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Die Nominierten

15 Projekte aus ganz Deutschland können auf eine Auszeichnung hoffen. Die Projekte reduzieren Lebensmittelabfälle auf unterschiedlichste Art und Weise. Sie widmen sich unter anderem der wirtschaftlichen Nutzung nicht vermarkteter Obst- und Gemüsesorten, machen die Mitnahme von Speiseresten salonfähig oder rufen Groß und Klein zur Wertschätzung von Lebensmitteln auf. Sie tragen damit zum Ziel der Vereinten Nationen bei, die Menge der Lebensmittelabfälle bis 2030 um die Hälfte zu verringern. Diesem Ziel hat sich auch Deutschland unter Federführung des BMEL verpflichtet.
 
Über 150 Vereine, Initiativen, Unternehmen, Bildungsträger und Privatpersonen haben sich dieses Jahr mit Beiträgen beteiligt. Die Jury unter Vorsitz von Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe, nominierte davon 15 Projekte. Je Kategorie erhält ein Projekt den Bundespreis, hinzukommen Förderpreise für Projekte in der Start- oder Entwicklungsphase. Das BMEL gibt die Gewinner am 18. April in einer feierlichen Preisverleihung in Berlin bekannt.
 

Die Nominierten sind:

Kategorie Handel
Hieber’s Frische Center KG, Projekt „Foodsharing-Häuschen“, Binzen (BW)
PENNY Markt GmbH, Projekt „Naturgut Helden“, Köln (NW)
SirPlus, Berlin (BE)


Kategorie Gastronomie

Broich Catering & Locations, Düsseldorf (NW)
NORDSEE GmbH, Projekt Doggybag-Stationen, Bremerhaven (HB)
Café Raupe Immersatt, Stuttgart (BW)


Kategorie Landwirtschaft & Produktion

Bäcker Dietz, Projekt „Brotbrand“, Buxtehude (NI)
Gärtnerei Schnelles Grünzeug, Grammendorf (MV)
Netzwerk Solidarische Landwirtschaft, Witzenhausen (HE)


Kategorie Gesellschaft & Bildung

Lari-Fari Puppentheater GbR, Projekt „Johnny & das Müllmonster“, Dorfprozelten (BY)
Regionales Umweltzentrum Hollen, Projekt „Wirf mich nicht weg!“, Ganderkesee (NI)
Soziale Betriebe Laufer Mühle GmbH, Adelsdorf (BY)


Kategorie Förderpreis
Crowdbutching.com GmbH, Aub (BY)
DEINE ERNTE, Berlin (BE)
DingsDums Dumpling GmbH, Berlin (BE)


Kategorie Handel

HIEBER_Foodsharing (c)_Hieber
HIEBER Foodsharing (c) Hieber

Die HIEBER‘S Frische Center KG verteilt über zwei Foodsharing-Häuser abgelaufene und unverkaufte Ware und vermeidet so unnötige Lebensmittelabfälle.

Abgelaufene Ware, nicht verkauftes Obst und Gemüse sowie Backwaren vom Vortag und Molkereiprodukte mit überschrittenem MHD landen im Einzelhandel oft im Abfall. Nicht so bei HIEBER. Die regionale Lebensmittelkette verteilt diese Ware bisher an zwei ihrer zwölf Märkte über sogenannte Foodsharing-Häuser. Diese stehen am Rande des Kundenparkplatzes und sind während der Geschäftszeiten für alle zugänglich. Mehrmals täglich füllen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sie auf. Die Waren können kostenlos mitgenommen werden.

Ein Teil der nicht verkauften Lebensmittel spendet der Händler weiterhin an die örtliche Tafel. Darüber hinaus stehen in den Obst- und Gemüseabteilungen „Grünfutter“-Boxen, in denen HIEBER lose Salatblätter, Karottengrün und Ahnliches als Tierfutter kostenlos zum Mitnehmen anbietet.
Für die Kosten kommt das Unternehmen selbst auf und trägt auch das Risiko für die Abgabe abgelaufener Artikel. Bei der Anschaffung der Häuschen hat sich die Hornbach Baumarkt AG zu
50 Prozent beteiligt. Seit ihrer Einführung werden die Foodsharing-Häuser rege besucht und sind abends meist komplett leer. Die Menge an Biomüll konnte HIEBER so deutlich reduzieren. Das nächste Ziel ist es, auch an weiteren Märkten ein Foodsharing-Haus zur Verfügung zu stellen.

Das sagt Larissa Rudolph, HIEBER:
>> Wir haben die Foodsharing-Häuser aufgestellt, um soziale Verantwortung zu übernehmen und der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken. Dabei spielt auch das Vermitteln von Wertschätzung für Lebensmittel eine große Rolle. Wir sind überrascht über den hohen und positiven Zuspruch, den wir erfahren haben. Natürlich freuen wir uns, wenn wir hier auch Bedürftige unterstützen können. <<

HIEBER‘S Frische Center KG, Lebensmitteleinzelhandel
Binzen (Baden-Württemberg)

BioHelden PENNY
Bio-Helden (c) PENNY

Im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie vermarktet PENNY unter anderem Bio-Obst und -Gemüse, das äußerlich nicht immer makellos ist.

