Auf einer Küchentheke liegt Gemüse, daneben eine Einkaufsliste. Auf dem Bild steht der Schriftzug: Reduzierung der Lebensmittelverschwendung.
Sektorspezifisches Dialogforum

Private Haushalte

Quelle: CC-BY-4.0 Ecologic Institut 2020

Zur Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs), insbesondere SDG 12.3 will die Bundesregierung bis 2030 das Ziel erreichen, die Lebensmittelverschwendung in Deutschland pro Kopf auf Handels- und Verbraucherebene zu halbieren und die entlang der Produktions- und Lieferkette entstehenden Lebensmittelabfälle einschließlich Nachernteverlusten zu verringern.

Von der Gesamtmenge an Lebensmittelabfällen entfällt gemäß der Berechnungen des Thünen Instituts 52 %, etwa 75 kg pro Kopf, auf private Haushalte. Um diesen hohen Anteil zu reduzieren, wurde auf Bundesebene mit Zu gut für die Tonne! seit 2012 zahlreiche Aktivitäten für mehr Lebensmit­telwertschätzung auf Seite der Verbraucher:innen gestartet.

Im Einklang mit der im Februar 2019 beschlossenen Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung der Bundesregierung werden diese und weitere Aktivitäten mit dem Projekt „Dialogforum private Haushalte“ von 2020 bis 2023 unterstützt, durch Vernetzung verbreitet und fundiert weiterentwickelt.

Im Rahmen des Projektes werden erfolgversprechende Ansätze und Interventionen identifiziert, durch Kooperation mit und Unterstützung von bereits in diesem Feld tätigen Akteuren getestet, und mit Hilfe einer im Rahmen des Projektes entwickelten einheitlichen Methode auf ihre Wirksamkeit evaluiert. Hierbei fließen auch europäische und internationale Erfahrungen zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung in privaten Haushalten ein. Die Evaluierung von Interventionen spielt eine wichtige Rolle, da es aktuell europaweit kaum Studien zur Wirksamkeit von Kampagnen und Maßnahmen zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung gibt.

Die identifizierten guten Ansätze für effektive Interventionen zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung, werden durch Vernetzung der Akteure innerhalb von Dialogforen mit regelmäßigen Netzwerktreffen verbreitet und weiterentwickelt.

Geeignete Maßnahmen zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung in privaten Haushalten sollen darüber hinaus einen Beitrag zur Etablierung nachhaltiger Ernährungspraktiken und Erweiterung des Ernährungswissens leisten. Auch werden praktisch umsetzbare Evaluationsansätze entwickelt, mit denen Initiativen ihre Arbeit überprüfen und weiterentwickeln können.

Das Projekt wird durch das Ecologic Institut geleitet und zusammen mit der Abteilung Bildung für Nachhaltige Ernährung und Lebensmittelwissenschaft der TU Berlin und Slow Food Deutschland durchgeführt. Die Projektträgerschaft erfolgt über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).

 

Am Dialog und der Zusammenarbeit Interessierte können sich über einen kurzen Onlinefragebogen mit dem Projektteam in Verbindung zu setzen.