Foto einer jungen Frau mit braunen Haaren, die in die Kamera schaut
Zu Tisch mit Lea (@familie_nachhaltigkeit)

„Niemand schmeißt gerne Essen weg“

Quelle: @familie_nachhaltigkeit

Auf ihrem Instagram-Kanal @familie_nachhaltigkeit vermittelt Lea Nachhaltigkeitsthemen an 100.000 Abonnent:innen. Wir haben mit ihr über das Thema Lebensmittelverschwendung gesprochen und sie nach ihren persönlichen besten Tipps gefragt.

Du bist Mama dreier Kinder und auf Social Media aktiv zum Thema Nachhaltigkeit. Was motiviert dich besonders bei deinem Engagement?

Mittlerweile ist es das Feedback meiner Follower:innen, das mich antreibt – ich bekomme nahezu täglich Nachrichten, die mich in meiner Arbeit bestätigen: „Ich habe wegen dir ein Lastenrad gekauft“, „ich esse mehr vegan“, „ich bin auf Mehrwegalternativen umgestiegen“ oder „ich habe mir ein Balkonkraftwerk installiert.“ Das motiviert.

Wie kommt das Thema „Lebensmittelverschwendung“ bei deinen Follower:innen an?

Meine Wahrnehmung ist, dass sich gesellschaftlich eigentlich alle darüber einig sind, dass ein sorgsamer Umgang mit Lebensmitteln wichtig ist. Niemand schmeißt Essen gerne weg. Es sind dann eher der Alltag, Stress und fehlendes Wissen, die verhindern, dass dies umgesetzt wird und keine Lebensmittelabfälle entstehen. Allein das Mindesthaltbarkeitsdatum sorgt nach wie vor nach für Verwirrung: Ein erklärendes Posting von mir über das MHD wurde fast 50.000 mal gespeichert. Das zeigt mir, dass es zum Thema Haltbarkeit noch mehr Aufklärung bedarf.

Wie denkst du privat „Zero Waste“, also die Vermeidung von Abfall, bereits beim Einkauf und bei der Lagerung von Lebensmitteln mit?

Vor dem Einkaufen sehe ich mir meine Vorräte an. Dann empfehle ich, eine Kühltasche zum Einkauf mitzunehmen, damit auf dem Heimweg nichts verdirbt. Außerdem ist es sinnvoll, eine Einkaufsliste zu schreiben – Planung macht bei der Vermeidung von Lebensmittelabfällen nämlich schon viel aus. Beim Lagern zuhause stelle ich neue Lebensmittel nach hinten und alte nach vorne, sodass ich diese immer zuerst sehe und aufbrauche.

Was sind weitere Schritte, um den eigenen Haushalt möglichst restefrei zu gestalten?

Wenn ich merke, dass Obst schlecht wird, friere ich es sofort ein. Mit meiner Familie habe ich abgesprochen, dass sie meinen Kühlschrank „übernehmen“, sollte ich spontan wegfahren. Auch ein sogenannter Fairteiler im Rahmen von Foodsharing ist eine Möglichkeit, um noch genießbare Lebensmittel abzugeben. Ein weiterer guter Tipp ist, einen wöchentlichen Reste-Tag einzuplanen. An diesem Tag verwerte ich alles, was weg muss.

Welche Rolle spielt eine pflanzliche Ernährung im Zusammenhang mit Zero Waste?

Meiner Meinung nach hilft eine pflanzenbasierte Ernährungsweise enorm dabei, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden: Ein Glas Kichererbsen wird bei mir beispielsweise viel seltener schlecht als Fleisch, das sehr schnell verbraucht werden muss, sobald es zuhause im Kühlschrank liegt. Sicherlich esse ich auch ab und an gerne vegane Ersatzprodukte, die Müll verursachen, dennoch ist die Umweltbelastung eine geringere als durch genauso viel Fleisch.