Im Biosortiment von PENNY finden sich seit 2016 die „Naturgut Bio-Helden“. Unter dieser Eigenmarke vermarket der Discounter deutschlandweit optisch nicht ganz perfektes Obst und Gemüse. Wird davon mehr verzehrt statt weggeworfen, profitieren zum einen die Biolandwirte. Denn gerade im ökologischen Landbau kommt es unter anderem durch den Verzicht auf chemisch-synthetischen Pflanzenschutz und leicht lösliche Düngemittel beispielsweise zu Schalenfehlern sowie kleineren Früchten.

Zum anderen wird auch bei den Kundinnen und Kunden die Wertschätzung von Lebensmitteln gesteigert, da man real erfährt, dass Obst und Gemüse nicht perfekt aussehen muss, um gut zu schmecken. Ein Jahr nach der Einführung erfreuen sich die Naturgut Bio-Helden großer Beliebtheit bei den PENNY-Kunden. Die verkauften Mengen stiegen um fast 7,5 Prozent. Wegen der starken Nachfrage hat PENNY die Anzahl der Bio-Helden bereits von 13 Artikeln auf aktuell 21 erhöht.
Neben der Sensibilisierung der Kunden setzt PENNY auch auf interne Maßnahmen. Für Auszubildende gibt es ein Schulungsprogramm zum Thema Food Waste im Rahmen des EU-Projekts ReFresh. Automatisierte Bestellverfahren mit modernen Prognosesystemen inkl. Wettervorhersage sorgen für eine bedarfsgerechte Belieferung der Märkte. Ware, bei der das Mindesthaltbarkeitsdatum bevorsteht, wird preisreduziert angeboten. Zudem unterstützt PENNY seit 2007 die lokalen Tafel-Initiativen mit Lebensmitteln, die nicht mehr verkauft, aber dennoch bedenkenlos verzehrt werden können.

Das sagt Stefan Magel, COO PENNY:
>> Als Lebensmittelhändler liegt uns bei PENNY der bewusste Umgang mit Lebensmitteln am Herzen. Deshalb versuchen wir aktiv, zur Wertschätzung von Lebensmitteln beizutragen, und engagieren uns bereits seit vielen Jahren, dass möglichst wenig Lebensmittel vernichtet werden müssen. Da ein Gros der Lebensmittel zu Hause vernichtet wird, möchte PENNY insbesondere seinen Kunden einfache und problemlos in den Alltag integrierbare Möglichkeiten bieten, sich gegen Food Waste zu engagieren. Der Erfolg der Naturgut Bio-Helden zeigt eindeutig, dass die Kunden einen solchen „alltagstauglichen“ Ansatz honorieren. <<

Lebensmitteleinzelhandel
Köln (Nordrhein-Westfalen)

SirPlus
SirPlus (c) SirPlus

SirPlus ist ein Laden und Onlineshop, in dem gerettete Lebensmittel verkauft werden.

2017 eröffneten die SirPlus-Gründer den ersten reinen Food-Outlet in Berlin. Hier werden Lebensmittel angeboten, die im Handel nicht verkauft oder in der Produktion aussortiert wurden. Sie werden vergünstigt im Laden und im Onlineshop angeboten. Die Initiatoren wollen auf das Problem der Lebensmittelverschwendung aufmerksam und Lebensmittelretten zum Mainstream machen. Darüber hinaus spendet SirPlus 20 Prozent aller Lebensmittel an gemeinnützige Einrichtungen wie Flüchtlingsunterkünfte, Kinder- und Obdachloseneinrichtungen. Ein Darlehen und eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne ermöglichten die Eröffnung des ersten Geschäfts in Berlin.

Innerhalb der ersten sechs Monate hat SirPlus 600 000 Produkte bzw. rund 300 Tonnen Lebensmittel gerettet. Das Ziel ist es, in den nächsten fünf Jahren insgesamt eine Million Tonnen Lebensmittel vor der Tonne zu bewahren. Dazu sind 35 weitere Läden in Planung. Daneben soll es einen digitalen Marktplatz geben, auf dem Landwirte, Hersteller und der Handel Überschüssiges anbieten und verkaufen können.
Über den Verkauf hinaus engagiert sich das Team mit Bildungsworkshops für Schulen, Universitäten und Betriebe und setzt sich für die Lebensmittelwertschätzung ein. Die Kundinnen und Kunden werden über den richtigen Umgang mit Lebensmitteln aufgeklärt.

Das sagt Raphael Fellmer, SirPlus:
>> Wir freuen uns, mit SirPlus noch mehr Menschen und Unternehmen erreichen zu können, um sie für die Wertschätzung aller Lebensmittel zu begeistern! Sei es online oder im Laden. Nicht nur wollen wir viele Menschen auf die Möglichkeit aufmerksam machen, dass sie sich überschüssige Lebensmittel bequem nach Hause schicken lassen können. Uns liegt ein Sinneswandel und generelles Umdenken am Herzen, denn jedes Lebensmittel hat es verdient, gegessen zu werden! <<

Unternehmensgründung (GmbH)
Berlin (Berlin)


Kategorie Gastronomie

Broich Catering
Broich Catering (c) Broich Premium Catering GmbH

Durch striktes Management will das Cateringunternehmen BROICH Lebensmittelabfälle in allen Bereichen reduzieren.

