Besteck auf gelber Serviette mit gelben Tulpen auf einem holzfarbenen Hintergrund
Schwerpunkt

Restefreies Osterfest

Quelle: New Africa - AdobeStock

Über die Hälfte der Lebensmittelabfälle in Deutschland fällt in privaten Haushalten an. Besonders an Feiertagen wird viel gekocht, oft bleiben Reste übrig. Zu den bevorstehenden Osterfeiertagen zeigen wir, wie Sie Lebensmittelabfälle mit einer guten Planung, der richtigen Speisenauswahl und Aufbewahrung typischer Ostergerichte sowie kreativer Resteverwertung vermeiden können.

Ob traditionell Fisch an Karfreitag, Braten am Ostersonntag oder Eier, Kuchen und Schokohasen für zwischendurch – Ostern hält einige Leckereien bereit. Damit Ihnen das Schlemmen zum Ende der Fastenzeit möglichst restefrei gelingt, gibt es bei uns Tipps zu Einkauf, Lagerung und Resteverwertung.

Festessen in kleiner Runde: durchdacht und nachhaltig

In diesem Jahr fällt das Osterfest aufgrund der Corona-Pandemie in vielen Familien kleiner aus als gewohnt. Doch was bedeutet das für Ihren Speiseplan? Bei der Berechnung der richtigen Portionsgrößen können Sie auf das Handmaß des Bundeszentrums für Ernährung zurückgreifen: Eine Portion bemisst sich demnach an einer Hand voll und berücksichtigt somit auch den geringeren Hunger von Kindern, die naturgemäß kleinere Hände haben. Mit der richtigen Einkaufsplanung können Sie zudem vermeiden, dass Sie aus Gewohnheit zu viel einkaufen und dementsprechend viel übrig bleibt. Sinnvoll ist es, die Weiterverwertung der einzelnen Speisekomponenten bereits beim Einkauf mitzudenken und Zutaten entsprechend auszuwählen. Je besser Sie den Speiseplan für das lange Osterwochenende durchdenken, desto weniger Reste entstehen. Helfen kann hierbei auch das sogenannte Meal-Prepping, das wir zu den Weihnachtsfeiertagen vorgestellt haben. Alternativ können Sie auch bewusst Reste-Rezepte einplanen.

Der Klassiker: Fisch an Karfreitag

In vielen Familien kommt am Karfreitag Fisch auf den Tisch. Wer beim Einkauf und der Verarbeitung ein paar Tipps beachte, kann ihn auch am nächsten Tag noch genießen. Frischen Frisch erkennen Sie an seiner leuchtenden farbigen Haut, hellroten Kiemen und klaren hervortretenden Augen. Außerdem sollte der Fisch frisch und nicht süßlich riechen sowie festes, elastisches Fleisch aufweisen. Beim Einkauf holen Sie Fisch und Meeresfrüchte am besten erst ganz zum Schluss an der Theke oder aus dem Tiefkühlregal, packen ihn nach dem Zahlen direkt in eine Kühltasche und verstauen ihn schnellstmöglich im heimischen Kühlschrank oder Tiefkühlfach. Tipps, wie Sie Fisch aus nachhaltiger Fischerei erkennen, gibt es hier.
Und was passiert mit den Resten? Die verbreitete Annahme, Meerestiere und Fische ließen sich nicht aufwärmen, stimmt nicht. Wenn Sie Fischgerichte gut kühlen, idealerweise auf der untersten Glasplatte über dem Gemüsefach, können Sie ohne Bedenken ein zweites Mal davon essen. In einem verschlossenen Behälter oder abgedeckt halten sie sich dort maximal zwei Tage. Um eventuelle Bakterien oder Keime abzutöten, wärmen Sie ihn am besten für zwei Minuten bei mindestens 70 Grad Celsius auf. Bereits zubereiteter Fisch lässt sich zudem einfach zu neuen Gerichten weiterverarbeiten. Die Reste machen sich beispielsweise gut in einer Soljanka, Kartoffelsuppe oder anderen Eintöpfen.

