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27.11.2018 | Pressemeldungen

Schlemmen und wertschätzen: Kleine Genuss-Schulung zur Weihnachtszeit

Die Initiative Zu gut für die Tonne! des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) erkundet mit Genussforscherin Prof. Dr. Ines Heindl, wie man durch bewussten Genuss Lebensmittel wertschätzen lernt – und damit auch Abfälle reduziert.
(c) Syda Productions – Adobe Stock

Gemeinsam planen und Wünsche erfüllen
Wenn die weihnachtlichen Festtage anstehen, wird die Küche schnell zu einem Ort
hitziger Diskussionen. Jeder aus der Familie möchte ein üppiges Mahl auf dem Tisch
haben. Die Vorstellungen vom perfekten Festessen gehen allerdings oft auseinander
und Stress ist vorprogrammiert. Wie gelingt es, jedem gerecht zu werden, ohne zu viel
aufzutischen?

Heindl: Wenn wir die Bedeutung des Weihnachtsfestes, der Speisen und alledem,
was der Einzelne damit verbindet in Betracht ziehen, würde ich auf klare Absprachen
setzen. Ich würde mich mit meiner Familie an einen Tisch setzen und überlegen, wie
wir Weihnachten in diesem Jahr gestalten wollen. Wenn wir uns bewusst dafür Zeit
nehmen, kommen von den Kindern nicht nur Wünsche, sondern auch Hinweise, was
sie nicht so gut finden. In diesem Rahmen sollte dann auch über die Speisen gesprochen
werden. Junge Menschen haben oft wunderbare Erwartungen an das Weihnachtsessen.
Ich würde also nicht einfach auf Altbekanntes zurückgreifen, sondern
das Weihnachtsfest und Weihnachtsessen neu abstimmen.


Beim Einkauf Zeit nehmen und achtsam auswählen

Wer Lebensmittel wertschätzt, kann sie auch mehr genießen. Das kann man doch sicher
schon beim Einkauf üben?

Heindl: Essen allein macht noch keinen Genuss aus. Genuss ist praktisch das Nutzen
all unserer Sinne. Wenn wir diese Sinnlichkeiten, also das Riechen, Schmecken, aber
auch das Fühlen, Hören und Sehen in einen bewussten Zusammenhang setzen, dann
ist das Genuss.
Für den Weihnachtseinkauf bedeutet das: Sich Zeit nehmen! Wer Lebensmittel in Ruhe
auswählt, riecht und fühlt steigert schon bei der Vorbereitung die Vorfreude auf das
Festmahl. Je sorgfältiger einzelne Zutaten ausgesucht werden, desto weniger neigt
man dazu, Überflüssiges zu kaufen und später wegzuwerfen.


Raum für Genuss geben und Freude teilen
Ist das Festmahl angerichtet, beginnt das große Schlemmen. Wie müssen wir unser
Essverhalten ändern, um wirklich wertschätzend genießen zu können?

Heindl: Wir sind soziale Wesen. Der Genießer braucht deshalb einen kommunikativen
Raum. Darin kann er sich über das austauschen, was er oder was andere zubereiten.
Dieser Austausch steigert den Genuss und lässt ihn zum Hochgenuss werden.
Dieses Mitteilungsbedürfnis findet sich auch im Alltag wieder. Da wo sich Menschen
zum Essen und Reden treffen, können wir wirklich von einer Esskultur sprechen.
Wenn ich dem Essen auch Zeit und Raum gebe, erhöht das den Genuss.


Wir halten also fest: Wertschätzung und Genuss sind eng miteinander verknüpft. Wer Lebensmittel
bewusst wahrnimmt, seine Sinne einsetzt und sich über Speisen austauscht, gelangt
zu einem höheren Genussempfinden.

Heindl: Genau. Mit Blick auf Kinder und Jugendliche kann ich nur betonen, dass wir gute Angebote
benötigen, um früh für einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln zu motivieren.
Wenn Kinder sehen, was Erwachsenen schmeckt, werden sie neugierig.
Wir bedanken uns für das Gespräch bei Prof. Dr. Ines Heindl, Professorin für Ernährungswissenschaft,
Haushaltslehre und Didaktik an der Universität Flensburg i.R.


Hintergrund
Initiative Zu gut für die Tonne!
Pro Person und Jahr werfen wir rund 55 Kilogramm Lebensmittel in die Tonne. Und
das sind nur die Abfälle, die in den Privathaushalten anfallen. Wie sich Lebensmittelabfälle
reduzieren lassen, zeigt die Initiative Zu gut für die Tonne! des Bundesministeriums
für Ernährung und Landwirtschaft. Akteure aus Industrie, Handel, Gastronomie
und Landwirtschaft sowie Verbraucherverbänden, Kirchen und NGOs unterstützen die
Initiative. Unter www.zugutfuerdietonne.de finden sich Tipps zu Lebensmittellagerung
und -haltbarkeit, Fakten zur Lebensmittelverschwendung sowie Rezepte für beste
Reste.

Pressekontakt
Zu gut für die Tonne!
Eine Initiative des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft
Telefon: +49 (0)228 996845-7340
E-Mail: kontakt@zugutfuerdietonne.de
Weitere Presseinformationen und Bildmaterial unter:
www.zugutfuerdietonne.de
twitter.com/zgfdt

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