Das Familienunternehmen BROICH liefert Essen für Events, aber auch für Schulen und Kindertagesstätten. Zentral ist dabei die Vermeidung von Resten. In der Produktion werden verschiedene Caterings inhaltlich so abgestimmt, dass die Lebensmittel optimal eingesetzt werden und so möglichst wenig Überschuss entsteht. Beim Event-Catering ist es üblich, etwa zehn Prozent mehr zu kalkulieren, damit alle Speisen bis zum Veranstaltungsende nachgereicht werden können. Da sind Abfälle vorprogrammiert. BROICH bietet seinen Kunden an, auf diese Mehrproduktion zu verzichten, sodass möglicherweise gegen Ende der Veranstaltung einige Speisen nicht mehr nachgereicht werden können. So werden Lebensmittelabfälle reduziert und die Kunden haben auch etwas davon. Im Gegenzug kommt BROICH den Kunden im Preis entgegen.
Impulse zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen kommen aus diversen Abteilungen wie Küchenmanagement, Projektleitung, Food-Einkauf oder Nachhaltigkeitsmanagement. Gebündelt und auf Umsetzbarkeit geprüft werden die Ideen im Facility Management. Der Vertrieb überarbeitet stetig die Angebote und führt Gespräche mit den Kunden, um die Auswahl der Speisen nicht nur für die Kunden, sondern auch für die Umwelt zu optimieren.
Die interne BROICHAkademie schult Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rund um das Thema Nachhaltigkeit. Auf die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung und auf Energieeffizienz wird dabei besonders geachtet. Dieses Wissen wird gezielt an Kunden und Partner weitergegeben. Das Ergebnis der Bemühungen: Das Verhältnis der Menge an Speiseresten zum erzielten Jahres-Foodumsatz ist 2016 gegenüber dem Vorjahr spürbar zurückgegangen.

Das sagt Georg Broich, Broich Catering & Locations:
>> BROICH versucht nicht nur im Kerngeschäft, dem „Event-Catering“, Food-Waste zu vermeiden, sondern auch in den anderen Geschäftsbereichen. Für uns ist der bewusste und ressourcenschonende Umgang mit Lebensmittelen in allen unterschiedlichen Geschäftsbereichen und Abteilungen wie Produktion, der Food-Einkauf, die Lagerung von Vorräten und deren Bestand oder die Auslieferung ein wichtiger Effekt. Dies wird nicht nur partiell umgesetzt, sondern ist in allen Außenstellen seit Jahren gelebte Praxis. <<

privatwirtschaftliches Unternehmen
Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen)

Nordsee
Nordsee (c) Nordsee

Die NORDSEE GmbH reduziert Lebensmittelabfall auf verschiedenen Wegen, unter anderem über Doggybag-Stationen in 23 Filialen.

Das Systemgastronomieunternehmen NORDSEE deckt ein großes Sortiment rund um das Produkt Fisch ab: Frischfisch, Feinkostsalate sowie ein Restaurantangebot und Snacksortiment. Diese Bandbreite verlangt unterschiedliche Lösungen, um Lebensmittelabfälle zu reduzieren.

Damit Gäste ihr übrig gebliebenes Essen für zu Hause einpacken können, finden sich in zunächst 23 der 370 Filialen sogenannte Doggybag-Stationen. Dort sind gratis nachhaltige To-go-Verpackungen erhältlich. Anhand der verbrauchten Verpackungen konnte das Unternehmen feststellen, dass die Doggybag-Station sehr gut angenommen wird. NORDSEE plant daher, die Stationen auch in weiteren Filialen anzubieten. Das Ziel ist eine hundertprozentige Versorgung.

Darüber hinaus bietet NORDSEE kurz vor Ladenschluss Produkte in der Snackbar günstiger an. Im Rahmen der Aktion „30 % in den letzten 30 Minuten“ erhalten die Gäste 30 Prozent Rabatt auf alle fertig zubereiteten Lebensmittel aus der Theke. So bleiben weniger Reste übrig. An der Aktion können alle Filialen teilnehmen und entsprechende Werbemittel dafür nutzen. Ziel ist es, die Aktion durch den Einsatz zusätzlicher Kommunikation zu forcieren. Im Rahmen des Controllings wurde festgestellt, dass die Aktion gute Ergebnisse erbracht hat.

Das sagt Robert Jung, Geschäftsführer NORDSEE GmbH:
>> Die Schonung der natürlichen Ressourcen unserer Erde hat für uns Priorität entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette. Durch unsere Aktionen gehen weniger Lebensmittel verloren und dies macht sich auch betriebswirtschaftlich bemerkbar. Es gibt dennoch viel zu tun und wir freuen uns, gute Beispiele und Ideen zu liefern. <<

privatwirtschaftliches Unternehmen (Systemgastronomie)
Bremerhaven (Bremerhaven)

raupe immersatt_(c)_raupe immersatt
(c) raupe immersatt

Der gemeinnützige Verein Raupe Immersatt plant die Eröffnung des ersten Foodsharing-Cafés in Stuttgart.

