weggeworfenes Obst und Gemüse

Lebensmittelabfälle in Unternehmen und privaten Haushalten

Quelle: Stefan Redel - AdobeStock

In den Modell- und Demonstrationsbetrieben der sektorspezifischen Dialogforen werden Lebensmittelabfälle gemessen und konkrete Maßnahmen zur Reduzierung getestet.
Im Dialogforum Außer-Haus-Verpflegung konnten in den Modellbetrieben mit einfachen Maßnahmen bereits 25 Prozent der Lebensmittelabfälle reduziert werden. Ein wichtiges Ergebnis: Wer die Abfälle misst, macht sich die Entstehung und die Ursachen bewusst, erkennt die ökonomische Dimension und beginnt, Abfälle zu reduzieren.
Und auch im Dialogforum Groß- und Einzelhandel haben sich die Unterzeichner:innen der Beteiligungserklärung dazu bekannt, Daten zu Lebensmittelabfällen in ihren Unternehmen zu erfassen. Diese Daten werden durch das Thünen-Institut ausgewertet werden. Erste Ergebnisse zeigen, dass im Jahr 2019 im Lebensmitteleinzelhandel ca. 500.000 Tonnen Lebensmittel weggeworfen wurden.

 

Und allein die Hälfte der in Deutschland anfallenden Lebensmittelabfälle entstehen in den privaten Haushalten. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat deswegen in den Jahren 2016/2017 eine Studie in Auftrag gegeben, die diese Abfälle vertieft untersucht: Über 6.000 Haushalte waren in einer repräsentativen Stichprobe vertreten und haben zwei Wochen ein Tagebuch darüber geführt, welche Lebensmittel in welchen Mengen weggeworfen wurden. 2020 wurde die Studie in gleicher Form wiederholt. Hierbei machen weggeworfenes Obst und Gemüse über ein Drittel der Abfälle aus, am zweithäufigsten landen zubereitete Speisen im Müll, gefolgt von Brot und Backwaren. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse aus 2020 finden Sie hier.

Insgesamt wirft im Schnitt jede:r von uns pro Jahr ungefähr 75 Kilogramm Lebensmittel weg, wie die Baseline 2015 des Thünen-Instituts zeigt. In diesen 75 Kilogramm sind aber auch Schalen von Nüssen und Zitrusfrüchten sowie Knochen und Kaffeesatz enthalten. Dies sind Lebensmittelabfälle, die sich nicht vermeiden lassen.

Die Studie der GfK SE erfasst systematisch das Wegwerfverhalten und die Wegwerfgründe und liefert sehr gute Ergebnisse hinsichtlich Art und Zusammensetzung der Lebensmittelabfälle. Die Ergebnisse zeigen, wo Reduzierungsmaßnahmen ansetzen müssen und welche die wichtigsten Zielgruppen sind.

Doch auch darüber hinaus werden Lebensmittelabfälle gemessen, zum Beispiel im Rahmen von Forschungsprojekten:

Im Projekt „REFOWAS“ wurden Wege zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen untersucht, um Maßnahmen, Bewertungsrahmen und Analysewerkzeuge sowie zukunftsfähige Ansätze für einen nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln zu entwickeln.

Und im Projekt „ELoFoS“ werden Maßnahmen zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen in der Außer-Haus-Verpflegung untersucht und insbesondere Großküchen vertieft betrachtet.