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04.02.2019 | Meldungen

IGW 2019: grün und digital

Wie sieht die Ernährung und die Landwirtschaft von morgen aus? Das erfuhren zahlreiche Besucher auf der Internationalen Grünen Woche (IGW). Zu gut für die Tonne! informierte in der Halle des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Problematik der Lebensmittelverschwendung, die Aktivitäten der Politik und was jeder einzelne gegen die Verschwendung tun kann.
Die BMEL-Halle war aufgebaut wie eine digitalisierte Landschaft. (c) BLE

Von Schulklassen über Familien bis hin zu Landwirtschaftsministern aus aller Welt: das Publikum der IGW war vielfältig. In der Halle des BMEL erfuhren sie – an mehreren Tagen sogar direkt von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner – woran die Politik derzeit arbeitet, welche Forschung sie vorantriebt und welche Möglichkeiten sich dadurch ergeben.

Beispielsweise konnten sich die Messebesucher einen digitalisierten Kuhstall ansehen, indem der Bauer Informationen über das Verhalten der Tiere direkt auf sein Smartphone bekommt und so schneller über mögliche Krankheiten informiert wird. Und auch im Weinbau, sowie im Obst- und Gemüseanbau hat die Technik Einzug erhalten. So geben etwa Sensoren im Boden Aufschluss über dessen Feuchtigkeits- und Nährstoffgehalt und verraten damit dem Landwirt punktgenau, wann gegossen oder gedüngt werden muss. „Precision Farming“, zu Deutsch Präzisionslandwirtschaft, bezeichnet man diesen ressourcenschonenden Trend.

Wie wichtig ein sparsamer Umgang mit den Ressourcen der Erde ist, erfuhren die Besucher ebenso am Stand von Zu gut für die Tonne!. Dort veranschaulichten zwei mannshohe Ausstellungsstücke, wie viel Lebensmittel wir jedes Jahr wegwerfen und wie viele Ressourcen wir damit vergeuden. An zwei Tablets konnten Interessierte ihr Wissen über Lebensmittel, ihre richtige Lagerung und Zubereitung testen und sich über kleine Gewinne freuen. Außerdem informierten sich die Besucher darüber, welche Maßnahmen und Projekte es seitens der Politik, der Wirtschaft und der Gesellschaft bereits gibt, um Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Eines wurde dabei besonders deutlich: Auch in diesem Bereich kann die Digitalisierung einen positiven Beitrag leisten, zum Beispiel durch den Einsatz von Prognosesoftware. Sie ermöglicht es sowohl kleinen Bäckereien als auch großen Supermarktketten ihren Verkauf, je nach Wochentag oder Wetter, zu prognostizieren und entsprechend zu kalkulieren. Eine Vielzahl an Apps, über die Gastronomen und Verbraucher übriggebliebene Speisen anbieten können, ist eine weitere Möglichkeit die Digitalisierung einzusetzen und Lebensmittelabfälle zu verringern.

Dass in Zukunft weniger oft mehr ist bewies darüber hinaus das Max-Rubner-Institut. Im Auftrag des BMEL forscht das Institut an der Reduktion von gesundheitsgefährdenden Inhaltsstoffen wie Salz, Zucker und Fett. Auf einer „Geschmacksstraße“ konnten sich die Messebesucher davon überzeugen, dass es keine geschmacklichen Einbußen gibt, wenn man bestimmte Inhaltsstoffe gekonnt reduziert.
Nach zehn Tagen und zahlreichen anregenden Gesprächen ging die IGW 2019 am Sonntag erfolgreich zu Ende. Doch für Zu gut für die Tonne! ist nach der Messe vor der Messe: Ab 19. Februar haben Interessierte in Köln die Möglichkeit in den direkten Dialog mit Zu gut für die Tonne! zu gehen. Dann öffnet mit der didacta die größte Bildungsmesse Deutschlands ihre Türen. Im Fokus steht dann das überarbeitete, druckfrische Schulmaterial der Initiative.

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