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Aktionstage "Wir retten Lebensmittel!"

Wir retten Lebensmittel! - so hieß es in mittlerweile über 13 deutschen Städten. Im Rahmen der Initiative Zu gut für die Tonne! veranstalten unsere Partner Slow Food Deutschland und die TAFELN Aktionstage gegen Lebensmittelverschwendung.  Gemeinsames Ziel: Verbraucherinnen und Verbraucher dazu motivieren, Lebensmittel wieder mehr wertzuschätzen.

Bei den Aktionstagen werden Lebensmittel mit Schönheitsfehlern bei Supermärkten und Erzeugern eingesammelt. Am nächsten Tag kocht und isst die ganze Stadt: Gemeinsam werden die Verschmähten verarbeitet und dann von Spitzenköchen in ein „Beste-Reste-Menü“ verwandelt. Hier finden sich Informationen zu vergangenen und Hinweise auf den nächsten Aktionstag: werde Lebensmittelretter!


Potsdam rettet Lebensmittel

Zu gut für die Tonne! auf dem Luisenplatz in Potsdam.
(c) Wolfgang Borrs

Der Aktionstag „Zu gut für die Tonne! Potsdam rettet Lebensmittel!“ war ein voller Erfolg: Rund 1.000 interessierte Kinder und Erwachsene kamen zur Langen Tafel auf den Potsdamer Luisenplatz und informierten sich über das Thema Lebensmittelverschwendung.

Zuvor, am Donnerstag den 2. Juni, ging zunächst eine Potsdamer Schulklasse mit Slow Food Deutschland auf eineTour und besuchte Höfe in der Umgebung von Potsdam. Auf der eigentlichen Erntetour am Freitag, den 3. Juni auf Bauernhöfe in Telptow und Grube sammelten dann rund 30 freiwillige Helferinnen und Helfern Gemüse und Lagergemüse, das – meist wegen optischer Mängel – nicht mehr in den Handel kommt, für die Lange Tafel am Samstag ein.

Höhepunkt der Potsdamer Aktionstage war die Lange Tafel am 4. Juni 2016 von 11:00 bis 15:00 Uhr auf dem Potsdamer Luisenplatz. Alle Bürger waren eingeladen, gemeinsam die frisch zubereiteten Gerichte aus dem während der Erntetour gesammelten Gemüse zu genießen. Daneben standen an zahlreichen Infoständen Experten bereit, die Fragen zum richtigen Umgang mit Lebensmitteln, zu Ressourcenschutz und Nachhaltigkeit sowie zu sozialen Fragen zu beantworten. Auf der Bühne diskutierten Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur und der Tafeln über Lösungen, die Lebensmittelverschwendung auf allen Ebenen und entlang der gesamten Wertschöpfungskette spürbar zu reduzieren.

Eindrücke vom Aktionstag und der Erntetour

Die „Jugendschule am Schlänitzsee“ ist ein außerschulisches Projekt der Montessorischule Potsdam. Die landwirtschaftliche Hofstelle „BAUERei Grube“ ist ein Gemeinschaftsprojekt mit den Schwerpunkten Landwirtschaft, Tierhaltung und Naturpädagogik. Jugendliche begeistern sich auf dem Acker für traditionelle Landwirtschaft, gutes Essen und nachhaltigen Bodenaufbau. (c) Wolfgang Borros
Am Schlänitzsee werden Kartoffelkäfer noch von Hand eingesammelt. (c) Wolfgang Borros
(c) Wolfgang Borros
Auf der Bühne diskutierten Fachleute aus Politik, Landwirtschaft, Naturschutz und Handel zum Thema Lebensmittelverschwendung. Neben Moderatorin Juliane Adam diskutieren Marie Luise von Halem, MdL Brandenburg, Bündnis 90/Die Grünen, Barbara Hackenschmidt, MdL Brandenburg, SPD, Dr. Andreas Berning, MdL Brandenburg, Die Linken zu "Fakten und Lösungen zu einem gewichtigen Thema". (c) Wolfgang Borrs

Köln rettet Lebensmittel

Köln, Rudolfplatz: Großer Andrang beim Zu gut für die Tonne! Aktionstag ©Ingo Hilger

Unter dem Motto „Köln rettet Lebensmittel“ kamen am Samstag, den 21. Mai, zahlreiche Experten und Besucher zum Kölner Rudolfplatz, um gemeinsam auf die Verschwendung von Nahrungsmitteln hinzuweisen oder sich über die Gründe und Folgen zu informieren. Denn bundesweit werden jährlich mehr als elf Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, obwohl ein Großteil davon noch genießbar wäre.

