Vitaminbomben

In der winterlichen Erkältungszeit wollen sich viele Menschen gesund ernähren. In einer ausgewogenen – also gesunden – Ernährung dürfen Obst und Gemüse nicht fehlen.

Vitamine bewahren, Lebensmittelabfall vorbeugen

Durch Sauerstoff, Licht, Wasser, Hitze und zu langes Lagern gehen viele Vitaminen verloren. Am besten kaufst du also immer nur so viel, wie du bald aufessen kannst. Zu Hause lagerst du dein Obst und Gemüse nicht zu warm und verarbeitest es möglichst schnell. So beugst du auch Lebensmittelabfall vor. Tipp: Wenn du Gemüse schonend garst, statt es in viel Wasser zu kochen, bleiben besonders viel gute Inhaltsstoffe erhalten.

Welches Obst und Gemüse aber hat jetzt Saison? Wir stellen dir Vitaminbomben vor, die nicht durch die halbe Welt transportiert werden müssen – und zeigen, wie du sie restlos genießen kannst! Obst und Gemüse landen leider besonders oft im Abfall: Sie machen 44 Prozent der vermeidbaren oder teilweise vermeidbaren Lebensmittelabfälle in Deutschlands Haushalten aus.

Vitaminreicher Kohl für vielfältige (Reste-)Küche

Kohl ist ein echter Klassiker der deutschen Küche und sehr gesund: Viele Sorten liefern Eisen, Kalium und andere Nährstoffe. Rotkohl und Grünkohl enthalten zum Beispiel mehr Vitamin C als eine Zitrone und Rosenkohl sogar 2,5-mal so viel. Wie der ebenfalls gesunde Weißkohl haben diese Kohlsorten im Winter Saison. Wie lange aber hält Kohl? Diese Haltbarkeits-Faustregel hilft dir: Feste Kohlsorten wie Weißkohl oder Rotkohl lagerst du am besten in kühlen Räumen wie dem Keller, Blattsorten wie Grünkohl halten sich im Kühlschrank einige Tage, am besten eingewickelt in ein feuchtes Tuch. Das Gleiche gilt für Rosenkohl. Wer keinen Keller hat, legt auch feste Sorten in das Gemüsefach des Kühlschranks.


Reste lassen sich nicht nur in Eintöpfen, Suppen und Beilagen, sondern auch in kalten und warmen  Salaten oder Wok-Gerichten leicht und lecker verarbeiten. Sie schmecken auch als koreanisches Trendgericht aus scharfem, fermentiertem Kohl als sogenanntes „Kimchi“.

Möhren sind Vitamin A - Lieferanten

Möhren enthalten Kalium, Kalzium und Eisen. Bekannt sind sie aber dafür, dass sie uns mit Vitamin A versorgen. In ihnen steckt viel Beta-Carotin, das im Körper in Vitamin A umgewandelt wird. Die Aufnahme des Beta-Carotins in den Körper wird erleichtert, wenn die Möhre zerkleinert ist oder ein wenig Öl zugegeben wird. Also ab mit den Möhrenresten in Smoothies, Pürees und Suppen! Sie sind nicht nur gesund, sondern auch perfekt, um Übriggebliebenes vor dem Müll zu retten!


Das solltest du für den Einkauf wissen: Möhren können beim Wachsen kleine oberflächliche Risse bekommen, die austrocknen. Manche brechen auch bei der Ernte. Das macht aber nichts: Weder Geschmack noch Haltbarkeit werden dadurch beeinträchtigt. Hier verlinkt findest du mehr Infos über Macken, die der Qualität von Obst und Gemüse keinen Abbruch tun.  


Im Kühlschrank halten Möhren bis zu zwei Wochen im Gemüsefach. Zum Lagern gibt‘s noch einen Tipp für das kommende Frühjahr: Bei Bundmöhren aus regionalem Anbau, die erst im Frühling und Sommer Saison haben, solltest du das Grün entfernen. Es entzieht den Möhren sonst Wasser, dann sind sie schneller nicht mehr knackig.

Zitrusfrüchte: reich an Vitamin C und grün genauso gut

Zitronen, Orangen, Mandarinen: Sie stecken voller Vitamin C und werden im Winter zwar nicht bei uns geerntet, aber in EU-Staaten oder in der Türkei. Der Transportweg ist also nicht ganz so lang wie im Sommer, wenn das Obst aus Ländern wie Uruguay, Südafrika und Argentinien stammt.


Greife beim Einkauf ruhig auch zu grünen Zitrusfrüchten oder solchen mit grünen Stellen. Sie erhalten ihre Farbe nämlich in kühlen Nächten mit Temperaturen unter 12,5 Grad Celsius. Wenn es wärmer ist, bleiben sie grünlich. Auch kleine vernarbte Stellen an der Schale oder eine wellige Haut machen die Zitrusfrüchte nicht weniger lecker. Besonders lange hält das Obst in einem luftdurchlässigen Korb bei Zimmertemperatur.

Achtung: Obst mit Druckstellen solltest du schnell aufbrauchen. Es kann rasch anfangen zu faulen oder zu schimmeln und muss dann in die Tonne. Mach aus angeschlagenen Zitrusfrüchten einfach Säfte und Schorlen! Wenn du viele Vitamine trinken möchtest, bereite lieber eine kalte statt einer heißen Zitrone oder Orange zu. Denn Vitamine sind hitzeempfindlich. Laut einer Studie aus den USA enthalten Bio-Orangen übrigens bis zu 30 Prozent mehr Vitamin C als konventionell erzeugte Orangen. Das Praktische an Früchten aus Öko-Anbau ist, dass du sogar die Schale verwenden kannst. Sie aromatisiert zum Beispiel winterlichen Punsch und Süßspeisen. Mit Zucker vermengt wird sie sogar länger haltbar.  Mehr Tipps zu Zitrusfrüchten findest du in unseren Artikeln „Frisches Aroma für jeden Tag – Zitrusfrüchte haltbar machen“ und „Zitrusfrüchte – Vitaminwunder im Winter“.

Vergessenes muss nicht ungegessen bleiben

Deine Planung hat nicht geklappt und dein Obst und Gemüse ist doch etwas länger liegen geblieben? Was noch gut aussieht, riecht und schmeckt, ist auch noch gut. Auch was länger liegt, enthält viele gesunde Inhaltsstoffe wie zum Beispiel die Ballaststoffe, welche die Verdauung fördern. Und was nicht mehr ganz so knackig ist, schmeckt noch wunderbar in Säften oder Gerichten wie Suppen, Aufläufen und Eintöpfen.

 
TK-Gemüse als gute Alternative

Für Tiefkühlgemüse und -obst muss zwar mehr Energie aufgewendet werden – schließlich wird es tiefgekühlt. Als Vitaminquelle ist es aber eine gute Alternative zu Importiertem: Frische Bohnen zum Beispiel enthalten schon nach wenigen Tagen nur noch 60 Prozent ihres Vitamin-C-Gehalts. In Tiefkühlbohnen hingegen stecken noch 80 Prozent. Der richtige Platz für TK-Produkte ist natürlich der Tiefkühlschrank bzw. die Kühltruhe, wo die Lebensmittel bei -18 Grad Celsius eingefroren werden. Wenn du selbst Obst und Gemüse einfrierst, dann notiere das Einfrierdatum auf dem Behälter. Denn auch hier leidet die Qualität bei zu langer Lagerung, Geschmack und Vitamine gehen verloren. Mehr Tipps zu Tiefkühllebensmitteln findest du in unserem Schwerpunkt „Aus dem Frost auf den Tisch: Der richtige Umgang mit Tiefkühlkost“.