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Abfall? Von wegen!

Die Herstellung unserer Lebensmittel beansprucht viele Ressourcen wie Boden und Wasser, aber auch Energie und Arbeitskraft. So werden allein für die Herstellung von einem Kilogramm Tomaten rund 200 Liter Wasser benötigt.  Wer Obst und Gemüse möglichst restlos verwertet, sorgt daher dafür, dass wir weniger wertvolle Ressourcen verschwenden.

Grünzeug nicht nur für Kaninchen
Ob Radieschen, Kohlrabi, Rote Bete oder andere Rüben: Das Grün an Wurzel- und Knollengemüse ist oft nicht nur für Kaninchen, Meerschweinchen und Co. ein Leckerbissen, sondern lässt sich auch in der Küche bestens verwenden. Radieschenblätter lassen sich zum Beispiel zu einer leckeren Suppe oder einem Pesto verarbeiten und auch im Salat bringen sie Würze. Dass die Blätter giftig seien, ist übrigens ein Mythos, sie können ohne Bedenken verzehrt werden. Am besten nutzt man das Grün sofort, denn es entzieht den Knollen Wasser und lässt sie schneller schrumpeln. Das Gleiche gilt für Kohlrabiblätter, die ebenfalls viel zu schade für den Kompost sind. Sie enthalten sogar mehr Vitamine und Mineralstoffe als die Knolle selbst.

Auch bei Rote Bete lohnt es sich, die ganze Pflanze zu verwenden. Die Stängel schmecken zum Beispiel klein geschnitten und gegart als Gemüse, junge Blätter lassen sich wie Spinat verwenden: entweder roh im Salat oder gekocht als Blattgemüse. Probier doch mal einen Rote-Bete-Salat, der die ganze Pflanze nutzt!

Schälen oder nicht?
Viele Obst- und Gemüsesorten musst du nicht schälen. Äpfel oder Gurken kannst du zum Beispiel – nach gründlichem Waschen – bedenkenlos mit Schale essen. Bei ihnen ist diese sogar besonders gesund. Dasselbe gilt für Karotten. In der Kürbiszeit ist der Hokkaidokürbis sicherlich auch so beliebt, weil man seine dünne Schale ebenfalls problemlos mitessen kann. Bei Rot Bete spricht – nach gründlichem Putzen – ebenfalls nichts dagegen. Du solltest jedoch beachten, dass die Schalen deutlich kräftiger schmecken als die Knollen.

Das dicke Ende muss nicht weg
Brokkoli- oder Blumenkohlstrünke sind ganz genauso essbar wie die feinen Röschen. Du kannst sie klein geschnitten als Gemüse zubereiten oder nach dem Kochen zu leckerem Püree verarbeiten. Da ein Strunk meist keine komplette Beilage ergibt, einfach mit Kartoffeln kombinieren.

Bei Kartoffeln hingegen ist es empfehlenswert, die Schale zu entfernen – sofern es sich nicht um kleine Frühkartoffeln handelt. Besonders in den Keimstellen, den sogenannten Augen, und in grünen Stellen steckt das giftige Solanin. Du sparst Abfall, wenn du die Kartoffeln nach dem Kochen schälst, dann löst sich die dünne Schale ganz leicht.

Vom Abfall zur Brühe
Du hast Möhrenabschnitte, Zwiebelschalen, Pilzstiele, Lauchreste oder andere Gemüsereste übrig? Dann wirf sie nicht weg, sondern koche eine leckere, gesunde Gemüsebrühe daraus! Es eignen sich eigentlich alle Gemüsereste für eine Brühe – nur Kartoffelschalen solltest du wegen des Solanins nicht verwenden. Für eine Brühe werden alle Gemüsereste circa eine halbe Stunde zusammen gekocht und dann durch ein Mulltuch gegossen. Am besten in kleinen Portionen einfrieren, dann hast du immer Brühe zur Hand.

Zum Vormerken für die Spargelzeit: Spargelschalen und -abschnitte sind ausgekocht eine wunderbare Grundlage für eine leckere Spargelsuppe!