In Stuttgart rettet die Initiative Foodsharing täglich bei mehr als 60 kooperierenden Betrieben Lebensmittel vor der Tonne. Sie zu verteilen ist Tag für Tag eine Herausforderung. Das fünfköpfige Gründungsteam des Vereins Raupe Immersatt bietet nun Foodsharing und Privatpersonen die Möglichkeit, gerettete Lebensmittel in ein Café zu bringen. Die überschüssigen, noch genießbaren Lebensmittel werden dort kostenlos angeboten und somit vor der Tonne bewahrt. Raupe Immersatt geht das globale Problem der Lebensmittelverschwendung damit lokal an. Das Café macht die Lebensmittelverschwendung öffentlich sichtbar und sensibilisiert für einen wertschätzenden Umgang mit Nahrung. Durch das Weiterverwenden der Lebensmittel wird zum Umweltschutz beigetragen.
Zusätzlich stehen regionale und fair gehandelte Getränke zum Verkauf, deren Preis die Besucherinnen und Besucher selbst bestimmen dürfen. Ergänzend wird es im Café ein breites Bildungsangebot mit Weiterverarbeitungskursen und Vorträgen geben. Bereits jetzt bietet der Verein Workshops, Themenvorträge und Realexperimente an, um Menschen den ideellen Wert von Nahrung aufzuzeigen und Lebensmittelverschwendung in privaten Haushalten zu reduzieren.

Eine erfolgreiche Crowdfundingkampagne bei StartNext und das Förderprogramm für studentisches Engagement „Stuttgarter Change Labs“ der Universität Stuttgart finanzieren den Start. Langfristig trägt sich das Konzept über den Getränkeverkauf. Gesucht wird nur noch eine Räumlichkeit in Stuttgart.

Das sagen Jana Pfeiffer, Simon Kostelecky, Maike Lambarth, Lisandro Behrens und Maximilian Kraft, Raupe Immersatt:

>> Unsere Motivation ist es, Menschen für einen Moment lang aus dem Alltagstrott herauszuholen und zu ermöglichen, gewohnte Routinen zu hinterfragen. Dadurch binden wir mehr Menschen in das Thema der Lebensmittelverschwendung ein. Nur so kann eine weitreichende Veränderung erfolgen. Diese Inspiration lässt dann hoffentlich nach und noch weitere solche Orte entstehen! <<

Gemeinnütziger Verein
Stuttgart (Baden-Württemberg)


Kategorie Landwirtschaft und Produktion

Brotbrand Bäcker Dietz
Brotbrand (c) Bäcker Dietz

Die Handwerksbäckerei Bäcker Dietz fand eine innovative Lösung, um nicht verkauftes Brot sinnvoll zu verwerten.

Im Schnitt werden in einer Bäckerei rund zehn Prozent der Backwaren nicht verkauft. Ein Teil der Retouren geht an die Buxtehuder Tafeln oder wird zu Paniermehl oder Tierfutter verarbeitet. Um das nicht verkaufte Brot noch sinnvoller zu verwerten, entwickelte Bäcker Dietz zusammen mit der Nordik Edelbrennerei einen Brotbrand. Brot vom Vortag wird nun handwerklich zur Spirituose verarbeitet.
Für die erste Destillation wurde rund eine Tonne Restbrot gesammelt. Diese Menge fiel in den zehn Fachgeschäften der Bäckerei in zwei Wochen an. Verwendbar sind etwa 80 Prozent der Retouren, Brote mit Zusätzen wie Karotten, Oliven oder Rosinen sind nicht geeignet. Da Brot schnell schimmelt, wurde für die Produktion eine besondere Lagerlogistik und Kühlung aufgebaut.
Die Einführung im Weihnachtsgeschäft war erfolgreich, ein größerer Teil wurde schon im Vorverkauf an Firmen mit Weihnachtsgebäck als Kombipräsent verkauft. Ziel ist es, das Produkt zu etablieren, um dauerhaft Restbrot sinnvoll verwerten zu können. Geplant ist es, den Brotbrand auch in Spezialitätenläden, im Internet und in Hofläden im Alten Land anzubieten. Zudem stehen Bars im Fokus, in Zusammenarbeit mit einem Barkeeper werden Cocktailvorschläge entwickelt.

Das sagt Ralf Dietz, Bäcker Dietz:
>> Uns geht es beim Verkauf des Brotbrands nicht um mehr Umsatz. Vielmehr möchten wir das Bewusstsein unserer Kundinnen und Kunden für die sinnvolle Verwendung von Lebensmitteln schärfen. Dass wir dabei ein erfolgreiches Produkt geschaffen haben, freut uns umso mehr. <<

Bäcker Dietz, Handwerksbäckerei
Buxtehude (Niedersachsen)

Gärtnerei Schnelles Grünzeug
(c) Gärtnerei Schnelles Grünzeug

Die Gärtnerei Schnelles Grünzeug konserviert überschüssiges Gemüse durch Fermentation.

