Pausenbrote, die mit Gemüse und Kräutern zu Gesichtern verziert sind
Schwerpunkt

Rette dein Pausenbrot vor der Tonne!

Quelle: (c) BMEL

Mit dem Start des neuen Schuljahres beginnt in vielen Familien wieder das fleißige Pausenbrot schmieren. Aber wie sollte die Brotbox bestückt werden, damit die Pausensnacks nicht unangetastet wieder nach Hause gebracht oder gar in der Tonne entsorgt werden?

Brotbelag dem Wetter anpassen
An heißen Tagen im August und September wird das Pausenbrot schnell matschig und unansehnlich. Butter und Margarine zerlaufen. Viele Käse- und Wurstbeläge werden schmierig und Mayonnaise sollte bei Wärme schon aufgrund der Salmonellengefahr besser nicht aufs Brot.
Nimm statt Streichfett lieber einen Frischkäse-Aufstrich. Er verhindert, dass die Brote zu fettig werden. Als Wurstbelag eignen sich im Sommer vor allem Räucherwaren und Schinken. Das Räuchern schützt vor Bakterien und versiegelt die Oberfläche der Lebensmittel. Es entzieht ihnen Wasser und macht sie länger haltbar. Bei Käse Hartkäse statt Weichkäse bevorzugen. Für den besonderen Frische-Kick: gefrorene Brotscheiben belegen. Bis zur Pause ist das Brot aufgetaut und der Belag noch schön kühl. Bei feucht warmen Temperaturen schimmelt das Brot schneller. An warmen Tagen schmecken Sandwiches belegt mit saftigen Gurken- oder Tomatenscheiben besonders erfrischend. Auch Kresse oder geraspelte Möhren machen sich gut auf dem sommerlichen Pausenbrot – das sieht lecker aus und gibt extra Vitamine.

Mundgerechte Snack-Portionen einpacken
Kinder lieben alles, was schnell gesnackt werden kann. Ist die Brotbox mit kleinen, mundgerechten Happen gefüllt, werden diese sicher schneller vernascht als ein großes Wurstbrot. Lass deiner Kreativität freien Lauf. Ob kleine Brotspieße, Cocktailtomaten, Trauben oder Vollkornkekse: Schnell von der Hand in den Mund ist der gesunde Pausensnack gegessen und vor der Tonne bewahrt. Setze auch auf den Überraschungseffekt und biete immer mal etwas Neues an: heute ein handlicher Wrap, morgen Müsliriegel und Kirschen.

Pausenbrotkalender: Kinder in die Planung einbeziehen
Wer morgens trotz aller Eile liebevoll die Brotbox der Kleinen bestückt, ist abends enttäuscht, wenn das Essen unangetastet wieder mit nach Hause kommt. Das kann helfen: Sprich mit deinen Kindern über ihre Wünsche und beziehe sie in die Zubereitung des Pausenfrühstücks mit ein. Das steigert nicht nur die Wertschätzung für deine tägliche Mühe. Selbstgemachtes wird von den Kindern auch meist mit Lust verzehrt. Ist morgens die Zeit zu knapp, um gemeinsam Brote zu schmieren, könnt ihr dies auch schon abends tun. Gekühlt und gut verpackt halten sich die Snacks problemlos bis zum nächsten Tag.
Ein praktischer Helfer ist der Pausenbrotkalender. Selbst gebastelt, kannst du mit deinen Kindern einen bunten Wochenplan für die Brotbüchse erstellen. Darin wird auch festgehalten, warum welche Speise wieder mit nach Hause gekommen oder im Müll gelandet ist. So lässt sich zum Beispiel herausfinden, ob die Portionen zu groß sind oder ob die Kleinen manche Sachen doch nicht so gerne essen. Außerdem könnt ihr gemeinsam Möglichkeiten finden, Pausenbrote zu retten.

Vom Pausenbrot Umweltbewusstsein lernen
Bestückst du die Pausenbox gemeinsam mit deinen Kindern, nutze die Gelegenheit, ihnen den Zusammenhang zwischen Lebensmittelverschwendung und Umweltbelastung zu erklären. Kinder sind von Natur aus neugierig und verstehen am besten anhand praktischer Beispiele. Das Pausenbrot liefert dir einige Ansätze für Denkanstöße, die die Lebenswelt deiner Kinder direkt betreffen:

1. Reste sind wertvoll
Schaut gemeinsam, welche Reste vom Abendbrot sich in der Brotdose weiterverwenden lassen. Ein Pizzastück kann gut am nächsten Tag noch kalt gegessen werden. Fleischreste werden mit etwas Salat zu einem frischen Wrap für die Schule. In jedem Lebensmittel stecken wertvolle Ressourcen: Wasser und Ackerflächen für die Viehzucht und den Anbau von Getreide, Obst und Gemüse. Gleichzeitig erzeugen Lebensmittelproduktion und Transport viel klimaschädliches CO₂. Reste verwerten heißt also Ressourcen sparen und den eigenen CO₂-Fußabdruck verkleinern.

2. Regional und saisonal einkaufen schont die Umwelt
Ob Brot, Obst oder Wurstwaren: Lebensmittel aus dem Umland verkürzen die Transportwege und sparen CO₂ ein. Schaut doch einmal gemeinsam auf einer Landkarte nach, wo eure Lebensmittel herkommen. Zugleich kannst du deine Kinder auf saisonales Obst und Gemüse hinweisen. Ein Saisonkalender in der Küche veranschaulicht, welche Früchte ihr zurzeit regional einkaufen könnt.

3. Fleisch und Wurst bewusst auswählen
Umweltbewusst agiert, wer Biofleisch kauft. Nicht nur, dass die Tiere artgerecht gehalten werden. Futtermittel stammen aus dem ökologischen Landbau und kommen ohne chemischen Dünger und Gentechnik aus. Auch wer öfter mal auf Fleisch und Wurst verzichtet, verkleinert seinen CO₂-Fußabdruck. Besonders sinnlos werden Ressourcen verschwendet, wenn Schinken, Salami und Co. weggeworfen werden. Der Wasserverbrauch macht es anschaulich: Für die Herstellung von einem Kilogramm Rindfleisch werden rund 15.000 Liter Wasser verbraucht. Das sind 75 volle Badewannen! Ein Kilogramm Geflügelfleisch benötigt immerhin noch rund 5.000 Liter Wasser.