Mehrere Tupperdosen mit frisch geschnittenem Gemüse. Ein Schneidebrett sowie ein Messer und weiteres Gemüse.
Mit diesen Tricks haben die Lebensmitteln ein langes Leben

Haltbar machen

Quelle: AdobeStock/Pixel-Shot

Zu viel eingekauft? Trotz guter Planung und richtiger Lagerung kommt es immer wieder vor, dass der Kühlschrank voller ist als unser Hunger groß und Lebensmittel länger liegen als beabsichtigt. Alles kein Grund zur Sorge! Denn wer Lebensmittel richtig kühlt, einfriert, einkocht oder einlegt, macht diese haltbar und bewahrt sie vor der Tonne.

Es passiert immer wieder: Man greift einen Becher Quark aus dem Kühlschrank und sieht, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) abgelaufen ist. Ohne großes Zögern landet dieser im Mülleimer. Das muss nicht sein. Abgelaufene Lebensmittel müssen meist nicht weggeworfen werden, sondern wenn man mit seinen Sinnen prüft, kann ein Lebensmittel auch nach Ablauf des MHDs noch genießbar sein. Alternativ kann ein Lebensmittel auch frühzeitig eingefroren, fermentiert, eingekocht oder eingelegt  werden. Hier zeigen wir, wie das Leben der Lebensmittel verlängert werden kann:

Haltbarkeit überprüfen

Bevor ein Lebensmittel in der Tonne landet, sollte überprüft werden, ob es wirklich verdorben ist. Das Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum geben hierbei eine erste Orientierung. Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist eine Empfehlung des Herstellers. Bis zum angegebenen Datum garantiert dieser bei richtiger Lagerung die spezifischen Eigenschaften des ungeöffneten Produkts wie beispielsweise Geschmack, Farbe und Konsistenz. Mit Ablauf des MHDs ist ein Lebensmittel also nicht automatisch schlecht. Verlasse dich auf deine Sinne: Wenn ein Produkt gut aussieht, riecht und schmeckt, ist es meistens auch noch gut. Grundsätzlich gilt: Eine offene Packung lässt Sauerstoff, Feuchtigkeit und Mikroorganismen hinein. Geöffnete Lebensmittel können also schneller verderben. Auf den Verpackungen mancher Produkte finden sich daher auch Angaben darüber, wie lange diese nach Anbruch noch haltbar sind. Wichtig für die Haltbarkeit ist die richtige Aufbewahrung und der sachgemäße Transport – zum Beispiel vom Supermarkt nach Hause. 

Einige besonders leicht verderbliche tierische Produkte tragen hingegen ein Verbrauchsdatum (VD). Ob Hackfleisch oder frisches Geflügel – ist das VD dieser Lebensmittel überschritten, gibt es leider nur noch eine Möglichkeit: Ab in die Tonne damit. Diese Lebensmittel sollten auch durchgebraten nicht mehr verzehrt werden. Sonst besteht die Gefahr einer Lebensmittelvergiftung. Insbesondere bei Fleischprodukten gilt: Lagerungshinweise beachten und beim Transport vom Supermarkt nach Hause möglichst kühl halten. 

Richtig kühlen

Die meisten frischen Lebensmittel wie Milchprodukte, Fleisch und Fisch, ebenso wie Obst und Gemüse gehören nach dem Einkauf direkt in den Kühlschrank. Um den Überblick zu behalten, was frisch ist und was nicht, hilft das FiFo-Prinzip (First in, first out): Neue Ware nach hinten, Ältere nach vorne. 

Darüber hinaus haben Kühlschränke mehrere Temperaturzonen. Oberhalb des Gemüsefachs gilt: Je höher, desto wärmer. Das unterste Fach über dem Gemüsefach ist am kühlsten. Die Tür bekommt beim Öffnen am meisten Wärme ab. Damit Lebensmittel im Kühlschrank möglichst lange frisch bleiben, sollen sie jeweils in das richtige Fach eingeräumt werden:

  • Oberstes Fach (ca. 8 °C): Zubereitetes, angebrochene Marmelade

  • Mittleres Fach (ca. 5 °C): Milchprodukte, Käse

  • Unterstes Fach über der Schublade: Leicht Verderbliches wie Fleisch, Fisch, Geflügel, Feinkostsalate

  • Schublade ganz unten (ca. 9 °C): Obst und Gemüse (Ausnahme: kälteempfindliches Obst wie exotische Früchte oder wasserhaltiges Gemüse gehören gar nicht in den Kühlschrank)

  • Tür: Eier, Butter, Milch, Dressing, Saucen offene Säfte

 

Bei einem Mehrzonenkühlschrank gibt es über den normalen Kühlbereich hinaus eine Kaltlagerzone mit Temperaturen zwischen null und zwei Grad Celsius. Der Vorteil: leicht verderbliche Lebensmittel, wie Milch, Gemüse und Wurst halten dort bis zu drei Tage länger frisch. Neben der Temperatur lässt sich in Mehrzonenkühlschränken auch die Luftfeuchtigkeit regulieren. Wie man einen  Mehrzonenkühlschrank am besten einräumst, zeigen wir hier:

