Eine Frau pflanzt Kräuter auf ihrem Balkon ein.
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Urban Gardening: Gemüse aus eigenem Anbau

Quelle: Scheer Sieglinde - stock.adobe.com

Gärtnern liegt im Trend: Immer mehr Menschen nutzen den eigenen Balkon oder Garten zum Anpflanzen von Gemüse und kümmern sich aktiv um Anbau und Ernte. Wir informieren, was es dabei zu beachten und zu lernen gibt und wie der Eigenanbau zu mehr Lebensmittelwertschätzung beitragen kann.

Im Internationalen Jahr für Obst und Gemüse 2021 richten wir den Fokus immer wieder auf einzelne Obst- und Gemüsesorten. Im Juli steht dabei der eigene Anbau im Fokus: Welche Sorten eignen sich? Wie gelingen Aussaat und Ernte? Was gilt es zu beachten?

Die Vorteile liegen dabei auf der Hand: Die eigene Anzucht macht nicht nur Spaß und liefert frische und regionale Lebensmittel, das Gärtnern trägt auch dazu bei, Lebensmittel mehr wertzuschätzen. Darüber hinaus können Sie wertvolle Ressourcen und gleichzeitig Geld beim Einkauf sparen.

So gelingt der Eigenanbau

Bei der Wahl der Sorten ist es ratsam, auf solche zu setzen, die zu den heimischen klimatischen Bedingungen passen. Für den Anfang empfehlen wir Ihnen beispielsweise Salate, Möhren, Tomaten oder Radieschen. Wenn Sie zusätzlich Kräuter zum Gemüse pflanzen, sorgen Sie für eine natürliche Schädlingsabwehr durch die in den Kräutern enthaltenen ätherischen Öle. Auch Blumen im Gemüsebeet können nützlich sein: Sie erhöhen nicht nur die Artenvielfalt und sind schön bunt, sie halten auch manche Schädlinge fern und ziehen Insekten an, die die Pflanzen bestäuben.

Einige Sorten können Sie idealerweise zunächst im Innenraum vorziehen, bevor sie nach den Eisheiligen Mitte Mai auf den Balkon oder in den Garten umziehen. Um mehr über den jeweils richtigen Zeitpunkt von Aussaat und Ernte der verschiedenen Sorten zu erfahren, hilft Ihnen der Aussaat- und Pflanzkalender der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.

Anbau, Mischkultur und Fruchtfolge im Garten

Bei der Beetplanung bietet es sich an, die Beete so zu gestalten, dass die Gemüsepflanzen zum Pflegen und Ernten leicht zugänglich sind. Das Beet sollte idealerweise nur so breit sein, dass Sie die Mitte bequem von einer Seite erreichen können.

Besonders im Garten können Sie gut auf eine Mischkultur und eine sinnvolle Fruchtfolge achten. Letzteres bedeutet, dass Gemüse derselben Pflanzfamilie im Folgejahr nicht wieder an derselben Stelle gesät werden sollte. Eine Mischkultur ist sinnvoll, damit die Pflanzen aufgrund ihrer unterschiedlichen Wurzeltiefen und Nährstoffbedarfe nicht um die Nährstoffe konkurrieren. Durch eine abwechslungsreiche Bepflanzung der (Hoch-)Beete bleibt die Bodenfruchtbarkeit hoch. Mehr Informationen dazu finden Sie auf der Website des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft.

Anbau auf dem Balkon

Kräuter, Salate und einige weitere Gemüsesorten können Sie auch mit wenig Platz auf Balkonen anbauen. Ein sonniger und windgeschützter Ort eignet sich beispielsweise für den Anbau wärmeliebender Sorten wie Auberginen, Paprika oder Tomaten. Auch empfiehlt sich der Anbau von schnell nachwachsenden Pflücksalaten. Küchenkräuter wie Basilikum, Schnittlauch oder Dill machen sich ebenfalls gut auf dem Balkon oder auf der Fensterbank in der Küche. Wenn Sie das Gemüse nicht selbst auf der Fensterbank ziehen, sollten Sie beim Kauf von Jungpflanzen auf gute Qualität und Größe achten.

Bei der Auswahl der Gefäße ist vor allem die Größe entscheidend: Für Tomaten oder Gurken sollten Sie einen Durchmesser von mindestens 25 Zentimetern und ein Fassungsvermögen von mindestens acht Litern wählen. Für Kräuter reichen auch kleinere Töpfe oder Schalen aus. Als Pflanzerde eignet sich gewöhnliche Blumenerde, idealerweise torffrei, da diese umweltfreundlicher ist.

Wohin mit der Ernte?

Wenn Sie das Gemüse einige Tage lagern möchten, ernten Sie am besten am Morgen, wenn die Pflanzen noch kühl und knackig sind. Tipps zur richtigen Lagerung der einzelnen Sorten finden Sie hier.
Bleibt zu viel von der Ernte übrig, bieten unsere #restereloaded-Tutorials Inspiration zur Verwertung der Lebensmittel. Viele Gemüsesorten können Sie ganz einfach zu Suppen, Eintöpfen, Ofengemüse, Aufstrichen oder Smoothies weiterverarbeiten, aber auch fermentieren oder einwecken.

Eine weitere Möglichkeit, die überschüssigen Lebensmittel zu retten, bieten Ihnen Plattformen wie „Direkt vom Beet“: Über die Onlineplattform können Produzent:innen und Konsument:innen miteinander in Kontakt treten und Lebensmittel austauschen. Einen ähnlichen Service bietet die App „Scheune“ an.

Gemeinsames Anbauen in der Stadt

Die Lust am Eigenanbau regionaler Lebensmittel hat dafür gesorgt, dass es bereits in vielen Städten die Möglichkeit gibt, gemeinsam zu gärtnern. So lassen sich beispielsweise im Kölner Gemeinschaftsgarten Obst, Gemüse und andere Pflanzen anbauen. Darüber hinaus bietet der Gemeinschaftsgarten Kindern die Möglichkeit, spielerisch zu erfahren, wie Lebensmittel wachsen und trägt so einen wichtigen Teil zur Förderung der Lebensmittelwertschätzung im frühen Kindesalter bei. Auch im Gemeinschaftsgarten Allmende-Kontor in Berlin-Tempelhof wird gemeinsam gegärtnert und zwar auf einer Fläche von über 5.000 Quadratmetern. Beide Gemeinschaftsgärten stellt das Bundeszentrum für Ernährung im Film vor.
 
Weitere Informationen dazu, wie Interessierte selbst aktiv werden und ein Projekt anstoßen können, finden Sie auf der Seite des Bundeszentrums für Ernährung.