Die Fermentation ist eine uralte und natürliche Methode, Gemüse haltbar zu machen. Wenn Weißkohl so zu Sauerkraut wird, warum sollte dies nicht mit fast allen anderen Gemüsesorten gelingen? Dies war die Grundidee der Gemüsegärtnerei Schnelles Grünzeug, um übrig gebliebenes Gemüse sinnvoll zu verwerten.
Seit 2015 fermentiert der Betrieb überschüssiges Gemüse vom Feld oder Gemüse, das einen Markttag hinter sich hat und nicht mehr verkauft werden kann. Die erzeugten Produkte sind roh, vegan, probiotisch und frei von jeglichen Zusatzstoffen. Das „Fermentierte Grünzeug“ vertreibt die Gärtnerei über einen Onlineshop und in der Gastronomie. Dem Vertrieb zugutekommt, dass die Gemüsefermentation gerade einen Boom erlebt.
Im Jahr 2017 wurden rund zwei Tonnen Gemüse durch Fermentation vor dem Verderb gerettet. Zu Beginn wurde in der heimischen Küche produziert. Um die Menge deutlich erhöhen zu können, musste eine eigene Produktionsstätte aufgebaut werden. So entstand neben der Gärtnerei ein 130 m2 großes Fermentationsgebäude mit neuer Produktionsstrecke. Sie ist darauf ausgelegt, jährlich rund 20 Tonnen Gemüse zu fermentieren. Es werden dann nicht nur eigene Überschüsse verarbeitet, sondern wie ursprünglich geplant zunehmend auch die der anderen Gärtnereien. Die Finanzierung erfolgte über ein erfolgreiches Crowdfunding, durch eine Förderung im Rahmen des Modellvorhabens Land(auf)Schwung sowie durch Eigenkapital.
Der Plan ist es, das Konzept so zu verbreiten, dass noch viel mehr Überschüsse in den einzelnen Regionen verarbeitet und damit Lebensmittelüberfälle vermieden werden.

Das sagt Olaf Schnelle, Gärtnerei Schnelles Grünzeug:
>> Durch unsere Arbeit wollen wir die Tradition der Fermentation jetzt wiederbeleben und modernisieren. Gesunde Ernährung, haltbares Gemüse und Genuss schließen sich auf keinen Fall aus. Und dies wollen wir auch weitergeben. Denn das Fermentations-Know-how zu verbreiten, ist sinnvoll, da man schon mit sehr geringen Mengen zu Hause selber fermentieren kann. Das reduziert den heimischen Abfall und ist ein Beitrag zur gesunden und bewussten Ernährung im privaten Haushalt. <<

Einzelunternehmen
Grammendorf (Mecklenburg-Vorpommern)

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Solawi (c) Andreas Bauermeister

Landwirtschaftliche Betriebe der Solidarischen Landwirtschaft produzieren ihre Lebensmittel für einen festen Kundenkreis

Viel zu viele landwirtschaftliche Erzeugnisse landen nicht auf dem Teller, sondern im Abfall. Mit dem Konzept der Solidarischen Landwirtschaft wird dieser Anteil deutlich verringert. Die Idee: Die Lebensmittel werden über eine Versorgungsgemeinschaft verteilt, die daran Beteiligten finanzieren einen landwirtschaftlichen Betrieb als Ganzes, nicht die Erzeugnisse als solche. Der Betrieb kann dadurch bedarfsgerecht produzieren. Durch den direkten Kontakt zwischen Erzeugern und Verbrauchern können Größen- und Qualitätsschwankungen vermittelt werden. An festen Abholtagen wird die jeweils vorhandene Ernte aufgeteilt, durch lokale Organisation kommt es kaum zu Verlusten auf Lieferwegen und bei der Lagerung. Die Mitglieder einer Solidarischen Landwirtschaft erfahren mehr über die Bedingungen und die Zusammenhänge in der Lebensmittelherstellung. So wird vor Ort der Wert unserer Lebensmittel begreifbar.
Die Bewegung der Solidarischen Landwirtschaft ist in den letzten Jahren stark gewachsen, 2007 gab es neun Höfe, heute sind es über 150 Betriebe. Seit 2011 unterstützt das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft die einzelnen Gemeinschaften und sorgt für sozial und ökologisch nachhaltige Umsetzung des Konzeptes und seine Weiterentwicklung.
Die Arbeit des Netzwerks wird zum größten Teil durch Mitgliedsbeiträge, durch Spenden und Projektförderungen finanziert. Eine Mitgliedschaft ist sowohl als Einzelperson als auch als Hof oder Projekt möglich.

Das sagt Kirsten Grover, Solidarische Landwirtschaft:
>> Die Solidarische Landwirtschaft hat ein großes Potenzial, nachhaltige Landwirtschaft auf den Höfen zu ermöglichen. Und darüber hinaus wird den Verbraucherinnen und Verbrauchern der eigene Umgang mit Lebensmitteln durch unmittelbar persönliche Erfahrungen nahegebracht. <<

Trägerverein Solidarische Landwirtschaft e. V. (gemeinnütziger Verein)
Witzenhausen (Niedersachsen)


Kategorie Gesellschaft & Bildung

Johnny und das Müllmonster

Jens Kortus Fotografie Miltenberg
(c) Jens Kortus Fotografie Miltenberg, Lari-Fari

Mit einem Theaterstück sensibilisiert das Lari-Fari Puppentheater Kinder im Vor- und Grundschulalter für das Thema Lebensmittelverschwendung.

