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St. Martin – Festessen ohne Reste

Quelle: beats_ - Adobe Stock

Auch wenn die meisten großen Umzüge zu St. Martin aufgrund von Corona ausfallen, werden sicher auch in diesem Jahr Familien zu diesem Anlass ein festliches Mahl mit Martinsgans und Beilagen im kleinen Kreis servieren. Zu gut für die Tonne! hat eine Reihe von Tipps zusammengestellt, um möglichst restefrei zu speisen.

Egal ob süßes Hefegebäck in diversen Formen oder die klassische Martinsgans: St. Martin hat inzwischen hierzulande jede Menge traditioneller Gerichte und Leckereien hervorgebracht. Mit guter Planung und Kreativität müssen auch nach dem Schmaus keine Lebensmittel in der Tonne landen. Genau betrachtet ist sogar die Gans selbst schon ein idealer Resteverwerter. Wir erklären, warum.

Resterettung beim Festessen
Die Martinsgans ist schon namentlich eng mit dem Ehrentag des Heiligen Martins verknüpft. Der genaue Zusammenhang zwischen Gans und Martin ist Gegenstand zahlreicher verschiedener Legenden. Klar ist, dass die gefüllte Gans im Mittelpunkt des traditionellen Mittagsmahls steht. Die typischen Beilagen sind Rotkohl, Kartoffeln, Semmelknödel oder Kartoffelklöße.

Schon durch ihre Füllung hat die Martinsgans enormes Resteverwertungspotenzial: Bei einer Füllung auf Basis von Äpfeln, Zwiebeln und Sellerie können wunderbar ältere und schon etwas schrumpelige Früchte verwendet werden. Wer noch ein paar Hände voll Nüsse vom letzten Herbstspaziergang übrig hat, kann diese ebenfalls zur Füllung hinzugeben. Maronen und Walnüsse passen besonders gut. Aber auch Kürbisreste verstärken die herbstliche Note perfekt. Wie die Füllung richtig gelingt, erklärt das Bundeszentrum für Ernährung.

Auch bei den zugehörigen Beilagen gibt es viele Möglichkeiten zur Resteverwertung. Verschiedene Gemüsereste können anstelle der eingangs erwähnten Beilagenklassiker auch einfach zu einem leckeren Ratatouille verarbeitet werden. Auch aus den zahlreichen saisonalen Kohlsorten lassen sich passende Beilagen zaubern.

Bratenreste im Pfannengericht oder als Brotaufstrich verwerten
Mit der Martinsgans kommt ein wertvolles Lebensmittel auf den Tisch, für dessen Produktion ein Tier geschlachtet und wertvolle Ressourcen verbraucht wurden. Eine möglichst kreative Resteverwertung, bei der nichts verschwendet wird, würdigt also auch Arbeit, Ressourcen und die Martinsgans selbst.

Ideal für die Verwertung von Bratenresten ist beispielsweise die Restepfanne „Aus Alt mach Neu“. Neben den kleingeschnittenen Gänseresten ist hier auch Platz für die übriggebliebenen Klöße vom Vortag. Die liegengebliebene Rotkohlbeilage schmeckt hervorragend als kalter Salat.

Darüber hinaus können gebratene Geflügelreste auch die Basis für einen herzhaften Brotaufstrich ähnlich einer Pastete oder Leberwurst bilden – das perfekte Topping für Grau- oder Schwarzbrot. Dazu braucht es nur etwas Frischkäse sowie Zwiebeln, Knoblauch und ein paar Gewürze. Hier kann man nachlesen, wie der Aufstrich gelingt.
 
Fair im Umgang mit der Gans
Wertschätzung lässt sich schon beim Kauf der Gans zeigen: Wer seine Martinsgans direkt beim örtlichen Hof erwirbt, stärkt die regionale Wirtschaft, vermeidet lange Lieferwege und erhält größtmögliche Klarheit über die Zucht und Haltungsbedingungen der Tiere. Die Bezeichnungen „Freilandhaltung“ und „bäuerliche Auslaufhaltung“ treffen zusätzlich Aussagen zu den Haltungsbedingungen der Tiere. Weitere verpflichtende Standards wurden bei der Zucht von Tieren eingehalten, wenn auf der Verpackung ein Tierwohllabel oder das Bio-Siegel abgebildet ist.  

Aus trockenen Weckmännern werden süße „Arme Ritter“
Ebenso beliebt wie die Martinsgans sind die verschiedenen Gebäckvariationen auf Basis von Hefeteig, die in der Martinszeit in großer Zahl in den Auslagen der Bäckereien liegen. Dass statistisch gesehen 14 Prozent der Lebensmittelabfälle in den Privathaushalten auf Brot und Backwaren entfallen, zeigt, wie viel Potenzial zur Resterettung hier noch besteht.

Der Weckmann hat viele Namen: Je nach Region ist er auch als Stutenkerl, Klausenmann oder Hefemänne bekannt. Gemeint ist aber eigentlich immer ein kleines Männchen aus Hefeteig mit Augen aus Rosinen oder Schokostückchen, je nach Variante mit Zuckerguss glasiert und Mandeln beklebt, mit oder ohne eingebackene Tonpfeife.

Weckmänner schmecken frisch und ofenwarm am besten. Ähnlich wie weiße Brötchen werden sie bereits nach kurzer Zeit hart und trocken. Das heißt aber noch lange nicht, dass man sie deswegen wegwerfen muss. Ein in Stücke geschnittener Weckmann kann zum Beispiel eine hervorragende Basis für „Arme Ritter“ abgeben. Einfach die Gebäckstücke mit Eiern, Milch und Butter in der Pfanne goldbraun braten, mit etwas Zimt und Zucker bestreuen und warm genießen. Ein detailliertes Rezept gibt es in unserer Beste-Reste-Datenbank. Ansonsten kann man etwas zu lange gelagerte Weckmänner natürlich auch immer gut in Kaffee, Tee oder Kakao tunken.

Püfferkes als Dessert
Püfferkes gehören vor allem im Rheinland zu St. Martin einfach dazu. Im November bekommt man sie daher frisch in vielen Bäckereien. Noch warm sind die luftigen und frittierten Hefeteigstücke zwar am leckersten, doch auch am Folgetag müssen sie nicht weggeschmissen werden. Passende Verwertungsmöglichkeiten bieten Nachtisch-Varianten mit Quark wie beispielsweise Tiramisu oder der Alpenklassiker Kaiserschmarrn.