„Landwirte bauen mühevoll nahr- und schmackhaftes Gemüse an, doch leider landet ein großer Teil davon zusammen mit anderen Lebensmitteln im Müll – und das oftmals nur, weil viele Verbraucher sich zu sehr von Äußerlichkeiten abschrecken lassen“, erklärte Dr. Dieter Schneider von der Initiative Zu gut für die Tonne! des BMEL. Diese setzt sich für mehr Wertschätzung für unsere Lebensmittel und gegen die mit dem Wegwerfen von Lebensmitteln verbundene Ressourcenverschwendung ein. Statistisch gesehen wirft jeder Bundesbürger allein in seinem Privathaushalt 82 Kilogramm Lebensmittel weg. Zwei Drittel davon könnten vermieden werden. „Gerade deshalb sind Aktionstage wie heute in Köln so enorm wichtig, denn sie zeigen, dass man sich wieder mehr auf Kriterien wie die Frische und Geschmack von Gemüse besinnen sollte, anstatt sich nur am Aussehen zu orientieren.“ 

Um mehr über die Pflanzenzucht und Lebensmittelherstellung zu erfahren, waren die Besucher bereits am Vortag dazu eingeladen, auf umliegenden Landwirtschaftsbetrieben Gemüse für den Aktionstag zu ernten. Dabei erfuhren die Gäste, dass es ein Teil der Ernte aus optischen Gründen gar nicht erst in den Handel schafft und wie unerheblich letztlich die Maße von Gemüse für dessen Geschmack sind.

„Leider geht bei vielen Kindern und Erwachsenen das Wissen über Gemüse und Obst verloren“, erklärte Dr. Rupert Ebner, Vorstandsmitglied von Slow Food Deutschland. „Das läuft sogar oft auf die Frage ‚Was ist das denn und was kann ich damit machen?‘ hinaus. Deshalb ist eines unserer Ziele, mit Aktionstagen wie diesem die Bürger in Verbindung mit einem unterhaltsamen Rahmenprogramm zu informieren.“

So erfuhren die Besucher beispielsweise, dass manche Empfehlung in unserer Esskultur eher einem Mythos entspricht: Gemeinhin gilt, dass zu Spargel beispielsweise besonders die neuen, frisch geernteten Kartoffeln serviert werden sollen. Stattdessen sind aber alte Kartoffeln in der Regel viel aromatischer, indem sie sich sozusagen mit jungem Spargel „vermählen“, wie Experten beim Aktionstag auf dem Kölner Rudolfplatz erklärten.

Die Besucher konnten sich davon selbst überzeugen: Das beim Erntetag gesammelte Gemüse wurde in Köln gemeinsam geschnippelt, ehe es vom niederländischen Aktionskoch Wam Kat und seiner Fläming Kitchen verarbeitet und zubereitet wurde. So entstand ein kostenloses Menü für mehr als 1000 Personen, das aus Spargelgemüsesuppe, Salat und Erdbeeren bestand.  

Viele Interessierte führten an diesem Tag an den Info-Ständen der Initiativen, Organisationen und Bio-Höfen nicht nur anregende Gespräche, sondern verkosteten auch regionale Produkte. Wertvolle Tipps sind zudem jederzeit auf der Website der Initiative Zu gut für die Tonne! zu finden: Neben Info-Materialien für Schulen, gibt es mittlerweile auch eine App mit über 430 Rezepten für Gerichte aus übriggebliebenen Lebensmitteln.


Koblenz rettet Lebensmittel

Im Forum Mittelrhein (Zentralplatz) in Koblenz fand am Samstag, 28. November 2015, unter dem Motto „Koblenz rettet Lebensmittel!“ ein Aktionstag gegen Lebensmittelverschwendung statt.


Nürnberg rettet Lebensmittal

Im September machte unsere Initiative Station in Nürnberg. Rund 2 000 Interessierte informierten sich und verwerteten gemeinsam Reste von Erzeugern aus der Region. Bundesminister Christian Schmidt besuchte den Aktionstag und gab Essen für die Besucher aus.

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