Ist eine Banane eklig, weil sie braune Stellen hat? Dass sie auch dann noch genießbar ist, lernen Kinder im mobilen Lari-Fari Puppentheater. Die Marionettengeschichte „Johnny und das Müllmonster“ motiviert Kinder im Vor- und Grundschulalter, sich mit dem Problem der Nahrungsmittelverschwendung auseinanderzusetzen.
Dies geschieht spielerisch, kindgerecht und auf witzige Art. „Was mache ich mit meinem Pausenbrot, wenn ich keinen Hunger mehr habe oder wenn es mir nicht schmeckt?“ ist nur eine Frage von vielen, die besprochen werden. Das Publikum wird miteinbezogen, es werden Fragen gestellt und Ideen der Kinder aufgegriffen. Auch die Eltern erreicht das Stück, denn oft sprechen die Kinder im Anschluss zu Hause mit ihnen über das Geschehene. „Johnny und das Müllmonster“ ist nur eine von mehreren Puppenspielen des Theaters, die sich mit Umweltthemen befassen. Lari-Fari setzt bewusst auf Marionetten. Sie erzielen bei den Kindern große Wirkung und mit ihnen lassen sich auch komplexe Themen verständlich erklären. Einfache Texte und die ohrgängigen Melodien bleiben den Kindern im Gedächtnis.
Bis das Puppenspiel aufführungsreif war, verging ein Jahr. In dieser Zeit haben die beiden Erzieherinnen die Geschichte geschrieben, komponierten Musik und bauten Marionetten, Requisiten, Kulissen. Premiere war im Frühjahr 2017, seitdem wurde das Puppenspiel in mehreren Vorstellungen vor über
2 000 Kindern aufgeführt.

Das sagen Ingeborg Blos und Bettina Keller, Lari-Fari Puppentheater:
>> Uns ist es sehr wichtig, den Kindern zu vermitteln, wie sie auch schon im Kleinen dazu beitragen können, Lebensmittelabfälle zu reduzieren, die Umwelt zu schützen und verantwortungsvoll mit ihr umzugehen. Die positiven Rückmeldungen aus den Kindergärten und Grundschulen, in denen wir bereits aufgetreten sind, zeigen uns, dass die Kinder durch die Geschichte aufmerksamer für das Thema geworden sind. Unsere eigene Arbeit als Erzieherinnen hat uns bei der Entwicklung sehr geholfen. <<

Lari-Fari Puppentheater GbR
Dorfprozelten (Bayern)

Regionales Umweltbildungszentrum Hollen e.V.
(c) Regionales Umweltbildungszentrum Hollen e.V.

„Wirf-mich-nicht-weg!“ will durch Aufklärung und Wissensvermittlung in Schulklassen Lebensmittelabfälle verringern helfen.

Was ist der „Auge-Nase-Mund-Check“, wie räumt man einen Kühlschrank richtig ein oder wie erkennt man alte Eier? Diese und weitere Fragen rund um die Wertschätzung von Lebensmitteln beantwortet „Wirf-mich-nicht-weg!“. Das Projekt des Regionalen Umweltzentrum Hollen e. V. besucht pro Jahr
50 Grundschulen bundesweit. Die Kinder lernen an fünf handlungsorientierten Stationen, wie sie das Wegwerfen von Lebensmitteln vermeiden können. Nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern mit einfachen Tipps und Tricks werden die Schüler ausgebildet und fungieren als Multiplikatoren auch für ihre Familien. Das Projekt regt zum Nachdenken an und sensibilisiert für richtiges Verhalten. Frühzeitig erfahren die Kinder, dass Lebensmittel wertvoll sind und wir sie daher nicht wegwerfen sollten.
Mittlerweile haben über 3 300 Kinder aus 150 Schulklassen an dem Projekt teilgenommen. Personal, Reisekosten, Materialien und Öffentlichkeitsarbeit des Projekts sponsert die Firma Cofresco mit der Marke Toppits®. Die Sets im Wert von 80 Euro verbleiben in den Schulen, damit diese auch weiter über das Thema informieren können. Die Materialien für die Kinder sind werbefrei.
Im Rahmen des Projekts fand 2017 gemeinsam mit der Kinderzeitschrift GEOlino ein Schülerwettbewerb statt. Die Kinder hatten die Aufgabe selbst eine Idee gegen die Verschwendung zu entwickeln und konnten Videos, Bilder, Plakate etc. einsenden. Teilnehmen konnten Schulklassen, Gruppen und Einzelpersonen. Für die Gewinner gab es einen Kochkurs, für die Gewinnerklasse einen Geldbetrag zur Pflege oder für die Anlegung eines Schulgartens. Auch 2018 gibt es wieder einen Wettbewerb.

