was dazu führt, dass wir den Grundbestand unserer Lebensmittel doppelt und dreifach auffüllen und dementsprechend viel wegschmeißen. Sinnvoller ist, vorher zu schauen: Was habe ich noch im Kühlschrank? Was habe ich im Vorratsschrank? Was habe ich im Keller? Dann mache ich mir entspannt einen Kaffee, esse eine Kleinigkeit, schreibe einen Einkaufszettel und gehe gezielt einkaufen – ohne Hunger, mit ausreichend Zeit und ohne Hast.“

2. Vorsatz: Häufiger kleine Mengen kaufen
„Vor allem vor Feiertagen neigen wir dazu, viel zu viel einzukaufen und riesige Vorräte anzulegen, von denen dann nach den Festtagen die Hälfte übrigbleibt. Das kann natürlich mal vorkommen, dann sollten wir die Reste aber auch weiter verwenden – zum Beispiel die Schokolade von den Nikoläusen  für ein Fondue, den Käse vom Raclette zum Überbacken oder die Reste vom Entenbraten als Ragout. Ansonsten ist es natürlich am besten, zu große Einkäufe grundsätzlich zu vermeiden und lieber alle zwei bis drei Tage frische Produkte zu kaufen.“

3. Vorsatz: Häufiger beim Erzeuger kaufen
„Saisonale und regionale Produkte am besten auf Märkten oder direkt beim Erzeuger kaufen. Das ist am Ende oft nicht teurer als Ware aus dem Discounter. Das sehen wir in unseren Workshops und Experimenten immer wieder. Die Leute meinen oft, dass sie mit Großpackungen preiswerter wegkommen. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Wer bewusst und in kleinen Mengen einkauft und seine Reste gut verwertet, spart unterm Strich viel Geld – einfach weil kaum noch Lebensmittel in der Tonne landen. Ich empfehle immer: Lieber weniger und dafür bessere Qualität kaufen. Am besten vom Wochenmarkt und direkt vom Erzeuger. Das bedeutet nicht nur kürzere Transportwege und weniger Verpackung. Ich ernähre mich auch viel gesünder.“

4. Vorsatz: Ordnung halten
„Regel Nummer eins bei der Lagerung ist Hygiene. Denn Keime in Schränken und Regalen sind oftmals die Ursache von Schimmel. Regel Nummer zwei lautet: Raus aus der Verpackung! Besser ist es, die Einkäufe in eine saubere Schüssel umzupacken und abzudecken. Frischen Käse schlage ich gern in Butterbrotpapier oder unbehandelte Stofftücher ein, zum Beispiel in alte Tischdecken oder Bettlaken. Das Tuch koche ich danach bei 90 Grad aus und kann es ohne Probleme wiederverwenden. Auch haltbare Lebensmittel wie Mehl sollte man umfüllen – allein schon wegen der Motten.

Anschließend sollte jedes Lebensmittel an seinen Platz: Brot wird am besten in einem Tontopf oder einem geeigneten Brotkasten aufbewahrt. Auf jeden Fall nicht in Plastik, da es sonst anfängt zu schwitzen. Frischer Fisch und Fleisch müssen sofort in den Kühlschrank und sollten nicht über zwei Grad lagern. Alles, was irgendwie mit der Sonne zu tun hat – Mangos, Bananen oder Orangen –, ist außerhalb des Kühlschranks besser aufgehoben. Ich persönlich verwende eine Etagere, in der ich Obst und Gemüse getrennt voneinander lagern kann. Das ist zum Beispiel wichtig bei Tomaten und Äpfeln, die während des Reifeprozesses ein Pflanzenhormon, das Ethylen, aussscheiden. Dies lässt anderes Obst und Gemüse schneller reifen.“

5. Vorsatz: Den eigenen Sinnen vertrauen
„Ein Grund, warum viele Lebensmittel unnötig in der Tonne landen, ist das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Was viele nicht wissen: Dieses Datum legt nicht der Gesetzgeber fest, sondern der Hersteller. Er garantiert bis zu diesem Datum die Qualität des Produktes, aber das MHD ist kein Wegwerfdatum. Zum Beispiel kann man Joghurt bei richtiger Lagerung noch sehr viel später essen, Mehl können wir noch Jahre später verwenden, eine Konservendose übersteht Jahrzehnte im Keller und Trockenwaren wie Nudeln brauchen gar kein MHD. Statt auf das MHD sollten wir lieber auf unsere Sinne bauen: Durch Sehen, Riechen, Schmecken lässt sich leicht feststellen, ob etwas verdorben ist oder nicht.

Mehr über Michael Schieferstein und seine aktuellen Aktionen erfährst du auf seiner Webseite www.michael-schieferstein.de

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