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Pausenbrottipps für Lebensmittelretter

Wenn Kindern das Pausenbrot nicht schmeckt, wird es verschmäht und landet bei so manchem im Abfall – direkt in der Schule oder als wiederheimgebrachtes Brot zu Hause. Auch der klassische Belag – Wurst und Käse – läuft Gefahr, weggeworfen zu werden. Rund 4,4 Millionen Lebensmittel werden in deutschen Haushalten jedes Jahr insgesamt entsorgt. Sie werden zum Beispiel schlecht, weil sie falsch aufbewahrt oder im Kühlschrank vergessen werden. Dagegen kannst du etwas tun! Wie du Pausenbrote, Wurst und Käse vor dem Abfall retten kannst, erfährst du in diesem Text.

Was schmeckt, wird auch gegessen

Am besten sprichst du mit deinen Kindern ab, was aufs Brot soll. Etwas, auf das man Lust hat, das isst man meist auch. Oder ihr macht den Brotbelag selbst: Zum Beispiel kannst du mit deinen Kindern gehobelte Möhren mit Frischkäse vermischen. Alternativ könnt ihr auch andere kleingeschnittene Gemüsereste nehmen. Durchgematschte Brote können aber verschmäht werden. Ein Salatblatt zwischen Brot- und Tomatenscheibe verhindert, dass das Brot durchweicht. Damit nicht alles auseinanderfällt, kannst du eine dünne Schicht Frischkäse zwischen die einzelnen Lagen streichen. Dann hält das Brot besser zusammen. Wer ein Pausenbrot zu viel geschmiert hat, kann es in einem Gefrierbeutel bis zu zwei Wochen lang einfrieren.

Wieso der Belag zum Wetter passen sollte

Nicht jeder Belag macht bei Hitze eine gute Figur: Frischkäse ist dann die bessere Wahl als Butter. Er zerläuft nicht und macht das Brot nicht fettig. Auch geräucherte Schinken- und Wurstsorten sind hitzeresistenter als Aufschnitt. Er wird bei hohen Temperaturen durch Milchsäurebakterien schnell schmierig und Mayonnaise darf wegen der Salmonellengefahr nicht aufs Brot. Wenn deine Kinder es mögen, kannst du eine dünne Schicht Senf aufs Brot streichen. Ihm wird eine antibakterielle Wirkung nachgesagt. Es steht ein extraheißer Tag bevor? Belege doch einmal gefrorene Brotscheiben wie gewohnt. Sie tauen bis zur Pause auf und halten den Belag kühl.

Darf das noch aufs Pausenbrot?

Hartkäse wie Parmesan: Eine leicht weiße Oberfläche oder Flecken sind meist nur Salz oder Eiweiß, das durch Temperaturunterschiede kristallisiert. Die Stellen kannst du einfach abreiben. Schimmel hingegen hat eine pelzige Oberfläche. Die darfst du von Stücken großzügig wegschneiden und den Rest benutzen. Denn Hartkäse enthält sehr wenig Flüssigkeit, sodass sich Schimmelsporen nicht einfach im Lebensmittel ausbreiten können. Vorsicht: Nicht jeder harte Käse ist ein Hartkäse! Typische Hartkäse sind zum Beispiel Emmentaler, Bergkäse und Cheddar. Wichtig: Wenn geriebener Hartkäse schimmelt, muss er weg!
Weichkäse wie Limburger und Frischkäse: Schimmel heißt bei diesen Käsesorten, dass sie ungenießbar sind. Denn sie enthalten mehr Wasser und daher können sich die Schimmelsporen leichter unsichtbar im ganzen Lebensmittel ausbreiten. Frischkäse hält geöffnet nur kurz: Nach einigen Tagen kann er schon bitter schmecken.
Camembert, Blauschimmelkäse und andere Edelschimmelkäse: Sie dürfen mit ihrem eigenen, essbaren Schimmel überzogen sein – auch an den Schnittflächen. Wenn du andersfarbige Schimmelsorten auf ihnen findest, solltest du sie allerdings nicht mehr essen. Du erkennst verdorbenen Edelschimmelkäse auch daran, dass er muffig riecht und schmeckt. Edelschimmel sollte übrigens keine anderen Käsesorten befallen. Auf ihnen kann er nämlich Gifte bilden. Lagere deshalb Edelschimmel am besten immer separat.
Schinken und Wurst: Auf Stücken von Serrano und Schwarzwälder Schinken sowie Parmaschinken können sich weißliche Salzkristalle an der Oberfläche bilden. Du kannst sie einfach abreiben. Verdorbenen Schinken erkennst du an gräulichen Stellen und einer schmierigen Oberfläche. Geschmack und Geruch sind dumpf und sauer. Aufschnitt verdirbt besonders schnell. Auch Schimmel macht diese Lebensmittel ungenießbar.
Richtig verpacken
Das Auge isst mit – schon deshalb ist eine gute Verpackung wichtig. Denn was lecker aussieht, wird eher gegessen. Schlimmer als zerquetschtes Brot ist für Kinder aber, wenn das Marmeladen- nach dem miteingewickelten Leberwurstbrot schmeckt. Genauso wenig kommen durchgeweichte Salzstangen mit labberigen Gemüse-Sticks gut an. Süßes und Salziges, Knackiges und Saftiges solltest du deshalb in getrennten Behältern mitgeben: Knabbereien und Knäckebrot mögen es trocken, Gemüse-Sticks sind in Plastikboxen vor dem Austrocknen geschützt. Bröckelnde Brote bleiben mit ein wenig Cellophan umwickelt ganz. Alle Pausenbrotboxen sollten gut schließen und eventuell mit einem Gummiband fixiert sein. Sonst landen Joghurt, Brot und Co. schnell zwischen den Schulbüchern.

Das lässt sich aus Resten zaubern

Das Pausenbrot schmeckt auch als kleine Zwischenmahlzeit oder Vorspeise. Probiere doch einfach unser Rezept Belegte-Brote-Spießchen mit Salat. Aus vielen Käseresten kannst du zum Beispiel den bayerischen Brotaufstrich Obazda fürs Pausenbrot oder fürs Abendessen einen Schweizer Wurstsalat machen. Ist nur ein wenig Wurst und Käse übrig, sind sie eine gute Zutat für einen Salat. Wie Wurst- und Käsereste bei dir zu Hause lange halten, erfährst du in unserem Lebensmittellexikon.

Pausenbrotkalender für kleine Lebensmittelretter

Du willst mit deinen Kindern etwas gegen Lebensmittelverschwendung tun? Bastle doch gemeinsam mit ihnen einen Pausenbrotkalender! Darin können die Kinder eintragen, was warum übrig geblieben ist – und was mit den Resten passiert ist. So lässt sich zum Beispiel herausfinden, ob die Portionen zu groß sind oder ob die Kleinen manche Sachen doch nicht so gerne essen. Außerdem könnt ihr gemeinsam Möglichkeiten finden, Pausenbrote zu retten.