Das sagt Claudia Kay, Regionales Umweltzentrum Hollen:
>> Gewohnheiten aus der Kindheit setzen sich im weiteren Leben fort. Daher ist es wichtig, schon in der Grundschule für die Wertschätzung von Lebensmitteln zu motivieren. In der Bearbeitung des ersten Schülerwettbewerbs haben Schulklassen, Gruppen und Einzelteilnehmer in herausragender Weise Ideen entwickelt und sich mit dem Thema beschäftigt. Wir sind uns sicher, dass bei den teilnehmenden Kindern deutlich weniger Lebensmittel in der Tonne landen. Wir sind froh, dass wir dieses Projekt so erfolgreich weiter umsetzen können. <<

Regionales Umweltzentrum Hollen e. V.
Ganderkesee (Niedersachsen)

Laufer Mühle
(c) Laufer Mühle

Die Soziale Betriebe Laufer Mühle gGmbH sammelt Lebensmittel aus regionalen Geschäften und verwertet diese weiter.

Lebensmittel, die im Laden nicht verkauft werden, wandern meist in den Abfall. Damit dies nicht geschieht, holen die Helferinnen und Helfer der Laufer Mühle pro Woche etwa acht Tonnen Lebensmittel ab, sortieren sie und verwerten sie neu. Einen guten Teil davon verteilt das gemeinnützige Unternehmen an suchtkranke, psychisch kranke und langzeitarbeitslose Menschen sowie an Asylbewerber. Diese kommen so regelmäßig in den Genuss von gutem und günstigem Essen. Auch das tägliche Frühstück für Schulkinder der regionalen Mittelschule beliefert der Betrieb mit geretteten Lebensmitteln. Für die hauseigenen Betriebe werden Obstsalate und Obstkörbe bereitgestellt. Unter dem Motto „Gesundheit am Arbeitsplatz“ gehen sie an die eigenen Beschäftigten. Aus dem Rest entstehen Marmeladen und Säfte, die in den Läden der Laufer Mühle verkauft werden.
Seit neun Jahren gibt es das Projekt. Mittlerweile verwertet der Betrieb rund 80 Prozent der dabei geretteten Lebensmittel. Der Rest geht als Futter an Nutztiere oder wird kompostiert. Das Projekt finanziert sich ausschließlich durch Spendengelder. Was durch den symbolischen Verkauf eines Lebensmittelkorbes im Wert von zwei Euro eingenommen wird, fließt komplett in den Unterhalt der Projektarbeit. Die Hauptarbeit wird von Ehrenamtlichen geleistet.

Das sagt Michael Thiem, Soziale Betriebe Laufer Mühle gGmbH:

>> Wir sind stolz darauf, dass wir durch den Hilfe-zur-Selbsthilfe-Ansatz ein erfolgreiches und stetig wachsendes Projekt geschaffen haben. Davon profitieren viele Menschen in der Region. Der Dank geht an unsere Ehrenamtlichen, die uns tatkräftig unterstützen. Das ist gelebte Nächstenliebe. <<

Gemeinnütziges Integrationsunternehmen
Adelsdorf (Bayern)


Kategorie Förderpreis

Crowdbutching.com GmbH
(c) Crowdbutching.com GmbH

Die Crowdbutching.com GmbH vermarktet Fleisch von Kuh und Schwein, bevor das Tier geschlachtet wird, und beugt so der Verschwendung vor.

Crowdbutching tritt der Lebensmittelverschwendung beim Fleischkonsum vorausschauend entgegen. Über die diversen Websites des Unternehmens können Verbraucherinnen und Verbraucher Fleischpakete von Kuh, Schwein oder Specials wie Weihnachts-Weidegans bestellen. Geschlachtet wird ein Tier erst, wenn genug Abnehmer zusammen sind und die Fleischpakete eines Tieres zu 100 % verkauft wurden. So wird kein Fleisch unnötig im Voraus produziert und muss am Ende weggeworfen werden. Gearbeitet wird nach dem Prinzip „von der Schnauze bis zum Schwanz“, denn die Innereien und Knochen gehen an Tierfuttermittelhersteller. Das Unternehmen startete den Verkauf im September 2015 und wächst stetig. Das Angebot richtet sich an alle, die sich bewusst ernähren wollen und wissen möchten, wo ihr Fleisch herkommt und wie das Tier gehalten wurde. Das Geschäftsmodell verringert den Abstand vom Bauer zum Konsumenten und macht den Fleischkauf und die Herkunft der Tiere transparent. Die Käuferinnen und Käufer wissen anhand der Bauernprofile genau, wo und wie ihre Kuh bzw. ihr Schwein gelebt hat. So werden die eingekauften Produkte wieder mehr wertgeschätzt und letztendlich weniger weggeworfen. Das sagt Dorit Sonnert, Crowdbutching:>> Der Aufruf unseres Unternehmens an die Konsumentinnen und Knsumenten: Esst weniger Fleisch, dafür aber nur gutes und zurückverfolgbares! Wir wollen den Umgang mit Fleisch in Deutschland und den Fleischhandel revolutionieren und transparenter machen. Denn Fleischkonsum geht auch anders: Weniger essen, Herkunft deutlich machen und das Tier von der Schnauze bis zum Schwanz verwerten. <<

Crowdbutching.com GmbH
Aub (Bayern)

Deine_Ernte_(c)_Christiane Flechtner
Deine Ernte (c) Christiane Flechtner

Die Plattform DEINE ERNTE will der Lebensmittelverschwendung in privaten Gärten entgegenwirken.