  • Null-Grad-Zone, trocken (max. 2°C relative Luftfeuchtigkeit 50 bis 55 Prozent): Fisch, Fleisch, Fleischwaren (Wurst), Geflügel, Milch und Milchprodukte wie beispielsweise Käse

  • Null-Grad-Zone, feucht (max. 2°C, relative Luftfeuchtigkeit bis 95 Prozent): kälteunempfindliches Gemüse, Obst, Küchenkräuter, Pilze und Salate

  • Kühlzone (4 °C bis 8 °C): Eier, Butter, angebrochene Marmelade, Fertiggerichte, Kuchen und Gegartes

  • Kühlschranktür (10 °C bis 12 °C) Senf, Ketchup, Saucen, Eier, Butter, Milch

Einfrieren

Die beste Methode, Frisches haltbar zu machen, ist das Tiefkühlen. Bei niedrigen Temperaturen können sich Mikroorganismen nicht so schnell vermehren. Damit das Einfrieren gelingt und deine Lebensmittel ihr Aroma nicht verlieren, gilt es Folgendes zu beachten:

Kühlkette sicherstellen

Bei Kauf von Tiefkühlprodukte sollten sie vor dem an- oder sogar aufzutauen geschützt werden. Für den Transport eignen sich spezielle Isoliertüten, Kühltaschen oder -boxen. Zu Hause kommen die Einkäufe dann am besten direkt in den Gefrierschrank.

Auf Hygiene achten

Achte bei allen Arbeitsschritten auf Hygiene, denn trotz niedriger Temperaturen können Bakterien im Gefrierschrank überleben und sich nach dem Auftauen weiter vermehren. Frische Produkte sollten daher im Kühlschrank aufgetaut werden. Dabei sollte das Produkt – vor allem wenn es sich um Fleisch handelt – nicht mit dem Abtauwasser in Kontakt kommen.

Richtig einfrieren

Je frischer die Produkte beim Einfrieren, umso länger halten sie sich. Friere Lebensmittel am besten direkt portionsweise ein. Das spart beim Auftauen Energie und man hat direkt die richtige Menge zur Hand. Wichtig ist eine Verpackung, die vor Austrocknen und Aromaverlust schützt, wie zum Beispiel Gefrierbeutel. Damit Gemüseteile oder Beeren beim Einfrieren nicht zusammenkleben, kann man sie vorher auf einem Tablett kurz in den Tiefkühler stellen. Erst danach kommen die gefrorenen Stücke in den Gefrierbeutel.

Auch einmal Aufgetautes kann, sofern es sich nicht um Fleisch handelt, ruhig wieder eingefroren werden. Zu beachten ist: langsam und hygienisch im Kühlschrank auftauen, Reste schnell zurück ins Gefrierfach und später gründlich erhitzen. 

Nicht alle Lebensmittel eignen sich gleichermaßen zum Einfrieren und sind im Gefrierfach ähnlich lange haltbar. Unser Tipp: Beschrifte Eingefrorenes daher stets mit dem Datum, an dem es hergestellt beziehungsweise eingefroren wurde. Die Tabelle zeigt, welche Lebensmittel wie und wie lange eingefroren gelagert werden können. 

Lebensmittel Zum Einfrieren geeignet Lagerzeiten Richtig auftauen
Biskuit- Hefe- und Rührteig (roh) Ja Bis zu einem Monat Im Kühlschrank
Torten, Blätterteig (roh) Ja Bis zu zwei Monate Im Kühlschrank
Käse Ja Zwei bis vier Monate Im Kühlschrank
Brot, Brötchen, Hefegebäck, Biskuitböden, Obstkuchen, Rührkuchen Ja Bis zu sechs Monate Bei Zimmertemperatur auftauen und anschließend toasten oder aufbacken
Fisch und fettreiches Fleisch Ja Sechs bis neun Monate Im Kühlschrank
Rohes Eigelb Ja Sechs bis zehn Monate Im Kühlschrank
Butter Ja Bis zu neun Monate Im Kühlschrank
Rindfleisch Ja Neun bis zwölf Monate Im Kühlschrank, Auftauwasser regelmäßig abgießen
Geflügel Ja Neun bis zwölf Monate Im Kühlschrank; Auftauwasser regelmäßig abgießen; mit kaltem Wasser abwaschen
Margarine, Quark und Sahne Ja Bis zu zwölf Monate Im Kühlschrank
Rohes Eiweiß Ja Ca. zwölf Monate Im Kühlschrank
Gemüse (Bohnen, Erbsen, Paprika, Karotten, versch. Kohlarten, Spinat) Ja (gewaschen, zerkleinert oder in den meisten Fällen blanchiert) Elf bis 15 Monate Direkt in der Pfanne oder im Topf
Obst (Beeren, Steinobst ohne Kerne) Ja (gewaschen und geputzt) Elf bis 15 Monate Im Kühlschrank, bei Zimmertemperatur oder in der Mikrowelle
Gekochte Nudeln Ja Drei bis Vier Monate In lauwarmem Wasser
Gemüse (Blattsalate, Tomaten, rohe Kartoffeln) Nein - -
Obst (rohe Äpfel, Birnen und Südfrüchte) Nein - -
Joghurt Nein - -