Backwaren länger genießen

Osterlamm, Hefezopf, Kuchen und Brötchen: Zum Osterbrunch sind Backwaren ganz besonders beliebt. Die große Auswahl führt jedoch häufig dazu, dass Reste übrigbleiben. Mit der richtigen Aufbewahrung können Sie sie vor der Tonne bewahren: Frische und knusprige Brotkrusten oder Kleingebäck lagern Sie am besten im Brotkasten oder in einem Tontopf mit Deckel. In den Kühlschrank gehört Brot nur bei sehr warmer und feuchter Witterung. Kuchen hingegen lagert gut im Kühlschrank bei etwa vier bis acht Grad. Brot, Brötchen, Hefegebäck, Biskuitböden, Obst- und Rührkuchen lassen sich auch problemlos einfrieren – gut verschlossen im Tiefkühlbeutel sind sie bis zu sechs Monate haltbar.
Übrig gebliebenes Hefegebäck eignet sich wie die meisten hellen Brotsorten gut als Hauptzutat für Arme Ritter. Sie haben nach Ostern keine Lust mehr auf Süßes? Dann können Sie altes Brot, Brötchen oder Baguette auch gut aufbacken oder einen leckeren Brotsalat daraus zaubern.

Bratengenuss ohne Reste

Ein beliebtes Rezept für Ostersonntag ist der Lammbraten, der klassisch mit Kartoffeln und Gemüse serviert wird. Ob mit Fleisch, vegetarisch oder pflanzlich: Wurde zu viel gekocht, lagert das Zubereitete am besten luftdicht verschlossen im obersten Kühlschrankfach, dort ist es in der Regel zwei bis drei Tage haltbar. Erste Hilfe bei Kochpannen wie versalzenen oder angebratenen Speisen bekommen Sie übrigens hier.
Fleischreste lassen sich am nächsten Tag außerdem einfach weiterverarbeiten. Zum Beispiel in einem sogenannten „Cottage“ - oder „Sheperd’s Pie“, bei dem Sie das Fleisch in einer Soße mit Zwiebeln kochen und mit Kartoffelpüree im Ofen backen. Gemüsereste können Sie hingegen ganz einfach in herzhaften Teigtaschen, Muffins oder in Aufläufen und Eintöpfen weiterverarbeiten.

Noch Ostereier übrig?

An Ostern kommen Eier in diversen Varianten auf den Tisch. Besonders beliebt sind die bunt bemalten, hart gekochten Eier, die sich aufgrund der langen Kochzeit zwei bis drei Wochen im Kühlschrank halten. Bei bunten Eiern aus dem Supermarkt ist die Schale meist mit Schellack und Palmwachs versiegelt, was die Haltbarkeit noch einmal verlängert. Sie lagern dennoch ebenfalls am besten im Kühlschrank, idealerweise in der Tür, getrennt von anderen Lebensmitteln. Bläuliche Verfärbungen des Eigelbs sind gesundheitlich völlig unbedenklich. Sie entstehen durch besonders langes Kochen bei hoher Temperatur, das dem Abtöten von Salmonellen dient.
Auch rohe Eier gehören in die Kühlschranktür, am besten mit der Spitze nach unten. An der runden Seite unter der Schale befindet sich die Luftkammer, die durch die Lagerung auf der Spitze nicht weiter nach oben wandert und somit keine Keime eindringen. Wenn Sie die Haltbarkeit von Eiern testen möchten, legen Sie diese einfach in kaltes Wasser: Frische Eier bleiben am Boden liegen, während sich ältere Eier am Boden aufrichten und für den Verzehr gut erhitzt werden sollten. Ungenießbare Eier schwimmen an der Wasseroberfläche.
Wenn Ihnen nach einem langen Wochenende voller Ostereier die Inspiration für die kreative Resteverwertung ausgeht, liefert Ihnen unsere Rezeptdatenbank einige leckere Rezepte für Eireste. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Ostereier-Brotaufstrich oder einem Eiersalat?

Schokolade kreativ weiterverarbeiten

Nach den Feiertagen haben Sie noch einen halben Schokohasen und jede Menge Schokoeier im Osternest? Kein Problem, denn Vollmilchschokolade hält sich bis zu zwölf Monate, dunkle Schokolade mit höherem Kakaoanteil sogar bis zu 15 Monate. Haben Sie die Schokolade bereits geöffnet, sollten Sie diese getrennt von Lebensmitteln mit starkem Eigengeruch lagern, da Schokolade leicht Gerüche annimmt. Weißer Reif zeigt, dass die Schokolade zu warm gelagert wurde, da sich das Fett herauskristallisiert. Für den Verzehr ist das unbedenklich. Am besten lagern Sie Schokolade verschlossen bei zehn bis 18 Grad dunkel und trocken im Vorratsregal.
Übriggebliebene Schokoreste können Sie darüber hinaus prima zum Backen verwenden – beispielsweise für Schokobrötchen oder in einem leckeren Restekuchen.