Es gibt über 30 Millionen Gärten in Deutschland, häufig wird dort Obst und Gemüse angebaut. Oft solche Mengen, dass die Besitzerinnen und Besitzer nicht mehr wissen, wohin damit. DEINE ERNTE bietet die Möglichkeit, überschüssige Lebensmittel aus dem eigenen Garten anderen Menschen zur Verfügung zu stellen. So verfaulen die frischen regionalen Gartenfrüchte nicht, sondern werden sinnvoll verwertet. DEINE ERNTE ist eine Internetplattform, über die Gartenbesitzerinnen und -besitzer ihre Ernte oder auch selbstgemachte Lebensmittel wie z. B. selbst gemachte Marmelade anbieten können. Menschen, die besonderen Wert auf regionale frische Produkte legen, können auf diese Angebote reagieren und die Gartenbesitzer kontaktieren. Und nicht nur die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung ist ein Ziel. Die Plattform will eine aktive Community schaffen, regionale Bekanntschaften fördern sowie Natur und Menschen einander wieder näherbringen. Erdacht hat dieses Konzept die Schülerin Annalina Landsberg ursprünglich für einen Ideenwettbewerb. Im Anschluss erstellte sie mit Unterstützung der GreifDesign KG die Website und Werbematerial. Erste Medien berichteten bereits über die Plattform. Bei entsprechender finanzieller Unterstützung sieht der nächste Schritt vor, die Bekanntheit von DEINE ERNTE zu steigern und die Website zu optimieren. Zunächst für Berlin mit seinen zahlreichen Kleingärten, langfristig soll die Plattform aber bundesweit wirken. In Planung sind zudem eine App und ein Lieferdienst für Menschen, die nicht mehr so mobil sind.

Das sagt Annalina Landsberg, DEINE ERNTE:
>> DEINE ERNTE ist eine Herzensangelegenheit von mir, die ich an die Menschen bringen will. Ich bin überzeugt, dass sie sowohl die Lebensmittelverschwendung reduziert als auch anderen Menschen eine Freude macht. Es ist kein utopischer Plan. Mit wenig Material und Technikaufwand kann Großes erreicht werden. <<

Internetplattform
Berlin (Berlin)

(c) Dingsdums

Das Team von DingsDums Dumpling produziert und verkauft handgefertigte Teigtaschen aus überschüssigen Lebensmitteln.

Ein Dumpling ist eine gefüllte Teigtasche, wie zum Beispiel eine deutsche Maultasche, italienische Ravioli, russische Pelmeni, japanische Gyoza und viele mehr. Das junge Unternehmen DingsDums Dumpling interpretiert die Teigtasche im Sinne der Resteverwertung: Hergestellt werden die Dumplings aus geretteten Lebensmitteln. Dadurch sind immer neue Teigtaschen im Angebot, die in Form, Farbe, Zubereitung und Geschmack stark variieren und in Fusion aus mehreren Küchen der Welt sind. Zur Unternehmensphilosophie gehört es, alle erhaltenen Waren bei der Produktion auch zu verwerten. So macht DingsDums Dumpling die Kundinnen und Kunden durch bewussten, aber vor allem genussvollen Konsum auf die Problematik der Lebensmittelverschwendung aufmerksam.
Bisher wurden die Dings, wie sie im Unternehmen genannt werden, bei Caterings angeboten. Im April eröffnet das Team ein Restaurant in Berlin-Kreuzberg. Zudem haben die Dumplings als fertiges Tiefkühlprodukt ein längeres Haltbarkeitsdatum. Sie können daher nicht nur im Restaurant oder im Catering angeboten werden, sondern sind auch zum selber Zubereiten für zu Hause geeignet.
Aufgebaut werden Kooperationen zu Partnern aus dem Lebensmittelhandel. Für ihn soll das Unternehmen in Zukunft eine kontinuierliche Abnahme- und Verarbeitungsmöglichkeit sowie eine Anlaufstelle für die nachhaltige Verwertung von Lebensmitteln bieten. Ziel ist es auf lange Sicht, weitere Vertriebsmöglichkeiten auszubauen und somit möglichst viele Lebensmittel zu retten.

Das sagt Mauritz Schröder, DingsDums Dumpling:

>> Die Idee zu unseren „Dings“ entstand aus einer privaten Eigenkreation: einem Nürnberger-Würstchen-Dumpling, gefüllt mit gebratenen Rostbratwürstchen und Sauerkraut, fein abgeschmeckt und in Teig verpackt mit einer passenden Soße. Der Geschmack war fantastisch und die Überlegung, durch die Produktion der ausgefallensten Dumplings auf spontane Lebensmittelüberschüsse eingehen zu können, geboren. Wir freuen uns, ein einzigartiges Produkt entworfen zu haben, das so gut vom Markt und in der Szene angenommen wird. <<

GmbH – Gastronomie Start-up
Berlin (Berlin)


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