Einkochen, Einlegen und Fermentieren

Was nach verstaubten Küchentipps aus Großmutters Zeiten klingt, liegt derzeit wieder voll im Trend: Einkochen, Einlegen, Fermentieren. Entsprechend dieser Methoden haltbar gemachte Lebensmittel sind kühl, trocken und lichtgeschützt gelagert bis zu einem Jahr haltbar. Gleichzeitig bleiben Nährstoffverluste gering. Beschrifte frisch Eingemachtes mit dem Herstellungsdatum und stelle es stets nach hinten ins Vorratsregal, sodass immer zuerst die älteren Gläser verbrauchst. Beachte: Bei losem Deckel, starker Trübung oder Verfärbung sowie unnatürlichem Geruch sollteEingemachtes besser entsorgt werden.

Doch wie finden Gemüse und Obst überhaupt ihren Weg ins Einmachglas? Was es rund ums Einkochen, Einlegen oder Fermentieren zu wissen gibt, haben wir hier in aller Kürze zusammengefasst: 

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Weitere #reste reloaded Tutorials mit Resteverwertungs Tipps z.B. für Brot, Obst und Gemüse hier.

Einkochen

Einkochen kann man so gut wie alles, sogar Fleisch oder Wurst. Nur sollten die Lebensmittel frisch und einwandfrei sein. Wer einkocht, sollte Obst roh und Gemüse roh oder blanchiert verwenden. 

Und so geht’s: Schichte die geputzten und vorbereiteten Lebensmittel in ein sauberes Einmachglas mit Einweckverschluss oder zum Verschrauben und bedecke sie mit Flüssigkeit. Stelle die Gläser in einen Einkochtopf, ohne dass sie sich berühren. Fülle genau so viel Wasser ein, dass die Gläser bis zu drei Vierteln in der Flüssigkeit stehen und erhitze diese auf 75 bis 120 °C. Die Dauer variiert je nach Lebensmittel zwischen zehn Minuten und bis zu zwei Stunden. Während die Gläser abkühlen, bildet sich im Gefäß ein Vakuum, das den Deckel des Glases luftdicht verschließt. 

Ist kein Einkochtopf zur Hand, kann das Obst und Gemüse auch im Backofen oder in der Mikrowelle eingekocht werden. Erbsen, Bohnen und Pilze sollten jeweils nach ein bis zwei Tagen ein zweites Mal eingekocht werden.

Einlegen

In Essig eingelegt, sind Lebensmittel vor Mikroorganismen geschützt. Allerdings hält das den Verderb der Lebensmittel nicht auf. Sie halten im Kühlschrank nur bis zu zwei Wochen. Durch zusätzliches Zuckern, Salzen, Einkochen oder Trocknen verlängert sich zwar ihre Haltbarkeit und es entstehen keine neuen Mikroorganismen, die bestehenden können aber trotzdem zum Verderb der Lebensmittel beitragen. Wer etwas Neues ausprobieren möchte, kann sein Einlegtalent an Möhren, grünen Bohnen, roter Bete oder Paprika testen. Diese festen Gemüsearten eignen sich besonders gut zum Einlegen.

Seit Jahrhunderten wird Einlegen in Öl als eine Konservierungsmethode genutzt. Heute weiß man, dass dies keine sichere Haltbarmachungsmethode im Privathaushalt ist. Das Bundesinsitut für Risikobewertung (BfR) rät daher von der Hersellung und Lagerung selbsgemachter Öle, Gemüse in Öl oder Kräuter in Öl ab.

Um Lebensmittel länger haltbar zu machen, bietet sich Essig an. Dieser sorgt für ein saures Milieu, das viele Mikroorganismen am Wachstum hindert. Zum Einlegen von einem Kilogramm Gemüse wird ein halber Liter Essig (5%ig) und bis zu einem halben Liter Wasser mit Gewürzen benötigt. Gieße den Sud heiß in die Gläser oder Steinguttöpfe, lass alles abkühlen, erhitze den Sud nochmal und gieße ihn über das Gemüse. Achte darauf, dass die Lebensmittel ein bis zwei Finger breit mit dem Sud bedeckt sind. Das Ganze sollte vier bis sechs Wochen ziehen und ist dann drei bis zwölf Monate haltbar.

Fermentieren

Fermentieren ist eine alte Konservierungsmethode, die man auch zur Herstellung von Sauerkraut nutzt. Dabei bauen Enzyme und Mikroorganismen im Gemüse enthaltenen Zucker und Stärke in einem mehrstufigen Prozess ab. Es entstehen Milch- und Essigsäure, die dem Gemüse den typischen Geschmack verleihen und sie haltbar machen. Besonders eignet sich dafür reifes Gemüse. Raspel, schneide oder hobele das Gemüse vor dem Fermentieren. Füll das zerkleinerte Gemüse in ein Glasgefäß, bedecke es mit einer 5%igen Salzlake und lass es einige Tage bis Wochen ziehen. Fermentiertes Gemüse hält sich gut verschlossen einige Monate. 

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