Familie sitzt am Tisch vor gefüllten Tellern und das Kind füttert seine Mutter.
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Bewusst essen: Lebensmittel schätzen von klein auf

Quelle: grki – Adobe Stock

Zusammen mit Ihren Kindern können Sie Geldbeutel und Ressourcen schonen – und gleichzeitig für eine gesunde Ernährung sorgen. Wir zeigen, wie bewusstes Essen zum Alltag wird.

Bewusstes Essen heißt nicht nur, sich ausgewogen und gesund zu ernähren. Es steht für vieles mehr: Zum Beispiel dafür, sich über die Herkunft der Lebensmittel Gedanken zu machen oder Reste aufzubrauchen. Im turbulenten Alltag mit Kindern erscheint das wie eine Mammutaufgabe und kommt neben Hausarbeiten und Spielen oft zu kurz. Dabei ist ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln gar nicht so schwer. Wir stellen Ihnen einfache Tipps vor, wie Ihre Kinder Essen schätzen lernen – in der Schule, zu Hause und unterwegs. Für alle gilt: Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und beziehen Sie Ihre Kinder mit ein. 

In Kita und Schule

Kinder sollten so früh wie möglich einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln lernen. Das zählt auch zu den Aufgaben von Kitas und Schulen. Sie können viel dafür tun, dass Kinder ihre Nahrung stärker wertschätzen – sei es durch spielerische Experimente mit allen Sinnen, Lehrküchen oder anschaulichen Schulgartenunterricht. Im Garten können Kinder ihrem Essen beim Wachsen zusehen. Sie erfahren, woher das Gemüse auf ihrem Teller kommt und sehen mit eigenen Augen, wie viel Zeit und Pflege es braucht, damit aus einem kleinen Samen eine reife Tomate oder Zucchini wird. Hat die Kita oder Schule Ihrer Kinder noch keinen eigenen Garten, ist die GemüseAckerdemie eine Option. Sie stellt Saatgut bereit, hilft bei der Suche nach geeigneten Flächen und dabei, das Gärtnern in den Lehrplan zu integrieren. Sie möchten noch mehr für eine bessere Ernährungsbildung an Ihrer Kita und Schule tun? In unserem Juni-Schwerpunkt, unseren Schulmaterialien und auf den Seiten des Bundeszentrums für Ernährung erfahren Sie, welche Möglichkeiten es gibt. 

Und was ist mit dem nicht gegessenen Pausenbrot? Damit es nicht unangetastet im Schulranzen bleibt, planen Sie die Snacks mit Ihren Kindern zusammen und bereiten alles gemeinsam zu. Am besten treffen Sie vorher schon eine kleine und gesunde Vorauswahl. Wichtig dabei: Werfen Sie einen Blick auf das Wetter. Bei hohen Temperaturen sollten Sie Lebensmittel mit rohen Eiern oder Wurst vermeiden. Beides verdirbt leicht. Bleibt nach der Schule dennoch etwas übrig, verwerten Sie die Reste noch am selben Abend – zum Beispiel mit dem Pausenbrot als kleine Häppchen und mit lustigen Gemüsegesichtern aus Paprika- und Gurkenresten als Beilage. So zeigen Sie Ihren Kindern, wie viel Spaß Resteverwerten sein kann und dass übriggebliebenes Essen nicht in die Tonne gehört.

Beim Einkaufen

Eine gute Gelegenheit, um bewusstes Essen zum festen Bestandteil im Familienalltag zu machen, ist der wöchentliche Einkauf. Mit ein wenig Zeit im Gepäck kann er für Kinder zum wahren Erlebnis werden: Wie sieht frischer Spinat aus? Wann gibt es Äpfel aus der Region? Wie riecht Petersilie? Und wie erkenne ich einen reifen Kürbis am Klang? Auf dem Wochenmarkt, beim Bauern oder im Lebensmittelladen Ihres Vertrauens können sie Essen entdecken, anfassen, riechen und die Verkäufer:innen mit all ihren Fragen löchern. Ihre Kinder lernen dabei nicht nur die Vielfalt der heimischen Produkte kennen, sie sehen auch, dass krummes Obst und Gemüse mindestens genauso gut schmeckt.

Zu Hause

Schmecken, Fühlen, Riechen – zu Hause ist die Küche ein guter Ort, um mit Kindern herumzuexperimentieren und bewusstes Essen auszukosten. Eine wichtige Zutat dafür ist Selberkochen und das so oft wie möglich. Also weg mit den Fertigprodukten und her mit den Kochlöffeln! Schnappen Sie sich Ihre Kinder und probieren Sie drauf los: Zum Beispiel, ob Champignons roh besser schmecken, als gebacken oder gebraten. Oder ob Banane und Pizza ein gutes Paar abgeben. So bekommen Ihre Kinder mit der Zeit ein Gefühl für die verwendeten Lebensmittel und die nötigen Mengen. Eine gute Unterstützung dabei ist die Ernährungspyramide vom Bundeszentrum für Ernährung. Mit ihr lernen Kinder, welche Lebensmittel gesünder sind als andere und wie sie die Größe der Portionen mit der Hand abmessen.

Für den Anfang sollten Sie beim Kochen auf möglichst kindgerechte Rezepte zurückgreifen. Nudeln mit frischer Tomatensauce, Eierkuchen mit Apfelkompott oder Buchstabensuppe sind einfach und schnell zubereitet. Viele der Arbeitsschritte können Ihre Kinder eigenständig übernehmen – und beim Schnippeln, Rühren und Mixen kommt die Freude am bewussten Essen wie von selbst.

Die Reste Ihres Schlemmermenüs können Sie entweder für den nächsten Tag im Kühlschrank aufbewahren oder sie für einen späteren Zeitpunkt einfrieren. Das gilt übrigens auch, wenn der Einkauf doch einmal zu groß war. Bis auf Eier (egal, ob roh oder gekocht), Blattsalat, Tomaten, rohe Kartoffeln oder Joghurt lassen sich frische Lebensmittel bedenkenlos einfrieren. Worauf Sie dabei achten sollten, erfahren Sie in unserem Tiefkühlknigge. Oder aber Sie werden mit Ihren Kindern kreativ und verarbeiten die Reste direkt weiter. Reifes Obst und Gemüse können Sie als Vorrat für den Winter einwecken. Eine leichte Anleitung mit Tipps und Tricks zum Einmachen, Einwecken und Fermentieren finden Sie außerdem hier. Kreative Rezeptideen, um den Sommer zu verlängern, hält der Kompass Ernährung für bereit. Eingetrockneter Käse macht sich super zum Überbacken von Pizza und Aufläufen. Und hartes Brot wird mit wenigen Handgriffen zum Armen Ritter oder zu knusprigen Brotchips für den Familienabend. Noch mehr Ideen finden Sie in unserer Rezeptdatenbank.